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Latein als Wissenschaftssprache der Neuzeit

Kongress der Internationalen Gesellschaft für neulateinische Studien

Aus der Zeit vom Beginn der Renaissance im 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart sind erheblich mehr lateinische Schriften überliefert als aus Antike und Mittelalter zusammen. Dennoch sind viele Texte noch weitgehend unerforscht - eine Tatsache, der die 1971 gegründete International Association for Neo-Latin Studies (IANLS) abhelfen möchte. Unter anderem um das Thema "Latein als internationale Wissenschaftssprache der Neuzeit" geht es vom 3. bis zum 8. August bei einem Kongress der IANLS an der Universität Bonn. Die Organisatoren erwarten mehr als 230 Teilnehmer aus Europa und den USA. Zu den rund 160 Vorträgen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Bis weit in die Neuzeit war Latein, was heute Englisch ist: die Sprache der Wissenschaft schlechthin - ob in Philosophie, Theologie, Rechtsprechung, Medizin oder den Naturwissenschaften.  So werden in der Biologie seit Linnés Systema Naturae (1735) auf Grund internationaler Vereinbarung alle neu entdeckten Arten von Lebewesen mit lateinischen Bezeichnungen versehen; aktuell warten beispielsweise mindestens drei Millionen noch nicht isolierter Bakterien auf ihre lateinischen Namen. Der diesjährige Kongress steht denn auch unter dem Motto "Latein als internationale Wissenschaftssprache seit Beginn der Renaissance." Weitere Tagungssektionen befassen sich mit dichterischen Textformen wie Drama, Poesie oder Satire, mit Leben und Werk einzelner Humanisten wie Petrarca und Erasmus sowie mit der Geschichte der Philologie.

An ein breiteres Publikum wendet sich Professor Dr. Clemens Zintzen von der Universität zu Köln in seinem Festvortrag mit dem grundlegenden Thema "Wie schafft man eine Kultur? Gedanken zur Entstehung der italienischen Renaissance." (Montag, 4. August, um 19 Uhr s.t. in Hörsaal I, Universitäts-Hauptgebäude) Gäste sind - wie übrigens zum gesamten wissenschaftlichen Programm - herzlich willkommen; lediglich das Begleitprogramm bleibt angemeldeten Teilnehmern vorbehalten.

Die IANLS ist der Weltdachverband der nationalen Gesellschaften zur Erforschung der lateinischen Sprache und Literatur seit der Renaissance. Sie bemüht sich seit ihrer Gründung um eine Förderung und bessere Koordinierung der internationalen Forschungsanstrengungen. Der Neulateiner-Kongress wird regelmäßig alle drei Jahre durchgeführt; der diesjährige zwölfte Kongress findet zum zweiten Mal (nach Wolfenbüttel 1985) in Deutschland statt.

Aktuelle Informationen zum Kongress gibt's im Internet unter
http://www.medneolat.uni-bonn.de/congress

Ansprechpartner:
Astrid Steiner-Weber und Arnold Becker
Seminar für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
Telefon: 0228/73-7630
E-Mail:
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