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Mit Mikroskop der Unfruchtbarkeit auf der Spur

\"Männerheilkunde\" kann bei unerfülltem Kinderwunsch helfen

Ungewollt kinderlose Paare finden am Universitätsklinikum Bonn Hilfe. Dort bilden Dermatologie, Urologie, Endokrinologie und Gynäkologie ein Zentrum für Reproduktionsmedizin. Die Ursache eines unerfüllten Kinderwunschs liegt ebenso häufig beim Mann wie bei der Frau. Die relativ junge "Männerheilkunde", die so genannte Andrologie, befasst sich unter anderem mit Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann. Die Europäische Akademie für Andrologie zertifizierte letztes Jahr das Bonner Zentrum für Reproduktionsmedizin als Aus- und Weiterbildungszentrum für Andrologie. Weitere gibt es in Deutschland nur noch in Münster, Gießen, Marburg und Leipzig.

Rund jedes siebte Paar wünscht sich in Deutschland erfolglos ein Kind. Ein Paar gilt dann als unfruchtbar, wenn es innerhalb eines Jahres trotz regelmäßigen Verkehrs zu keiner Schwangerschaft kommt. Lange Zeit war gerade die Zeugungsunfähigkeit für den Mann ein Tabuthema, so dass sich zunächst hauptsächlich die Partnerin auf Unfruchtbarkeit untersuchen ließ. Aber eine Behandlung bei Kinderwunschpaaren muss beide einbeziehen. "Hier im Zentrum für Reproduktionsmedizin arbeiten Andrologen und Gynäkologen eng zusammen. Dabei setzen wir neben einer umfangreichen Paarbetreuung und Diagnostik in erster Linie auf konservative Therapiemethoden, bevor wir eine künstliche Befruchtung einleiten", erklärt Professor Dr. Gerhard Haidl, Leiter der Andrologischen Abteilung der Universitäts-Hautklinik. Die Gesundheitsreform kürzte die Zuzahlungen der Krankenkassen für die künstliche Befruchtung enorm.

Über 1000 neue männliche Patienten pro Jahr kommen zu den Bonner Andrologen. Mögliche Gründe für eine Zeugungsunfähigkeit entdecken die Ärzte unter dem Mikroskop. Denn für die Qualität der Samenflüssigkeit ist die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien entscheidend. Schleppen sich nur wenige Spermien träge und kraftlos zum Ei hin, ist die Chance auf eine Schwangerschaft sehr gering. Hodenhochstand, Hodentumore, Krampfadern im Hoden oder auch Entzündungen in den ableitenden Samenwegen kommen als Ursachen in Frage. "Es gibt vielversprechende Möglichkeiten dem Mann zu helfen, beispielsweise mit entzündungshemmenden Medikamenten", erklärt Professor Haidl. So heben die Bonner Andrologen bei jedem dritten ihrer Patienten die Spermaqualität an.

Bei Frauen sind dagegen gerade die meist gut zu behandelnden Hormonstörungen häufig Ursache für Unfruchtbarkeit. Auch kann der Eileiter durch Entzündungen in seiner Funktion gestört und verwachsen sein. "Aber selten hilft hier eine Eileiteroperation, weil ihr Erfolg stark vom Ausmaß des Schadens abhängig ist", konstatiert Professor Dr. Hans van der Ven, Leiter der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitäts-Frauenklinik.

Der Kinderwunsch ist für die Paarbeziehung sehr belastend, und der Zeitdruck ist für die meist schon etwas älteren Patienten enorm hoch. "Manche Paare kommen zu spät", sagt Professor van der Ven. Doch rund jedem zweiten Paar erfüllen die Ärzte am Bonner Reproduktionszentrum mit ihren umfangreichen Möglichkeiten bis hin zur künstlichen Befruchtung den Traum ein eigenes Kind im Arm zu halten.

Ansprechpartner:

Professor Dr. Gerhard Haidl
Leiter der Abteilung für Andrologie
Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5822
E-Mail:
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Professor Dr. Hans van der Ven
Leiter der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des Universitätsklinikums
Telefon: 0228/287-5779
E-Mail:
[Email protection active, please enable JavaScript.]

Bilder zu dieser Presseinformation

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Professor Haidl (rechts) und Professor van der Ven untersuchen Samen unter dem Mikroskop
Fotos: Dr. Inka Väth
 
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