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ERC Proof of concept

Förderoption für laufende oder bereits abgeschlossene ERC-Projekte

Der ERC hat im März 2011 den „ERC Proof of Concept“ eingeführt, mit dem Forscher gefördert werden sollen, denen bereits eine ERC-Förderung gewährt wurde.

ERC-Finanzhilfeempfänger können einen Antrag auf diese zusätzliche Förderung stellen, um das Innovationspotenzial von Ideen zu ermitteln, die aus ihren vom ERC geförderten Pionierforschungsvorhaben resultieren.  

Ziel eines Proof-of-Concept-Projektes soll es sein, das Marktpotential einer solchen Idee zu überprüfen. Der ERC finanziert hiermit also keine Forschungsaktivitäten, sondern Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf die Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung der Idee.

Die Förderung steht grundsätzlich ERC-Projekten aus allen Fachbereichen offen: So kann auch die Umsetzung innovativer Ideen im öffentlichen und nichtkommerziellen Bereich gefördert werden, etwa wenn es um die Lösung sozialer Probleme oder um die Verwirklichung von Umweltschutzzielen geht. Bei solch spezifischen Proof of Concept-Projekten muss allerdings ein gesamtgesellschaftlicher oder sogar ein volkswirtschaftlicher Nutzen deutlich erkennbar sein. Die Förderung klassischer Fachkonferenzen sieht der ERC mit diesem Instrument beispielsweise nicht vor.

Die Förderung kann verwendet werden für

  • Marktforschung,
  • technische Validierung,
  • Machbarkeitsstudien,
  • die Klärung von Fragen des geistigen Eigentums,
  • die Analyse von Geschäftschancen oder
  • die Erstellung eines Business-Plans.

Die Kernfrage ist also, ob die aus der Idee entstandene Lösung (Produkt, Verfahren, Dienstleistung) auf dem Markt eine Chance hat. Welche Informationen muss man dafür einholen? Welche Schritte führen auf den Markt? Und zuletzt: würden Sie Ihr eigenes Geld in diese Idee investieren?

 

Kurzinformation:

Budget und Laufzeit: maximal 150.000 Euro für einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten

Forschungsthema: offen für alle Forschungsbereiche ("bottom-up")

Förderung: 100 % der direkten Projektkosten plus 25 % Overhead für indirekte Kosten

Gastinstitution: Universitäten/Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen, internationale Organisationen und Unternehmen mit Sitz in einem EU-Mitglied- bzw. an das Rahmenprogramm Assoziierten Staat

Antragstellung: maximal sieben Seiten, auf denen die Idee, die Innovationsstrategie, ein Plan der Aktivitäten und eine Budgetkalkulation dargelegt werden müssen; wichtig ist, dass die Beziehung zum ERC-Projekt dargestellt wird.

Folgende Bedingungen sind bei der Antragstellung zu beachten:

  • Der Proof of Concept-Grant richtet sich ausschließlich an Forschende, die bereits einen ERC-Grant (StG/CoG/AdG/SyG) erworben haben.
  • Das ERC-Projekt muss noch laufen oder darf nicht länger als ein Jahr abgeschlossen worden sein (Stichtag: 1. Januar des jeweiligen Arbeitsprogramms).
  • Die Gasteinrichtung muss sich in der EU oder einem Assoziierten Staat befinden und den Principal Investigator mindestens für die Dauer des Projektes anstellen

Zeitplan und Stichtage finden Sie hier.

Evaluierung: Anträge werden in einem Peer-Review-Verfahren von unabhängigen Experteninnen und Experten in einer Stufe begutachtet. Diese haben in vielen Fällen keine gesonderte fachliche Expertise, sondern Business-Kompetenz. Entsprechend allgemeinverständlich muss der Antrag formuliert sein.

Mehrere Gutachter/innen bewerten die Anträge individuell nach folgenden Kriterien:

  • Excellence (Innovationspotential der Idee)
  • Impact (Charakter und Auswirkungen der Innovation)
  • Quality and efficiency of the implementation (Qualität des Proof of Concept-Plans)

Die Bewertung erfolgt für jedes der drei Kriterien nach dem sogenannten "Pass/Fail"-Prinzip. Um gefördert zu werden, muss ein Antrag für jedes Kriterium die Zustimmung (ein "pass mark") der Mehrheit der Gutachter/innen erhalten. Diese Anträge werden dann gerankt.

 

 

Weitere Informationen mit Ergebnissen vergangener Ausschreibungen finden Sie unter http://www.eubuero.de/erc-proof.htm und http://erc.europa.eu/proof-concept#

 

Für den Fall, daß Sie eine antragsreife Idee haben, welche auf einer Erfindung beruht, senden Sie bitte vorab eine Erfindungsmeldung, damit die Universität für Sie diese Idee durch ein Patent sichern kann und so die Erfolgsaussichten gesteigert werden.

Anmerkung: "Erfindung" wird gemäß ständiger Rechtsprechung  als "Lehre zum technischen Handeln" definiert. Eine "Lehre zum technischen Handeln" ist definiert als:

    a) planmäßiges Handeln,

    b) um beherrschbare Naturkräfte zur Erzielung eines kausal übersehbaren Erfolges einzusetzen,

    c) ohne menschliche Verstandestätigkeit zwischenzuschalten,

    d) wobei der kausal übersehbare Erfolg die unmittelbare Folge des Einsatzes beherrschbarer Naturkräfte ist.

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