Forschende stellten aktuelle Arbeiten aus dem Exzellenzcluster PhenoRob sowie dem Verbundprojekt DigiKliMAP vor, in denen innovative Technologien für eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft entwickelt und gemeinsam mit Praxispartnern erprobt werden.
Der Besuch fand im Rahmen der Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Bei einem Rundgang über die Versuchsflächen erhielt die Ministerin Einblicke in Forschungsprojekte, die moderne Sensorik, Robotik und Künstliche Intelligenz nutzen, um Pflanzen präziser zu beobachten, Erträge zu sichern und landwirtschaftliche Betriebe bei der Anpassung an Wetterextreme zu unterstützen.
KI und Robotik für einen nachhaltigen Pflanzenbau
Prof. Dr. Cyrill Stachniss stellte Arbeiten aus dem Exzellenzcluster PhenoRob vor. Dort entwickeln Forschende aus Robotik, Geodäsie, Informatik, Pflanzenwissenschaften und Agrarökonomie gemeinsam neue Technologien für einen nachhaltigen Pflanzenbau. Ziel ist es, autonome Systeme, Künstliche Intelligenz und moderne Sensorik so einzusetzen, dass landwirtschaftliche Produktionssysteme ressourcenschonender, effizienter und zugleich resilienter werden.
Stachniss, Sprecher des Exzellenzclusters PhenoRob: „Künstliche Intelligenz in Kombination mit mobiler Robotik eröffnet uns neue Möglichkeiten, Pflanzen und ihre Umwelt präzise zu erfassen und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Neben der Grundlagenforschung spielt auch der Transfer eine wichtige Rolle in unserem Cluster. Durch unsere Startup-Kultur werden beispielsweise neue KI- und Robotiktechnologien über Ausgründungen in die Praxis überführt.“
Präzise Wetterdaten unterstützen regionale Betriebe
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war das Projekt DigiKliMAP, das im Rahmen des Förderprogramms „Europäische Innovationspartnerschaften für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-Agri)“ gefördert wird. Gemeinsam mit dem Leadpartner bio innovation park Rheinland e. V., landwirtschaftlichen Betrieben und der Universität Bonn entsteht ein digitales Netzwerk aus Wetterstationen und Bodensensoren.
Das Netzwerk liefert hochaufgelöste Klimadaten für die südliche Niederrheinische Bucht und ermöglicht standortgenaue Wetterprognosen sowie Frühwarnungen vor Spätfrost oder Starkregen. So können landwirtschaftliche Betriebe Bewirtschaftungsmaßnahmen gezielter planen sowie Wasser und Pflanzenschutzmittel bedarfsgerecht einsetzen. Die Daten stehen per App oder Browser zur Verfügung.
Schneller Transfer von Forschung in die Praxis
Der Besuch der Ministerin unterstrich die Bedeutung des Campus Klein-Altendorf als Forschungs- und Transferstandort der Universität Bonn. Hier werden neue Technologien unter realen Bedingungen entwickelt, wissenschaftlich untersucht und gemeinsam mit Partnern aus der Praxis für den Einsatz in der Landwirtschaft weiterentwickelt.
Prof. Dr. Ralf Pude, Wissenschaftliche Leitung Campus Klein-Altendorf: „Auf dem Campus Klein-Altendorf entwickeln wir neue Technologien nicht im Labor allein, sondern unter realen Bedingungen gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben. So können wir wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in Lösungen überführen, die Betriebe dabei unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und Ressourcen effizient einzusetzen.“