Mental Health First Aid (MHFA) – Erste Hilfe für die mentale Gesundheit
Das Thema der mentalen Gesundheit ist in den letzten Jahren immer weiter in den Fokus gerückt. Die Anzahl psychischer Probleme und Beeinträchtigungen steigt, so sind mehr als 40 % der deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen. Die MHFA-Weiterbildungen sind ein wissenschaftlich evaluiertes und evidenzbasiertes Programm. Die Untersuchungen kamen u. a. zu dem Ergebnis, dass die Kurse einen positiven Nebeneffekt haben, z. B. bei der Reduktion von stigmatisierenden Haltungen und in der Stärkung der eigenen mentalen Gesundheit. So gibt es seit einiger Zeit auch an der Universität Bonn die Möglichkeit, an MHFA-Weiterbildungen teilzunehmen und Teil des Netzwerkes zu werden.
Diese Seite richtet sich sowohl an Personen, die daran interessiert sind, an einem MHFA-Kurs teilzunehmen oder Teil unseres Netzwerkes zu werden als auch an Personen, die gerne mit ausgebildeten MHFAs ins Gespräch gehen möchten. Die folgenden Informationen sollen Ihnen dabei helfen, einen Überblick über das Konzept sowie die Angebote an der Universität Bonn zu bekommen.
Der Weg hin zu MHFA an der Universität Bonn
Die Unterstützung der mentalen Gesundheit hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Bedarf hat sich nicht nur durch eine Pilotbefragung Studierender zum Thema mentaler Gesundheit an der Uni Bonn gezeigt, es gab auch Anfragen von Studierenden und Kolleg*innen aus verschiedenen Bereichen, ob die Durchführung von MHFA-Kursen auch an der Universität Bonn möglich wäre. Es erfolgte als nächster Schritt die Erstellung eines Konzeptes zur Durchführung von MHFA-Kursen unter der Federführung von Healthy Campus Bonn, wobei verschiedene Akteur*innen der Universität Bonn einbezogen wurden.
Am Ende des Prozesses erfolgte die Zustimmung der beiden Steuerungsgruppen Healthy Campus Bonn Beschäftigte und Studierende zum vorgelegten Konzept.
Weiterbildung MHFA
Ziele und Inhalte der Weiterbildung
Der Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Laien für das Erkennen psychischer Probleme bei anderen Personen. Dabei gibt es folgende Themenschwerpunkte: Depressionen, Angststörungen, Psychosen und Suchtproblematiken. Die Teilnehmenden lernen adäquate Maßnahmen zur ersten Hilfe für die zuvor genannten Erkrankungen kennen und üben diese.
Zielgruppen
- Beschäftigte mit beratender Funktion, z. B. Mitarbeitende in Prüfungs- und Promotionsbüros, Studiengangsmanager*innen
- Studierende mit Beratungsfunktion, z. B. Tutor*innen, Mitglieder in Gremien wie AStA, Fachschaften
Welche Kompetenzen haben MHFAs an der Universität Bonn?
Die MHFAs tragen zur Reduktion von stigmatisierenden Haltungen gegenüber psychischen Erkrankungen bei. Bei ihnen entsteht weniger ein Gefühl von Schockstarre und Hilflosigkeit, wenn sie in Situationen geraten und auf Menschen treffen, die eine akute psychische Krise haben oder auf dem Weg sind, eine psychische Beeinträchtigung zu entwickeln. Die MHFAs trauen sich zu, Hilfe anzubieten oder in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren. Sie verweisen bei Bedarf an professionelle Beratungsstellen innerhalb oder außerhalb der Uni Bonn.
Was können MHFAs nicht anbieten?
In den Gesprächen mit MHFAs werden keine medizinischen Diagnosen gestellt. Die Gespräche sind keine Psychotherapie und nicht für eine längere Dauer vorgesehen.
Wenn Sie Beratung zu gesundheitlichen oder psychischen Belastungen, Konflikten oder Unterstützung in anderen Bereichen wie Gleichstellung oder Familienthemen suchen, wenden Sie sich gerne an die Beratungsstellen der Universität Bonn. Die Kolleg*innen haben einen entsprechenden fachlichen Hintergrund und helfen Ihnen bei Bedarf auch, weitere Anlaufstellen außerhalb der Universität zu finden:
Hinweis: Richtlinien von MHFA
Unabhängig von der Teilnahme an den MHFA-Weiterbildungen gibt es die Möglichkeit, die offiziellen Richtlinien zu nutzen, insbesondere wenn kurzfristig Informations- und Unterstützungsbedarf entsteht. Die Richtlinien geben Tipps im Umgang mit betroffenen Personen und Hintergründe zur jeweiligen Thematik, wie z. B. Umgang mit Depressionen, mit Essstörungen, mit Suizidgedanken oder mit problematischem Alkoholkonsum. Die jeweiligen Richtlinien können Sie sich auf der Webseite des deutschen MHFA-Weiterbildungsanbieters kostenlos herunterladen.
Evaluation und Qualitätssicherung des Konzeptes
Alle MHFAs an der Universität Bonn werden gebeten, ihre Gespräche zu dokumentieren. Dies erfolgt selbstverständlich anonym. Dadurch wird es uns ermöglicht, einen Überblick über den Beratungs- und Unterstützungsbedarf zu bekommen und ggf. gezielte Angebote zu entwickeln. Damit ist die Dokumentation ein erster wichtiger Baustein für die Qualitätssicherung.
Weitere Schritte sind in Planung und werden nach und nach eingeführt.
Netzwerktreffen für Personen mit MHFA-Weiterbildung
Uns ist es wichtig, die Teilnehmenden auch nach einem MHFA-Kurs zu begleiten und zu unterstützen. Daher haben wir Netzwerktreffen ins Leben gerufen. Dies ist ein weiterer Baustein zur Qualitätssicherung des Konzeptes an der Universität Bonn.
Für Beschäftigte mit MHFA-Weiterbildung
Die Netzwerktreffen finden 2x pro Jahr statt und dauern 2 - 2,5 Stunden. In diesen Treffen gibt es die Möglichkeit zum kollegialen Austausch sowie zur fachlichen und kollegialen Beratung. Zudem geht es um eine gute Selbstfürsorge und die Stärkung der eigenen mentalen Gesundheit. Die Informationen zu den Netzwerktreffen finden Sie in einem geschützten Bereich auf Confluence. Dieser ist für alle MHFAs an der Uni Bonn freigeschaltet.
Für Studierende mit MHFA-Weiterbildung
Nachdem 2025 der erste Kurs für Studierende mit Beratungsfunktion (z.B. aus Fachschaften oder AStA) stattgefunden hat, werden zum Ende des Jahres auch hier Netzwerktreffen starten. Diese sollen dem Austausch unter den MHFAs, dem Auffrischen und Erweitern des Wissens sowie der Selbstfürsorge der MHFAs dienen.
Weitere Informationen folgen in Kürze.
Bereiche mit weitergebildeten Personen
Nachfolgend finden Sie eine Auflistung von Bereichen an der Universität Bonn, in denen es bereits Personen gibt, die an einem MHFA-Kurs teilgenommen haben. Diese Auflistung ist nach Zielgruppen sortiert und wird regelmäßig ergänzt.
Für Beschäftigte
Die folgenden Bereiche richten sich mit ihrer Beratung oder Serviceleistung an Beschäftigte der Uni Bonn.
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Für Studierende
Die folgenden Bereiche richten sich mit ihrer Beratung oder Serviceleistung an Studierende der Uni Bonn.
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Für Promovierende
Die folgenden Bereiche richten sich mit ihrer Beratung oder Serviceleistung an Promovierende der Uni Bonn.
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