Der Studiengang wurde 2006 an der Universität Bonn in Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eingerichtet. Seitdem vermittelt er Fach- und Führungskräften aus unterschiedlichen Berufsfeldern Kompetenzen für ein ganzheitliches Katastrophenrisikomanagement.
Zur Jubiläumsveranstaltung begrüßten Vertreterinnen und Vertreter der Universität Bonn und des BBK die Gäste. Für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät nahm Studiendekan Prof. Dr. Michael Meier teil, das BBK war durch Giulio Gullotta, Abteilungsleiter Zivilschutzausstattung, vertreten.
Studiengangsleiter Prof. Dr. Lothar Schrott blickte in seiner Festansprache auf die Entwicklung von KaVoMa zurück und richtete zugleich den Blick nach vorn. Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz und das Katastrophenmanagement hätten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verändert. Prof. Schott sagte: „Katastrophenvorsorge ist heute wichtiger denn je. Klimawandel, Extremwetter, Pandemien, technische Risiken und geopolitische Krisen zeigen, wie entscheidend gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte sind. KaVoMa verbindet seit 20 Jahren wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus der Praxis. Diese Verbindung wollen wir auch in Zukunft stärken und gemeinsam mit unseren Partnern dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Katastrophen zu machen.“
Internationale Perspektiven auf Katastrophenvorsorge
Internationale Impulse gaben zwei Keynotes zu aktuellen und künftigen Herausforderungen des Katastrophen- und Risikomanagements. Prof. Dr. Xiaomeng Shen, Vize-Rektorin der Universität der Vereinten Nationen in Europa und Direktorin des in Bonn ansässigen United Nations University Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), brachte die Perspektive der internationalen Katastrophen- und Risikoforschung ein. Eine weitere Keynote zum Thema “The Future of Disasters: Managing Threats and Hazards” hielt Prof. Dr. David Alexander, Emeritus Professor of Emergency Planning and Management am University College London sowie Visiting Professor an den Universitäten Tōhoku und Yamaguchi in Japan.
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden außerdem die Gründerinnen und Gründer sowie Dozierende des Studiengangs gewürdigt. Zudem fand eine Preisverleihung des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV) statt.
Mit seinem interdisziplinären Ansatz bringt KaVoMa seit 2006 wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrungen aus Katastrophenvorsorge, Bevölkerungsschutz und Risikomanagement zusammen. Damit richtet sich der weiterbildende Masterstudiengang insbesondere an Berufstätige, die Verantwortung in diesen Bereichen übernehmen oder ihre Kenntnisse vertiefen möchten.
20 Jahre KaVoMa: Wegbereiter und Wegbegleiter geehrt
Zum 20-jährigen Bestehen von KaVoMa wurden acht Persönlichkeiten geehrt, die den Studiengang aufgebaut und über viele Jahre geprägt haben.
Prof. Dr. Richard Dikau und Dietrich Läpke entwickelten bereits 1999 die erste Vision für das 2006 gestartete Studienangebot. Dikau, damaliger Leiter der Bonner Arbeitsgruppe „Geomorphologie und Umwelt“, leitete KaVoMa bis 2014. Läpke brachte als Leiter der damaligen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz sowie als LÜKEX-Projektgruppenleiter die Perspektive des praktischen Bevölkerungsschutzes ein.
Rita Müller-Geiger begleitete den Studiengang als Sekretärin und enge Mitarbeiterin von Richard Dikau und später Lothar Schrott. Sie war über viele Jahre eine wichtige organisatorische Stütze. Dr. Gabriele Hufschmidt prägte KaVoMa als erste wissenschaftliche Koordinatorin und vermittelt seit 2010 als Dozentin Grundlagen zu Verwundbarkeit und Resilienz.
Für ihren langjährigen Einsatz wurden auch Ralph Tiesler, ehemaliger Präsident und zuvor Vizepräsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sowie der frühere BBK-Abteilungsleiter Dr. Wolfram Geier gewürdigt. Geier unterstützte den Studiengang zudem als Dozent.
Prof. Dr. Thomas Glade von der Universität Wien übernahm in der frühen Entwicklungsphase zwischenzeitlich die Studiengangsleitung und begleitete die Akkreditierung. Wolfgang Schmiedecken, Kustos und akademischer Direktor in der Bonner Geographie, half mit engen Kontakten zum Rektorat und pragmatischen „rheinischen Lösungen“, organisatorische Hürden zu überwinden.
Weitere Informationen zum Studiengang:
https://www.kavoma.de