Ghana zählt seit vielen Jahren zu den strategischen Schwerpunktländern der Universität Bonn. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten bereits mit Partnern vor Ort zusammen, viele Beziehungen sind über Jahre gewachsen. Mit dem Beitritt zur Allianz führt die Universität diese Zusammenarbeit nun in ein Konsortium mit weiteren Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen über. So entstehen neue Möglichkeiten, bestehende Projekte weiterzuentwickeln, neue Partner zu gewinnen und größere Verbundvorhaben vorzubereiten.
„Internationale Forschung braucht mehr als fachliche Überschneidungen. Sie braucht Vertrauen, verlässliche Strukturen und Menschen, die Verbindungen herstellen“, erklärt Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn. „Die Ghana-NRW University Alliance setzt genau dort an: Sie verbindet die langjährigen Ghana-Beziehungen unserer Universität mit einem Hochschulnetzwerk in Nordrhein-Westfalen und schafft damit für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch bessere Voraussetzungen für gemeinsame Forschung, Lehre und Förderung.“
Wer bereits mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in Ghana kooperiert, kann bestehende Kontakte vertiefen und neue Vorhaben leichter in ein größeres Netzwerk einbinden. Wer eine Zusammenarbeit erst aufbauen möchte, findet über die Allianz schneller Orientierung, Ansprechpartnerinnen sowie Ansprechpartner und profitiert von Einblicken in die Erfahrungen anderer Mitgliedsuniversitäten. Gerade für größere Verbundprojekte kann dieser gemeinsame Rahmen entscheidend sein.
Regionalbüro erleichtert Zusammenarbeit
Eine zentrale Rolle spielt das Regionalbüro der Allianz in Accra. Es ist Anlaufstelle für Forschende, Studierende und Hochschulen aus Ghana als auch Nordrhein-Westfalen und bringt Menschen zusammen, die an ähnlichen Fragen arbeiten oder gemeinsame Projekte entwickeln wollen. Das Büro vermittelt Kontakte, begleitet bestehende Partnerschaften und unterstützt den Aufbau neuer Kooperationen. Auch Mobilität, gemeinsame Lehrformate und Forschungsvorhaben lassen sich über diese Anlaufstelle gezielter vorbereiten und umsetzen. Für Studierende schafft das Büro zusätzliche Unterstützung: Deutsche und ghanaische Studierende, die an einem Austausch teilnehmen, vernetzt es miteinander und erleichtert ihnen so die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt. Bei Herausforderungen oder Fragen während des Auslandsaufenthalts ist es Anlaufstelle für Bonner Studierende und soll – durch einen regelmäßigen Austausch mit den Visavergabestellen – zusätzlich zu Verbesserungen bei Visaantragsprozessen beitragen.
Seit Juli 2026 leitet Justice Kofi Bimpeh das Regionalbüro, das als Schnittstelle zwischen fachlichem Interesse, institutioneller Abstimmung und praktischer Umsetzung fungiert. „In vielen internationalen Kooperationen entscheidet der frühe Zugang über den Verlauf eines Projekts: Wer sind die passenden Partner? Welche Strukturen gibt es vor Ort? Welche Förderformate kommen infrage?“, erklärt Prorektorin Münch. „Das Regionalbüro in Accra hilft unseren Forschenden, solche Fragen früh zu klären.“ Zugleich stärkt die Allianz die internationale Sichtbarkeit der Universität Bonn: Ihre Ghana-Aktivitäten werden Teil eines größeren Hochschulverbunds, der Kompetenzen zusammenführt und gegenüber Partnern sowie Förderorganisationen geschlossen auftritt.
Langjährige Partnerschaften als solides Fundament
Die Universität Bonn bringt in die Allianz ein breites Fundament gewachsener Beziehungen ein. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit führenden Hochschulen in Ghana zusammen, darunter die University of Ghana, die Kwame Nkrumah University of Science and Technology und die University of Cape Coast. An letzterer engagiert sich Professor Benjamin Kofi Nyarko zudem als Bonn University Ambassador und stärkt auch dadurch den wissenschaftlichen Austausch.
Die bereits etablierten Partnerschaften reichen dabei weit über einzelne Projekte hinaus. Forschende beider Länder untersuchen gemeinsam Fragen der Globalen Gesundheit und Pandemieprävention, der nachhaltigen Entwicklung, des Klima- und Umweltschutzes, der Ernährungssicherheit und der Biodiversität. Hinzu kommen Kooperationen in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen die Verbindungen wichtige Zugänge: Promotionskooperationen, Summer Schools, Austauschprogramme sowie Stipendien- und Fellowshipformate ermöglichen frühe internationale Forschungserfahrungen.
Der Ghana-NRW University Alliance gehören die Universität Bonn, die Universität zu Köln als koordinierende Einrichtung, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund, die Universität Duisburg-Essen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Universität Siegen an.
Kontakt Universität Bonn
Mira Christ-Zöller
zoeller@verwaltung.uni-bonn.de
Kontakt Ghana-NRW University Alliance
Justice Kofi Bimpeh
Ghana-NRW University Alliance
Accra, Ghana
E-Mail: jbimpeh@uni-koeln.de
Website: https://uni.koeln/CZ6XM