Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Forschung EuroConsult 7. FRP Antragstellung

Antragstellung im 7. FRP


Antragsverfahren im 7. FRP

In regelmäßigen Abständen werden sowohl im Amtsblatt der Europäischen Union als auch auf dem Participant Portal der Europäischen Kommission die Ausschreibungen (call for proposals) im Rahmen des 7. FRP veröffentlicht. Eine Antragstellung im 7. FRP kann nur dann erfolgen, wenn eine entsprechende Ausschreibung veröffentlicht wurde. In der Regel sind  die Ausschreibungen für mehrere Monate geöffnet. Die Anträge müssen vor Ablauf der verbindlichen Einreichungsfrist (deadline) auf elektronischem Wege eingereicht werden. Die elektronische Antragseinreichung erfolgt über das Electronic Proposal Submission System (EPSS) sowie zunehmend über das Submission & Evaluation in the Participant Portal (SEP).


Für eine Antragstellung werden mindestens folgende Dokumente benötigt:

  • der Ausschreibungstext
  • das Arbeitsprogramm
  • der Leitfaden für Antragstellende (Guide for Applicants)

 
Der Ausschreibungstext enthält in der Regel Informationen zu den Förderthemen, den Förderinstrumenten, den Mindestanforderungen an die jeweiligen Förderinstrumente, der Einreichungsfrist und des voraussichtlichen Zeitrahmens.

 
Arbeitsprogramme sind Pläne, die von der Europäischen Kommission erstellt werden, um die Spezifischen Programme umzusetzen. Die einzelnen Arbeitsprogramme enthalten unter anderem detaillierte Vorgaben zu den Programmzielen, den thematischen Prioritäten, den verwendeten Förderinstrumenten, den Beurteilungsverfahren und -kriterien sowie eine Übersicht über die geplanten Ausschreibungen.

 

Die Leitfäden für Antragstellende enthalten alle relevanten Informationen zur jeweiligen Ausschreibung sowie Anleitung zur Erstellung und Strukturierung der Anträge.

 

Da sowohl die Arbeitsprogramme als auch die Leitfäden für Antragstellende bei jeder neuen Ausschreibung aktualisiert werden, sollten Antragstellende unbedingt darauf achten, dass sie die aktuellsten Dokumente benutzen.


Hier geht es zum Participant Portal der Europäischen Kommission.

 

Förderformen im 7. FRP

Im Rahmen des 7. FRP gibt es unterschiedliche Förderformen:

  • Verbundprojekte (Collaborative Projects)
  • Exzellenznetze (Network of Excellence)
  • Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen
  • Maßnahmen nach Art. 185 AEUV
  • Maßnahmen nach Art. 187 AEUV

 
Verbundprojekte sind Konsortialprojekte. Ziel von Verbundprojekten ist die Bildung von Konsortien, in denen Einrichtungen aus verschiedenen Ländern an der Entwicklung neuen Wissens, neuer Technologien, neuer Verfahren, neuer Produkte und neuer Dienstleistungen arbeiten.

Exzellenznetze dienen der Strukturierung der europäischen Forschung sowie der Stärkung und Verbreitung von Exzellenz. Ziel von Exzellenznetzen ist die  Schaffung "virtueller Exzellenzzentren", in deren Rahmen die Projektteilnehmer ihre Forschungskompetenzen und -anstrengungen gezielt bündeln, austauschen und nutzen.

Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen dienen der Vernetzung der Projektteilnehmer. Finanziert werden z.B. Konferenzen, Workshops, Erfahrungsaustausche, Studien und Analysen. Ziel von Koordinierungsmaßnahme ist die Bildung eines Netzwerks sowie der Aufbau von langfristigen Kooperationen. Bei Unterstützungsmaßnahmen steht die Unterstützung der Europäischen Kommission bei der Implementierung von z. B. Programmen im Mittelpunkt des Interesses.

Bei Maßnahmen nach Art. 185 AEUV geht es um die Beteiligung der Europäischen Union an gemeinsamen Programmen mehrerer Mitgliedstaaten. Beispiele für diese Maßnahmen sind EUROSTARS, BONUSAAL und EMRP.

Mit den Maßnahmen nach Art. 187 AEUV sind die Gemeinsamen Technologieinitiativen (Joint Technology Initiatives, JTI) gemeint. Die von der Europäischen Kommission geförderten Gemeinsamen Technologieinitiativen stellen in der Regel langfristig angelegte öffentlich-private Partnerschaften dar, in deren Rahmen sowohl die öffentlichen Haushalte als auch die Industrie Mittel bereitstellen, um Forschung in bestimmten Technologiefeldern zu fördern. Diese Förderung des Technologiesektors dient vor allem der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Aktuell existieren fünf Gemeinsame Technologieinitiativen: Innovative Medicines Initiative (IMI), Embedded Computing Systems (ARTEMIS), Aeronautics and Air Transport (CLEAN SKY), Nanoelectronics Technologies 2020 (ENIAC) und Fuel Cells And Hydrogen (FCH).

 

Einordnung einer Projektidee

Durch die Arbeitsprogramme und Leitfäden für Antragstellende wird der formale und thematische Rahmen vorgegeben, innerhalb dessen Forschungsprojekte gefördert werden können. Daher sollte als Erstes überprüft werden, ob die Projektidee in eines der geförderten Themengebiete hineinpasst. Die explizite Bezugnahme auf die ausgeschriebenen Themen ist unbedingte Voraussetzung für den Erfolg eines Antrages. Ein noch so gut ausgearbeiteter Antrag wird ohne Übereinstimmung mit den in den Arbeitsprogrammen beschriebenen Zielen nicht positiv evaluiert werden. Überhaupt sollte der Antragsteller erwägen, ob die EU-Förderung das richtige Förderinstrument ist oder ob eine Förderung auf regionaler oder nationaler Ebene geeigneter wäre. Zudem sollten der Aufwand der Antragstellung und der Nutzen durch die Förderung in einem angemessenen Verhältnis stehen.


Konsortialbildung

Die Zusammenstellung eines kompetenten und aufeinander abgestimmten Konsortiums ist von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Antragstellung. Das heißt auch, dass neben fachlicher Exzellenz und weitreichender Erfahrungen im wissenschaftlichen Bereich darauf zu achten ist, dass die Projektteilnehmer sich in ihren Kompetenzbereichen ergänzen. 


Entgegen weitläufiger Meinung ist eine bestimmte geographische Verteilung der Projektpartner nicht notwendigerweise von Vorteil. Wichtig ist vor allem, dass die Partner über die nötigen Ressourcen verfügen, sei es in Form von Personalkapazitäten oder auch im Sinne einer gut ausgebildeten Infrastruktur (z.B. Forschungslabor, Großgeräte).

Ein wichtiger Punkt ist zudem eine effiziente Strategie zur Verwertung und Verbreitung der Forschungsergebnisse, da sowohl die Interessen der Projekteilnehmer an den Ergebnissen bezüglich ihrer Nutzung als auch die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Verbreitung ein wesentlicher Bestandteil des Abstimmungs- und Planungsprozesses eines Konsortiums sein sollten.

Bei der Zusammenstellung eines Konsortiums ist es naheliegend, sich bereits bestehender Kontakte zu bedienen und an etwaige vorige Kooperationen anzuknüpfen. 


Konsortium

Das Konsortium eines Projekts umfasst alle Teilnehmer einer indirekten Maßnahme und verpflichtet sich durch den Beitritt zur Finanzhilfevereinbarung zur Projektdurchführung gemäß den in der Vereinbarung festgelegten Bedingungen. 


Die Finanzhilfevereinbarung, welche durch die Unterzeichung durch den Koordinator des Projekts und der Europäischen Kommission in Kraft tritt, regelt das Verhältnis zwischen dem Konsortium und der Europäischen Kommission.

Durch die Unterzeichung eines Formblatts treten auch die übrigen Projektpartner dem Vertrag bei und gelten in der Folge als gleichwertige Vertragspartner.

Für den Fall, dass ein Vertragspartner seinen Vertragspflichten nicht oder ungenügend nachkommt, sind die übrigen Partner verpflichtet, dessen Aufgaben zu übernehmen oder einen neuen Partner zu benennen. Auch dieser neue Partner muss der Finanzhilfevereinbarung sowie dem Konsortialvertrag durch Unterzeichnung beitreten. Über derartige Änderungen innerhalb des Konsortiums sollte die Europäische Kommission unverzüglich informiert werden.


Beteiligung

In der Regel müssen im Rahmen eines EU-Verbundprojektes mindestens drei unabhängige Rechtspersonen teilnehmen, die in drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder Assoziierten Staaten ansässig sind. 


Eine Ausnahme stellen die Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen dar, da diese von einer einzigen Rechtsperson durchgeführt werden dürfen. Ausnahmen finden sich außerdem im Spezifischen Programm Ideen und im Spezifischen Programm Menschen.

Je nach Förderinstrument sind in den Arbeitsprogrammen zusätzliche Teilnahmebedingungen enthalten, die unbedingt berücksichtigt werden müssen.

Hier geht es zu den Beteiligungsregeln.

 

Antragstellung

Der Antrag für ein Projekt im 7. FRP setzt sich in der Regel aus zwei Teilen zusammen:

  • Teil A umfasst die Formblätter mit den wichtigsten Kurzinformationen zu dem Projekt.
  • Teil B enthält die detaillierte Beschreibung der Projektidee sowie der konkret ins Auge gefassten Forschungsaktivitäten.


Die elektronische Antragseinreichung erfolgt über das Electronic Proposal Submission System (EPSS) sowie zunehmend über das Submission & Evaluation in the Participant Portal (SEP).

Der Koordinator eines Projektes muss den Zugang zu dem elektronischen Einreichungssystem online beantragen. Im Falle des SEP ist dazu eine Registrierung bei dem European Commission Authentication Service (ECAS) erforderlich. Sobald der Koordinator den elektronischen Zugang beantragt und sich bei ECAS registriert hat, erhält er von der Kommission seine Zugangsdaten ebenso wie die Zugangsdaten für die übrigen Projektteilnehmer. Allerdings ist einzig der Koordinator berechtigt, alle Formblätter im System auszufüllen, die Dateien mit den Texten zum Teil B des Antrags zusammenzustellen und den vollständigen Antrag hochzuladen. Im Gegensatz zum Koordinator erhalten die übrigen Partner lediglich den Zugang für die Erstellung der eigenen Formblätter, können darüber hinaus aber den gesamten Antrag einsehen.  

Sofern der Antrag vollständig hochgeladen wurde, kann der Koordinator ihn durch die Eingabe seiner Zugangsdaten einreichen. Im Anschluss an die erfolgreiche Einreichung erhält er eine Eingangs-Mail, welche die Einreichung des Antrags bestätigt. Etwa zwei Wochen nach Ablauf der Frist erhält er zudem das offizielle „acknowledgement of receipt“, welches ihm per Post, Mail oder Fax zugestellt wird.

Die Einreichung von Anträgen ist ausschließlich elektronisch möglich. Anträge, welche postalisch, als CD-Rom, Mail oder Fax bei der Europäischen Kommission eingehen, werden nicht berücksichtigt und sind vom Evaluierungsverfahren ausgeschlossen (Ausnahmeregelung: siehe Annex F des Leitfadens für Antragstellung). Ebenfalls ausgeschlossen werden solche Anträge, die unvollständig sind oder die nach Ablauf der Frist bei der Europäischen Kommission eingehen.

Für eine erfolgreiche Antragstellung sind die folgenden Punkte maßgeblich:

  • Rechtzeitiger Eingang des Antrags (Datum und Uhrzeit)
  • Richtige Einreichungsadresse (siehe Ausschreibung)
  • Antragsformular gemäß dem Fördermaßnahmentyp
  • Vollständigkeit der Unterlagen (Part A, Part B, ggf. Anhänge)


Um einen Antrag erfolgreich stellen zu können, muss sich der Koordinator bzw. die Organisation, die er vertritt, einmalig bei der Unique Registration Facility (URF) registrieren.

Im Anschluss an diese Registrierung erhält die Organisation einen Participant Identification Code (PIC). Für viele Hochschulen und Forschungsinstitute gilt, dass sie bereits registriert sind und dementsprechend auch schon über einen PIC verfügen.


Zudem ernennt jede Organisation eine Person zum Legal Entity Appointed Representative (LEAR). Dieser fungiert als Repräsentant der Organisation, der in allen rechtlichen oder finanziellen Fragen der Ansprechpartner für die Europäische Kommission ist und ihr darüber hinaus nötige Dokumente zur Verfügung stellt.

Artikelaktionen