Wissenschaften, Religionen, Politik und Medien setzen sich auf jeweils eigene Weise mit Wahrheit auseinander. Doch eines ist klar: Wenn Wahrheit gleichgültig wird, stehen Freiheit, Vertrauen und der Zusammenhalt unserer Gesellschaft auf dem Spiel. Grund genug, gemeinsam nachzufragen: Wofür brauchen wir Wahrheit? Wie können wir sie erkennen? Wer oder was bedroht sie – und warum lohnt es sich, für sie einzustehen?
Drei Tage, zahlreiche Perspektiven
Das vielfältige Programm erstreckt sich vom Abend des 8. bis zum Abend des 10. Oktober 2026 und verbindet unterschiedliche Veranstaltungsformate: von Planspielen und interaktiven Workshops über Podiumsdiskussionen bis hin zu einem multireligiösen Stadtspaziergang. Das vollständige Programm finden Sie hier. Um Anmeldung wird gebeten. Hier geht es zum Anmeldeformular.
Die Veranstaltung am 8. Oktober findet im Evangelischen Kirchenpavillon, Kaiserplatz 1, 53113 Bonn, statt. Veranstaltungsort am 9. und 10. Oktober ist der Universitätsclub Bonn, Konviktstraße 9, 53113 Bonn.
Das Forum Wahrheit wird von der Deutschen Telekom und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste als Kooperationspartner unterstützt.
Ausgewählte Highlights
Podiumsgespräch „Die Herausforderung interreligiöser Verständigung“
Freitag, 9. Oktober 2026, 13.00 Uhr
Der interreligiöse Dialog ist in vielen deutschen Städten selbstverständlich geworden, doch führt er wirklich zu mehr Verständnis zwischen den Religionen? Diskutieren Sie gemeinsam mit Vertreter*innen von Judentum, Christentum und Islam darüber, warum interreligiöse Verständigung gelingt oder woran sie scheitert. Dr. Mohammed Abdel-Rahem (Universität Paderborn), Dr. Markus Adolphs (Universität Bonn), Yael Attia (Universität Paderborn) und Jun.-Prof. Br. Dr. Stefan Walser (Universität Bonn) sprechen dabei auch über den Einfluss fundamentalistischer Gruppen auf den Dialog und die Rolle der säkulären Gesellschaft in Deutschland.
Workshop „Einfache Wahrheiten – komplexe Tatsachen“
Freitag, 9. Oktober 2026, 15:00 Uhr
Wie stark darf politische Kommunikation vereinfachen – und wann wird aus Vereinfachung Populismus? In dem interaktiven Workshop testen die Teilnehmenden ihr Wissen und ihre Urteilskraft in einer Pub-Quiz-artigen Mitmach-Aktion. Sie ordnen Social-Media-Postings von Politiker*innen und Aussagen aus Parteiprogrammen den jeweiligen Urheber*innen zu und setzen sich dabei spielerisch mit politischer Kommunikation und ihren Strategien auseinander.
Diskussionsveranstaltung „Welche Wahrheiten sollen und dürfen die Wissenschaften suchen?“
Freitag, 9. Oktober 2026, 17:30 Uhr
Wissenschaft ist frei – so garantiert es die Verfassung. Doch wie frei kann sie sein, wenn Forschung auf gesellschaftliche Ressourcen angewiesen ist und ihre Ergebnisse Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen? Gemeinsam mit Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Johannes Grave, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn, sowie Prof. Dr. med. Dr. h.c. Dr. h.c. Gerd Heusch, Präsident der Akademie der Wissenschaft und Künste, werfen Sie einen Blick auf die Frage, wer Forschung beeinflusst und welche Rolle Staat, Politik und Gesellschaft dabei spielen.
Multimediale Abendveranstaltung „EIN FUNKEN PLURIVERSUM“
Freitag, 9. Oktober 2026, 20:30 Uhr
Gibt es eine einzige Wahrheit – oder gibt es viele Wahrheiten? Unsere Welt wird von unterschiedlichen Kulturen, Erfahrungen und Lebensweisen geprägt. Was für die einen als wahr und richtig gilt, kann für andere ganz anders aussehen. „Ein Funken Pluriversum“ lädt ein, über Wahrheit, Gerechtigkeit und eine gemeinsame Zukunft nachzudenken. Welche Perspektiven werden gehört? Wer bestimmt, was als Wahrheit gilt? Und wie können unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander bestehen? Das Multimedia-Programm verbindet diese Fragen mit lateinamerikanischer Musik von Grupo Sal und Video-Projektionen von Johannes Keitel. Als Ehrengast ist Arturo Escobar, Vordenker des „Pluriversums“, zugeschaltet. Alberto Acosta gibt u.a. Impulse zum „Buen Vivir“ – der Idee eines guten Lebens im Einklang mit Mensch und Natur. Ein Abend über die Vielfalt von Wahrheit, unterschiedliche Perspektiven und die Frage: Wie gestalten wir gemeinsam unsere Zukunft?
Workshop „Täuschend echt: Deepfakes, KI und die Suche nach Wahrheit“
Samstag, 10. Oktober 2026, 15:00 Uhr
Wie gut können wir noch zwischen echt und künstlich unterscheiden? Im Workshop stellen die Teilnehmenden ihr eigenes Urteilsvermögen auf die Probe und versuchen, Deepfakes zu erkennen. Forschende geben Einblicke in die technischen Grundlagen der künstlich erzeugten Medieninhalte und zeigen, wo sowohl Menschen als auch Algorithmen bei deren Erkennung an Grenzen stoßen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz für unseren Umgang mit vermeintlich authentischen Bildern, Videos und anderen Medieninhalten bedeutet.