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Früh übt sich, wer ein Meister-Astronom werden will

Neue Schülerforschungsgruppe an der Universität Bonn

Schon 13-Jährige können künftig an der Universität Bonn Daten aus den unendlichen Weiten des Weltraums sammeln und analysieren. Mit diesem neuen Angebot will das Argelander-Institut für Astronomie Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren anleiten, Forschungsaufgaben selbständig anzugehen und systematische Untersuchungen von astronomischem Beobachtungsmaterial anzufertigen.

Die 18-jährige Svenja, Schülerin am St. Ursula Gymnasium in Brühl, macht einen zufriedenen Eindruck. Sie hat soeben in den Daten von 500 Sternen einen Himmelskörper gefunden, der eindeutig einen regelmäßigen Lichtwechsel zeigt. Der Stern leuchtet 10.000 mal schwächer als die gerade noch mit bloßem Auge sichtbaren Objekte. Er gehört zu einer Klasse von veränderlichen Himmelskörpern, die bei der Entfernungsbestimmung im Weltall eine besondere Rolle spielen.

Svenja ist Teilnehmerin der so genannten "Schülerforschungsgruppe" am Argelander-Institut für Astronomie der Bonner Universität. In den kommenden Wochen wird die Abiturientin noch weitere Objekt sichten und ihre Eigenschaften systematisch untersuchen. Die Ergebnisse wird Svenja dann in ihrer Schule in einem Vortrag präsentieren. Außerdem fertigt sie über die Ergebnisse einen Projektbericht an. Die Beobachtungsdaten, mit denen sie arbeitet, stammen ebenfalls von Schülern aus Bonn, Ahrweiler, Troisdorf und Aschaffenburg: Teilnehmer eines Praktikums am Observatorium Hoher List haben sie aufgenommen und im Bonner Institut vorbearbeitet.

Seit einigen Jahren bereits gibt es an der Uni Bonn die Schülerforschungsgruppe. Dabei kommt den Nachwuchs-Astronomen zu Gute, dass das Argelander-Institut mit dem Observatorium Hoher List in der Eifel über eine Station verfügt, in der eigene Beobachtungen möglich sind. Richtete sich das Angebot bisher an Schülerinnen und Schüler ab der 11. Klasse, können im kommenden Jahr erstmals auch Jugendliche ab 13 Jahren an einem Beobachtungswochenende der Sternwarte teilnehmen. "Schon jüngere Schüler sollen so erste Erfahrungen mit der systematischen Arbeit eines Wissenschaftlers machen können", erklärt Dr. Michael Geffert, Leiter und Initiator der Schülerforschungsgruppe. "Das Argelander-Institut für Astronomie will so junge Menschen anleiten, Forschungsaufgaben selbständig anzugehen und systematische Untersuchungen von astronomischem Beobachtungsmaterial anzufertigen."

Geffert sieht in der Arbeit der Jugendlichen auch eine Möglichkeit für die Wissenschaft, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen: "In ihren Forschungsarbeiten können die Schüler Probleme angehen, die sonst von Wissenschaftlern eher am Rande bearbeitet werden - wenn überhaupt."

Die Schülerforschungsgruppe im Internet:
http://www.astro.uni-bonn.de/~webaiub/german/public_saifa.php

Kontakt:
Dr. Michael Geffert
Schülerforschungsgruppe am Argelander-Institut für Astronomie
Telefon: 0228/73-3648
E-Mail:
geffert@astro.uni-bonn.de

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