Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die weltweit häufigste Todesursache – vor allem, weil das erwachsene Herz nach einer Schädigung nur eine sehr begrenzte Regenerationsfähigkeit besitzt. Im Gegensatz dazu kann das Herz von Neugeborenen beschädigtes Gewebe vorübergehend regenerieren und sich an eine Herzbelastung anpassen. Das neu geförderte DFG-Projekt zielt darauf ab, die molekularen und zellulären Mechanismen zu verstehen, die dieser bemerkenswerten Regenerationsfähigkeit zugrunde liegen.
Die Forschung wird insbesondere untersuchen, wie zwei zentrale Zelltypen zur Regenration und Funktionsweise des Herzens, die Fibroblasten und Kardiomyozyten, miteinander kommunizieren, um die Herzreparatur und das Überleben nach einer Verletzung zu fördern. Mithilfe modernster Ansätze, darunter neugeborene Mausmodelle, Echokardiographie und Einzelzell-Transkriptomik, wollen die Forschenden in diesem Projekt Signalwege identifizieren, die potenziell im erwachsenen Herzen reaktiviert werden könnten.
Wie repariert sich das Herz eines Neugeborenen natürlich?
„Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie das neonatale Herz nach einer Verletzung auf natürliche Weise Regenerationsprogramme aktiviert“, sagt Dr. Mona Malek Mohammadi. „Durch die Identifizierung dieser Schutz- und Regenerationsmechanismen hoffen wir, zukünftige Strategien zu entwickeln, die dazu beitragen könnten, die Herzfunktion bei Personen mit Herzinsuffizienz wiederherzustellen.“
Das Projekt baut auf die jüngste Entdeckung der Gruppe auf, dass eine Drucküberlastung in einer der beiden Hauptkammern des Herzens in der frühen Lebensphase regenerative Mechanismen in beiden Ventrikeln aktiviert. Diese Reaktion ist durch eine verstärkte Vermehrung der Kardiomyozyten und eine verstärkte Bildung neuer Blutgefäße aus bereits bestehenden Gefäßen in beiden Ventrikeln gekennzeichnet. Der Beitrag der Fibroblasten zu diesem Regenerationsprozess, den sie im Rahmen dieses Projekts untersuchen wollen, ist jedoch nach wie vor unklar.
Die DFG-Förderung wird den Ausbau dieses Forschungsprogramms in den kommenden Jahren unterstützen. Dr. Mona Malek Mohammadi leitet eine eigenständige Forschungsgruppe am Institut für Physiologie I des Universitätsklinikums Bonn und der Universität Bonn, deren Forschungsschwerpunkte die kardiovaskuläre Regeneration, die neonatale Herzplastizität und zelluläre Wechselwirkungen, die eine Herzreparatur antreiben, sind.
DFG fördert Forschung zur Herzregeneration DFG fördert Forschung zur Herzregeneration
Bonner Forschungsteam untersucht Mechanismen zur Wiederherstellung geschädigter Herzzellen von Neugeborenen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn mit mehr als einer halben Million Euro. Das Forschungsteam um Dr. Mona Malek Mohammadi vom Institut für Physiologie I am UKB konzentriert sich auf die Erforschung neuartiger Mechanismen der Herzregeneration und des adaptiven Remodellings im neonatalen Herzen. Langfristiges Ziel ist es, regenerative Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.
DFG fördert Forschung zur Herzregeneration:
- Dr. Mona Malek Mohammadi untersucht Mechanismen zur Wiederherstellung geschädigter Herzzellen von Neugeborenen.
© Foto: UKB/Alessandro Winkler
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