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kister scheithauer gross

kister scheithauer gross - 2. Preis

Beurteilung des Preisgerichts


Leitidee/ Konzept


Das Projekt überzeugt durch seine differenzierte und gekonnte architektonische und städtebauliche Volumetrie aus der Idee 4 verschiedene „Häuser“ (Seminar, Bibliothek und Hörsaal, Doktoranden und Institute) abzubilden und durch innere Wege um Freiräume miteinander zu verbinden. Das Raumpro-gramm führt zu einer Komposition aus Volumen die über eine funktionale und qualitätsvolle interne Erschließungsstruktur, Architektursprache und Materialität im Inneren wie Äußeren gebunden werden.

Die städtebaulich scheinbar symmetrische Ausgangssituation wird mit einem Gebäudekomplex der über eine geschickte Höhenstaffelung mit 3 bzw. 4 Geschossen basierend auf unterschiedlichen ökonomischen Geschosshöhen besetzt. Dabei greifen Gebäude und unterschiedliche Freiräume ineinander.

Hieraus schafft das Gebäude ein Angebot an Freiflächen mit funktionaler Zuweisung für Zugang, Vorplatz mit Café aber auch ein für den Campus passendes Mobilitätscluster. Überzeugend ist, dass sich der Freiraum der (Innen-)Höfe immer wieder zur inneren Erschließung und den inneren kommunikativen Bereichen hinwendet.

Funktionalität

Durch den Gestaltungsaufbau des Gebäudes ist die Funktionalität gut gelöst, die vertikale Erschließung ist gut angeordnet.
Die öffentlichen Bereiche mit eher im Norden zum Herz des Campus Poppelsdorf mit Café, Seminar, Bibliothek, Hörsäle zentral Management und Instituten im Süden jeweils mit den Sekretariaten im Norden (vor Kopf der Institute) im Übergang zum Hörsaalbereich und dem Doktorandenhau sind folgerichtig angeordnet.
In der horizontalen Schichtung/Entwicklung und Anordnung der Funktionen nach oben wird das Gebäude wohltuend ruhiger. Das Gebäude gliedert sich also sowohl von Norden nach Süden als auch von Erdgeschoss nach oben.
Defizite im Raum-und Funktionsprogramm wie wechselseitige Flächenzuordnung scheinen lösbar, die monotone Zellenstruktur im Bereich der Institute entspricht dabei jedoch typologisch nicht den Anforderungen und wird bezüglich des geforderten kommunikativen Ansatzes kritisch gesehen.

Komfort und Gesundheit

Durch viele zentrale Zugänge ist das Gebäude auch vielseitig mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Besonders interessant ist der Mobilitätshub im Zentrum des Gebäudes. Hierüber wird auch das Untergeschoss direkt erschlossen und dieses auch belichtetet.
Durch die Funktionalität des „gebauten Raumprogramms“ verfügt das Gebäude über einen hohen Nutzerkomfort, sowohl in den Räumlichkeiten selber als auch in der Bewegung im Gebäude, lediglich im Bereich der Büroräume wird die Struktur als unpassend gesehen.

Wirtschaftlichkeit und Ökologie

Das Konzept ist im Hinblick auf die architektonische Ausformung rational und kostenbewusst und sehr gut durchdacht und durchgearbeitet. Die Anordnung der in die Architektur integrierten Haustechnik auf dem Gebäudedach ist hierfür ein gutes Beispiel. Im Hinblick auf die Einhaltung der Nutzflächen hat das Konzept noch Defizite, hierin sind ursächlich alle weiteren Überschreitungen der Kennwerte begründet.
Die Aspekte von Ressourcenschonung, Energie und Ökologie sind gegeben, sollten im Falle einer Realisierung ebenfalls noch weiter ausgebaut werden.

Der Entwurf ist insgesamt ein bescheidener aber im kleinen vielfältiger und überraschender Auftritt mit sehr schönen Innen- und Außenräumen, der mit seiner klaren Grundlage auch anstehende Probleme wie die Einhaltung der Nutzflächen und weitergehende ökonomische und ökologische Fragestellungen lösen kann und gibt mit seiner prominenten Architektur zum Platz dem Ort eine neue Prägung.

Fotos der Modelle: © Volker Lannert / Universität Bonn

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