Immer schon war Anarchie das Wesen der internationalen Ordnung schlechthin – auch als alle noch überzeugte Anhänger der „regelbasierten Weltordnung“ gewesen sein wollten. Der Politikwissenschaftler klärt in einer neuen Folge der Podcastreihe „Hypothese – wissenschaftsnah und zugespitzt“ über das Phänomen „Anarchie“ als wesentlichen Grundsatz der internationalen Ordnung auf: Es fehlt eine Weltregierung oder eine zentrale, den Staaten übergeordnete Instanz, die Konflikte regeln oder gar verhindern könnte. Souveräne Staaten handeln primär entlang ihrer Macht- und Eigeninteressen und ohne Beachtung multilateraler Vereinbarungen und Absichtserklärungen. Das führt zu konflikthaften Lagen, Eskalationen stets nicht ausgeschlossen.
Und nur die reflektierte Akzeptanz dieses Anarchie-Grundsatzes als zutreffende Beschreibung der internationalen Ordnung führt zu angemessenen, realistischen Ideen, erklärt Ohnesorge im Gespräch mit Moderator Denis Nasser.
Dr. Hendrik Ohnesorge lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bonn. Er ist Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Individuen, Institutionen und Gesellschaften“ sowie des „Center for Advanced Security, Strategic an Integration Studies“ (CASSIS). Privatdozent Dr. Hendrik W. Ohnesorge ist Geschäftsführer des „Center for Global Studies“ der Universität Bonn. Er forscht seit vielen Jahren zum Thema Soft Power sowie zu den transatlantischen Beziehungen und der US-amerikanischen Außenpolitik.
Zugespitzt und wissenschaftsnah
Zugespitzt und wissenschaftsnah – das ist der „Hypothese“-Podcast der Uni Bonn. Jeden ersten Donnerstag im Monat stellen sich renommierte Gäste einer zugespitzten Hypothese zu einem gesellschaftlich relevanten Thema. Moderiert von dem Journalisten Denis Nasser wägt jeweils eine Expertin oder ein Experte den Wahrheitsgehalt der Titelaussage ab und gibt abschließend ein Votum ab, ob die finale Einschätzung eher in Richtung „verifiziert“ (also als „wahr bestätigt“) oder falsifiziert (als „unwahr“ bestätigt) gehen würde.
Ihr habt Fragen, Anmerkungen oder einen Themenvorschlag? Wir freuen uns, von Euch zu hören unter wissenschaftskommunikation@uni-bonn.de!