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Vormoderne Ordnungen und ihre Konfigurationen im transkulturellen Vergleich. Kontinuitäten und Dynamiken

Die Globalisierung beeinflusst sozio-kulturelle, ökonomische und politische Entwicklungen auf der ganzen Welt. Sie deckt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Systemen und Strukturen auf. Deren Entstehungsgeschichte reicht bis in die Vormoderne zurück. Bisher haben sich Wissenschaftsdisziplinen, die vergleichsweise spät im 19. Jahrhundert aufkamen, schwer getan solche Prozesse zu analysieren. Wo sich die Fachbereiche, die die westliche Welt erforschen in einzelne Disziplinen wie Theologie, Sprachwissenschaft, Geschichte und Soziologie aufgespaltet haben, gehen die Disziplinen, die nicht-westliche Kulturen untersuchen, ganzheitlicher vor. Islamwissenschaft, Altamerikanistik, Sinologie oder Indologie untersuchen religiöse, sprachliche und regionale Aspekte parallel.

Aber wie würde sich unser Verständnis verändern, wenn wir unsere Geschichte nicht so fachspezifisch, sondern als interkulturelles Geflecht betrachten würden? Genau das machen die Forscherinnen und Forscher im Profilbereich "Vormoderne Ordnungen und ihre Konfigurationen im transkulturellen Vergleich. Kontinuitäten und Dynamiken". Mit modernen wissenschaftlichen Methoden untersuchen sie Zusammenhänge und Entwicklungen in der Vormoderne, um daraus aktuelle Fragestellungen zu beantworten.

Vor allem die große Fächervielfalt kommt der Universität Bonn an dieser Stelle zu Gute. Insbesondere die vielen sogenannten kleinen Fächer befassen sich mit Fragen zur Vormoderne. Das fördert den interdisziplinären Zugang.

Forschungsprojekte, Infrastruktur und Digitalisierung

Die Universität Bonn zeichnet sich aber nicht nur durch ihren interdisziplinären, sondern auch durch den transkulturellen Zugang aus. Der Sonderforschungsbereich "Macht und Herrschaft - Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive" untersucht dahingehend das vormoderne Asien, Europa und das nördlichen Afrika. Die Forschung wird ergänzt vom Annemarie Schimmel Kolleg "History and Society during the Mamluk Era (1250-1517)", das internationale Spezialistinnen und Spezialisten der Mamlukken-Forschung zusammenbringt. Sie erforschen Politik und Ökonomie, aber auch wie erzählerische Strategien in dieser Zeit in der Gesellschaft genutzt wurden.

Ein zukünftiges Forschungshighlight wird das "Advanced Research Centre: History of Islamic Culture and Ideas from the 12th-16th century". Gemeinsam mit der Alexander von Humboldt Stiftung sollen philosophische und politische Fragestellungen der Zeit untersucht werden, was bisher eher vernachlässigt wurde. Das Franz Joseph Dölger Institut und das Department of Epigraphy sind weitere erwähnenswerte Forschungszentren an der Uni Bonn.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern bietet die Graduiertenschule “Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume” ein strukturiertes Promotionsprogramm und eine exzellente Forschungsumgebung, um wirtschaftliche Systeme aus interkultureller und diachroner Sicht zu analysieren und vergleichen.

Forscherinnen und Forscher an der Universität Bonn profitieren vom Zugang zu vielen und vor allem auch vielfältigen Quellen: Neben der Literatur in den Universitäts- und Abteilungsbibliotheken sind es vor allem die 13 Museen und Sammlungen, wie beispielswiese dem Ägyptischem Museum oder der Bonner Altamerika Sammlung, die mit ihren Objekten Forschung tatsächlich greifbar machen.

Das heißt nicht, dass moderne Medien nicht zum Einsatz kommen. Denn auch bei Digitalisierung und den digitalen Geisteswissenschaften ist die Universität Bonn Dank zahlreicher Datenbankprojekte stark. KOSMOS zum Beispiel untersucht gemeinsam mit dem Forschungsmuseum Alexander König die Sammlungen von Universitäten und deren Einfluss auf heutige akademische Disziplinen. Die Abteilung "Text Database Dictionary of Classic Mayan" analysiert Hieroglyphen und erstellt daraus ein digitales Wörterbuch. Und wenn Sie mehr über die mittelalterliche Darstellungs- und Rezeptionsweise der sogenannten Sarazenen erfahren möchten, dann können Sie bald ein öffentlich zugängliches Wiki der Universität Bonn nutzen, das eine kommentierte Sammlung aktueller Zugänge bereitstellen wird.

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