Core2Edge: Wie Tumorzellen das Gehirn erobern
Das Glioblastom ist ein aggressiver Hirntumor, der weit in das umliegende Hirngewebe einwächst. Auch nach der Operation bleiben deshalb Tumorzellen im Gehirn zurück und der Tumor tritt erneut auf. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben mit Core2Edge ein vollständig auf menschlichem Gewebe basierendes Modell entwickelt, das diese schwer zugänglichen Randbereiche des Tumors realitätsnah abbildet. Damit lässt sich die Invasionsfront untersuchen und neue Wirkstoffkandidaten lassen sich direkt an humanem Gewebe testen - und das ohne Tierversuche. Die Arbeit der Brain Tumor Translational Research Group wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Protocols veröffentlicht.
Frank Holz für Science Breakthrough of the Year 2026 nominiert
Ein herausragender Erfolg für die Medizinische Fakultät Bonn: Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und Professor an der Universität Bonn, hat es auf die Shortlist der „Falling Walls Science Breakthrough of the Year 2026" in der Kategorie Life Sciences geschafft. Damit gehört sein Projekt zu den Top 30 wissenschaftlichen Innovationen des Jahres in dieser Kategorie, die vom renommierten Falling Walls Science Summit ausgezeichnet werden. Bereits die Aufnahme in diese Auswahl ist eine bemerkenswerte internationale Anerkennung. Die Kür der Gewinnerinnen und Gewinner in den einzelnen Kategorien findet vom 6. bis 11. November auf dem Falling Walls Science Summit in Berlin statt.
Krafttraining aktiviert Muskelreparatur
Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim, Bonn und Freiburg hat entschlüsselt, wie Muskeln auf Krafttraining reagieren. Die Befunde helfen, Trainingsprogramme für Athlet*innen und Patient*innen zu verbessern und einem Muskelverlust im Alter entgegenzuwirken. Krafttraining gilt als unerlässlich für die Aufrechterhaltung der Muskulatur. Selbst für ältere Menschen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation moderates Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche. Dies wirke dem Verlust der Muskelkraft entgegen. Die neue Studie wird in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Nature Communications“ vorgestellt.
KI-Modell verbessert Vorhersage von Verletzungen im Frauen-Spitzenfußball
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) und der Universität Bonn und mit Beteiligung des Barça Innovation Hub (BIHUB), der medizinischen Abteilung des FC Barcelona und des Unternehmens Made of Genes hat einen computergestützten Ansatz entwickelt, der die Vorhersage von Verletzungen im Frauen-Spitzenfußball verbessert. Die in „npj Digital Medicine“ veröffentlichte Studie kombiniert künstliche Intelligenz, Überlebensanalyse, statistische Kalibrierung und Entscheidungstheorie, um die Risikovorhersage in ein nützliches Instrument für die klinische und sportliche Praxis zu verwandeln.
DAAD-Mittel: Universität Bonn bundesweit auf Platz sechs
Die Universität Bonn gehört bei der Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zu den führenden Hochschulen Deutschlands. In der aktuellen Förderbilanz für das Jahr 2025 erreicht sie mit einem Gesamtförderbetrag von rund 9,18 Millionen Euro bundesweit Platz sechs unter den DAAD-Mitgliedshochschulen. Damit hat die Exzellenzuniversität sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze verbessert. Bonn ist in der Auswertung die förderstärkste Universität in Nordrhein-Westfalen.
Universität Bonn verleiht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Schwarz die Ehrendoktorwürde
Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn verleiht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Schwarz die Ehrendoktorwürde. Der Fakultätsrat fasste den Beschluss hierzu einstimmig. Mit der Auszeichnung würdigt die Universität Bonn nicht nur die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von Helmut Schwarz als einem der international führenden Forscher auf dem Gebiet der Organischen Chemie, sondern auch sein außergewöhnliches Engagement für das deutsche Wissenschaftssystem und für die Universität Bonn.
Herzerkrankungen früh erkennen: Uniklinik Bonn startet Herz Check Bonn auch im P26
Rund 350.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass deutschlandweit über eine Millionen Menschen mit einer unerkannten Herzerkrankung leben. Viele dieser Erkrankungen bleiben über Jahre hinweg unbemerkt – dabei sind sie häufig gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Mit dem Herz Check Bonn bringt das Universitätsklinikum Bonn (UKB) ein wissenschaftliches Projekt zur medizinischen Früherkennung direkt in die Stadtteile: Ein Jahr lang können Bonnerinnen und Bonner ab 18 Jahren ihr Herz an sechs Standorten im Bonner Stadtgebiet kostenlos und ohne Termin checken lassen. Einer der Standorte ist das P26, das Haus des Wissens und der Forschung der Universität Bonn, in der Poststraße 26 in der Bonner Innenstadt. Hier macht der Herz Check aktuell samstags von 14.30 bis 17 Uhr Station.
Darm als Mitspieler der Immuntherapie bei MS
B-Zell-Depletionstherapien, bei denen B-Zellen des Immunsystems, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei Multipler Sklerose (MS) antreiben, vorübergehend entfernt werden, trugen in den letzten Jahren wesentlich zu einer verbesserten Behandlung Betroffener bei. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universitäten Bonn, Basel, Toronto und Yale sowie ihre Kooperationspartner haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, durch den B-Zell-Depletionstherapien zu einem besseren Krankheitsverlauf bei Patient*innen mit MS beitragen. Überraschenderweise scheint die Behandlung einen Teil ihrer positiven Wirkung dadurch zu entfalten, dass sie regulatorische Immunzellen mobilisiert, die natürlicherweise im Darm ansässig sind. Diese Studie wurde nun in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.