Mit dem fakultätseigenen Förderprogramm BONFOR („Bonner Forschung“) unterstützt die Medizinische Fakultät Bonn vielversprechende Nachwuchsforschende beim Start in eine wissenschaftliche Karriere. Durch eine Anschubfinanzierung bietet das Programm ein Sprungbrett in die Forschung.
Premiere: Der erste Transfer Award
Ein besonderer Höhepunkt des diesjährigen Symposiums war die erstmalige Verleihung des Transfer Awards. Ausgezeichnet wurden Projekte mit besonderem Potenzial, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen zu überführen. Die Bewertung übernahm eine Jury, die sich aus Expert*innen des Team Transfer der Medizinischen Fakultät und dem Transfer Center enaCom, der zentralen Serviceeinrichtung für Wissens- und Technologietransfer der Universität Bonn, zusammensetzte. Die Preise wurden von Dr. Florentin Schmidt, Innovationsmanager, und Dr. Julia Pawlick, Innovations- und Start-up Managerin an der Uni Bonn, übergeben.
Die Jury vergab drei mit insgesamt 1.000 Euro dotierte Preise:
- 1. Preis (500 Euro): Anja Rizzuto, Klinik für Neuroonkologie: Investigating glioblastoma vulnerabilities using advanced preclinical models and agents targeting intercellular network
- 2. Preis (300 Euro): Elisa Keller, Institut für Pathologie: Integrating organoid-based drug sensitivity testing into molecular tumor board workflows for therapeutic strati cation of cancers with variants of uncertain significance
- 3. Preis (200 Euro): Johanna Steinke, Institute for Cardiovascular Sciences: Characterization of the role of taurine and taurine transporter TAUT in mice on high-fat diet
Mit Anja Rizzuto und Johanna Steinke erhielten zwei Teilnehmerinnen sowohl einen SciMed-Posterpreis als auch einen Transfer Award. Ihre Projekte überzeugten die Jurys damit sowohl durch ihre wissenschaftliche Qualität als auch durch ihr Potenzial für den Transfer in Anwendung und Praxis. Anja Rizzuto: „Über den ersten Transfer Award freue ich mich sehr – gerade beim Glioblastom, einem der aggressivsten Hirntumoren, ist es entscheidend, Erkenntnisse aus dem Labor möglichst schnell in Richtung Anwendung zu denken. Die Auszeichnung bestärkt uns darin, dass unsere Arbeit an zellulären Netzwerken nicht nur wissenschaftlich relevant ist, sondern auch das Potenzial hat, eines Tages bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten anzukommen. Das BONFOR-Programm hat uns dafür den nötigen Freiraum gegeben."
Vorträge, Poster und Nachwuchsförderung
In Einzelvorträgen stellten die Geförderten am Vormittag die Ergebnisse ihrer mit verschiedenen Förderinstrumenten finanzierten Forschungsprojekte vor. Die besten Vorträge und Poster zeichnete die Fakultät mit dem BONFOR Research Award aus. Unter Beteiligung der Fachschaft Medizin fanden zudem eine Lunch-Podiumsdiskussion sowie eine Promotionsbörse mit Präsentationen der einzelnen Forschungsgruppen statt. Die Angebote richteten sich insbesondere an Medizinstudierende, die sich über wissenschaftliche Karrierewege informieren und ein geeignetes Thema sowie eine Forschungsgruppe für ihre Doktorarbeit finden möchten.
Für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wurden folgende Nachwuchsforschende ausgezeichnet:
BONFOR Research Award
- Aditya Rastogy, PhD (Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie): “Image super-resolution algorithm for scan-time reduction and quality enhancement of magnetic resonance imaging”
- Dr. Katharina Wall (Universitäts-Augenklinik): Structure-function correlation in diabetic retinal disease using innovative high-resolution imaging and lesion-specific microperimetry
- Dr. Thomas Zeyen (Klinik für Neuroonkologie): Diagnostic potential of Amide Proton Transfer-Weighted (APTw) MRI in glioblastoma
SciMed-Posterpreise
- Johanna Steinke (Institute for Cardiovascular Sciences): Characterization of the role of taurine and taurine transporter TAUT in mice on high-fat diet
- Anja Eßmann (Klinik für Alterspsychiatrie und Kognitive Störungen): Autobiographical memory in congenital and late blind people in comparison to Aphantasia
- Charlotte Dorothea Liselotte von Grünberg (Klinik und Poliklinik für Allgemein-,
Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie): Local Gs-protein-mediated activation of enteric glial cells via opto-genetics in a transgenic mouse model - Anja Rizzuto (Klinik für Neuroonkologie): Investigating glioblastoma vulnerabilities using advanced preclinical models and agents targeting intercellular networks
Aditya Rastogy, Gewinner des BONFOR Research Awards fasst zusammen: "Ich bin dem BONFOR-Programm zutiefst dankbar für die Unterstützung meiner Forschung. Die Bereitschaft der Fakultät, bereits in einem so frühen Stadium in ambitionierte Ideen zu investieren, ist von unschätzbarem Wert. Diese Auszeichnung ist eine wunderbare Anerkennung unserer Bemühungen und ein wichtiger Ansporn, ehrgeizige Ideen weiterzuverfolgen. Mit unserem Algorithmus zur Bildverbesserung wollen wir MRT-Untersuchungen beschleunigen und gleichzeitig die den Ärzten zur Verfügung stehenden diagnostischen Informationen verbessern, was letztlich der Patientenversorgung zugute kommt.“ Das Symposium brachte Stipendiat*innen der Programme SciMed, BONFOR, ACCENT, MSSO und Neuro-aCSis zusammen und bot einen umfassenden Überblick über aktuelle medizinische Forschung am Standort Bonn. Gleichzeitig förderte es den Austausch zwischen Nachwuchswissenschaftler*innen, Studierenden und Forschungsgruppen und unterstrich die Bedeutung der Nachwuchsförderung an der Medizinischen Fakultät Bonn.