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Studie belegt: Fast food macht Kinder dick

Body-Mass-Index ist bei Konsumenten jeder Altersstufe höher als bei Mädchen und Jungen, die auf Burger & Co verzichten

Dass Hamburger, Döner, Pizza oder Fritten bereits in jungen Jahren dick machen, wird schon lange vermutet. Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Kinderernährung - einer der Universität Bonn angegliederten Einrichtung - haben nun erstmals belastbare statistische Daten für diesen Zusammenhang vorgelegt. Schon bei sechsjährigen Fast-Food-Konsumenten ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI) demnach höher als bei Kindern, die auf Burger & Co verzichten. Der BMI berechnet sich aus Körpergröße und -gewicht; je höher der Wert, desto dicker das Kind.

Die Zahlen aus den USA sind mehr als alarmierend: Bei mehr als 30 Prozent aller 2- bis 19-Jährigen steht dort mindestens jeden zweiten Tag Fast food auf dem Speiseplan. Deutschlands Nachwuchs ist (noch) nicht so weit. Doch auch hierzulande speist bereits jeder dritte männliche Jugendliche mindestens einmal pro Woche in der Frittenbude oder dem Schnellrestaurant um die Ecke - Tendenz: steigend. Bei Mädchen ist die Zahl halb so hoch. Die Daten entstammen der so genannten DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study), die das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) seit 1985 durchführt. Rund 7.400 Ernährungsprotokolle von Kindern und Jugendlichen zwischen einem und 18 Jahren wurden für die Fast food-Untersuchung ausgewertet.

Die Auswirkung der kalorienreichen Kost ist schon heute messbar: "Jungen und Mädchen, die Fast food verzehren, haben einen höheren Body-Mass-Index als ihre Altersgenossen", erklärt Dr. Mathilde Kersting vom FKE. Der "BMI" (so die Abkürzung) zeigt an, ob ein Kind schlank, pummelig oder fett ist. Er berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm, dividiert durch das Quadrat der Körpergröße. Das Ergebnis ist eindeutig und zieht sich durch alle Altersgruppen: Egal, ob die Forscher Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren oder Jugendliche zwischen 13 und 18 miteinander verglichen, fast immer war der BMI in der Fast-food-Gruppe höher, wenn auch die Differenz nicht immer signifikant war. "Die Tendenz ist aber klar" betont Dr. Kersting.

Fast food-Menüs sind wahre Kalorienbomben

Fast food ist typischerweise reich an Fett und Energie. Wahre Kalorienbomben sind die vor allem bei älteren Jugendlichen beliebten "Menüs" aus Burger und Pommes frites, die meist noch mit einem zuckersüßen Softdrink heruntergespült werden. Fast food enthält nur wenige Ballaststoffe; diese sorgen jedoch normalerweise für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. "Hamburger-Brötchen, Fritten und Limonade haben zudem einen hohen Glykämischen Index", betont Mathilde Kersting. "Ihr Verzehr führt zu einer starken Blutzuckererhöhung, gefolgt von einer Unterzuckerung, die erneuten Hunger auslöst."

Eine Folge: Wer Fast food isst, nimmt insgesamt mehr Kalorien zu sich. "Die Mahlzeiten gelten oft als Snack für Zwischendurch; dabei kann ein Menü mehr als 1.300 Kilokalorien haben", sagt die FKE-Forscherin. "550 Kilokalorien reichen bei Zehn- bis Zwölfjährigen für eine Hauptmahlzeit völlig aus." Die Fast food-Konsumenten in der Studie nahmen denn auch je nach Alter täglich bis zu 15 Prozent mehr Kalorien zu sich als ihre Altersgenossen. Zudem ernähren sich Fast-food-Konsumenten insgesamt ungesünder: Sie essen seltener Obst und Gemüse und nehmen damit auch weniger Vitamine zu sich.

Ein Verbot von Fast food hält Kersting dennoch für wenig hilfreich, zumal es Burger, Fritten und Bratwürste erst recht attraktiv machen würde. "Wenn die Eltern ansonsten auf eine vernünftige Ernährung achten, schadet auch der wöchentliche Besuch im Schnellrestaurant nichts. Von den besonders energiereichen Fast food-Menüs ist aus unserer Sicht allerdings abzuraten!"


Kontakt:
Privatdozentin Dr. Mathilde Kersting
Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund
Institut an der Universität Bonn
Telefon: 0231/79-221018
E-Mail:
kersting@fke-do.de

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