Die Sieger von Jugend forscht an der Uni Bonn
Was tun, wenn Kleinkinder Knopfzellenbatterien verschlucken? Wie wächst Kresse im Magnetfeld? Wie lassen sich Joghurtbecher aus Algen herstellen? Setzt das Mineral Malachit gefährliche Kupferionen frei? Wie lassen sich Epidemien mit einem mathematischen Modell eindämmen? Mit diesen Themen errangen heute junge Forschende beim Regionalwettbewerb Bonn/Köln von Jugend forscht an der Universität Bonn erste Preise. Die Siegerehrung fand in der Universitätsaula statt. Die Erstplatzierten qualifizierten sich als Regionalsieger für die Teilnahme am Landeswettbewerb.
Mitochondrien beeinflussen die Fettspeicher der Zelle
Die Kraftwerke der Zellen - die sogenannten Mitochondrien - können offenbar die Zahl der Lipidtröpfchen in der Zelle beeinflussen. Dabei spielt ein Mechanismus eine zentrale Rolle, der eigentlich für einen ganz anderen Zweck gedacht ist. Das zeigt eine aktuelle Studie von Universität Bonn und Universitätsklinikum Bonn sowie der Universität Freiburg. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology erschienen.
Neue Wege zum Umweltfrieden in Kolumbien
Neue und bestehende Technologien mit indigenen Wissenssystemen untersuchen und kombinieren – das ist das Ziel von „iakumama 2050”. Das neue Forschungsprojekt des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) verfolgt das Ziel, Szenarien zu entwickeln, wie Mensch und Natur gemeinsam in Regionen leben können, die von bewaffneten Konflikten und Rohstoffabbau betroffen sind. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben, das im Juli 2026 beginnt und dann anderthalb Jahre gefördert wird.
Was Seeigel- und Lachsspermien zum Schwimmen bringt
Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und der Universität Bonn zeigt, dass der pH-Wert eine entscheidende Rolle für die Beweglichkeit von Spermien bei Seeigeln und Lachsen spielt. Der Anstieg des pH-Werts aktiviert das Enzym Adenylylzyklase (sAC), das den Botenstoff cAMP produziert und somit die Spermienbewegung reguliert. Dieser Mechanismus könnte in vielen marinen wirbellosen Organismen und Fischen verbreitet sein. Ihre Ergebnisse sind nun in dem renommierten Journal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.
Neues zur Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) kann bestimmte Krebsarten oder Autoimmunerkrankungen auslösen, aber wie der Körper diese häufige Virusinfektion unter Kontrolle hält, ist weitestgehend unbekannt. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben jetzt genetische und nicht-genetische Faktoren identifiziert, die dem Körper helfen EBV zu bekämpfen. Hierfür werteten sie Genomsequenz-Daten, die eigentlich zur Charakterisierung des menschlichen Erbguts gedacht sind, auf eine neue Art aus. Mit der neuen Technik konnten sie die Menge an EBV im Blut abschätzen und in großen Gesundheitsdatensätzen Zusammenhänge finden – zum Beispiel eine erhöhte Viruslast in Personen mit HIV-Infektionen, aber auch Rauchern. Auch gab es Hinweise auf neue Gene, die Schlüsselrollen in der EBV-Immunität haben. Ihre Ergebnisse sind jetzt im renommierten Fachjournal "Nature" veröffentlicht.
Präzise Wirkstoffe gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
Trotz intensiver Forschung ist Bauchspeicheldrüsenkrebs nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Zum Deutschen Krebskongress 2026 stellt die Deutsche Krebshilfe nun drei großangelegte Projekte vor, die sie im Rahmen ihres Förderschwerpunkts „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ fördert. In dem geförderten Projekt PrepAIred wollen Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn in Kooperation mit der Universität North Carolina (USA) mittels KI-basiertem Protein-Design gezielt Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit insgesamt 1,99 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.
Bühne frei: Stellen Sie Ihr Marvin-Projekt vor!
Zwei Jahre Supercomputer Marvin bedeuten unzählige Berechnungen, Simulationen und Forschungsideen, die ohne High-Performance-Computing nicht möglich gewesen wären. Am 19. März 2026 feiert die Universität Bonn den zweiten Geburtstag ihres leistungsstarken Rechenclusters und lädt alle Forschenden herzlich ein, dort ihre mit Marvin realisierten Projekte ins Rampenlicht zu stellen.