17. Juni 2026

Liquid Archive oder Welche Erinnerungen bewahrt das Wasser? Liquid Archive oder Welche Erinnerungen bewahrt das Wasser?

Zweites Kapitel der Ausstellung „Pflanzenwissen“ noch bis 6. September 2026

Unter dem Ausstellungstitel „Liquid Archive“ werden Film- und Fotoarbeiten der Künstlerin Jasmine Togo-Brisby aus Australien und Neuseeland präsentiert. „Welche Erinnerungen bewahrt das Wasser?“ So lautet die Ausgangsfrage des zweiten Kapitels von „Pflanzenwissen“, das laufende Forschungs- und Ausstellungsprojekt im Global Heritage Lab. Dort ist „Liquide Archive“ noch bis zum 6. September 2026 zu sehen.

Welche Erinnerungen bewahrt das Wasser?
Welche Erinnerungen bewahrt das Wasser? - Bones Bellies, Jasmine Togo-Brisby, 2021 © Jasmine Togo-Brisby / Universität Bonn
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„Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte“, erklärt die stellvertretende Direktorin des Global Heritage Lab (GHL), Argelander-Professorin Dr. Julia Binter, „erforscht Jasmine Togo-Brisby in 'Liquid Archive' Themen wie Erinnerung, koloniale Geschichte und Heilung. Durch Fotografien und die Videoarbeit 'Mother Tongue' aus dem Jahr 2020 schafft sie ein immersives Erlebnis“. Der Film zeigt die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Tochter am Wrack des Schiffs Don Juan, das mit dem sogenannten Blackbirding in Verbindung steht: "Der Begriff steht für die Verschleppung von Bewohnern der Pazifikinseln zur Vertragsknechtschaft auf australischen Zuckerrohrplantagen", erläutert Prof. Dr. Julia Binter.
Über Generationen hinweg, so die zugrunde liegende Idee dieses Ausstellungsteils, wirken Geschichten fort: im Körper, im Bild und im Meer als einem „flüssigen Archiv“, in dem Verlust, Widerstand und Fürsorge eingeschrieben sind. Die Fotoserie „From Bones and Bellies“ aus dem Jahr 2021 erweitert diese Erzählung. Eingetaucht in das Meer werden die Körper der Frauen zu Mahnmalen kolonialer Gewalt, während sie zugleich Resilienz, Überleben und Heilung verkörpern.

Pflanzenwissen - eine Ausstellungsreihe

Die Ausstellungsreihe „Pflanzenwissen – Ökologien des Erinnerns und Handelns“ zeigt, wie unsere Beziehungen zu Pflanzen, Ökosystemen und Gewässern historisch gewachsen sind. Die Ausstellung eröffnet Perspektiven für neue Formen des Zusammenlebens und der Wissensproduktion, um nachhaltiges Handeln und achtsames Zusammenleben mit Pflanzen und Umwelt anzuregen. Sie schafft einen Lern- und Begegnungsraum an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. “Pflanzenwissen” umfasst vier auf einander folgende Kapitel.

Über die künstlerischen Positionen hinaus, laden partizipative Angebote ein, sich aktiv an der Ausstellung zu beteiligen. In Kooperation mit der Pharmazeutischen Biologie der Universität Bonn ist ein Duftlabor entstanden. Für Familien und junge Leser:innen gibt es den Familien-Leseteppich, kuratiert vom Bonner Verein Der kleine Laden. In Kooperation mit der Theodor Wonja Michael Bibliothek hat die Erste Schwarze Bibliothek NRW für die Ausstellung eine Auswahl an Literatur kuratiert, die Perspektiven afrikanischer und afro-diasporischer Menschen sichtbar macht. Im Lehrforschungsprojekt Botanic Futures haben Studierende in den Botanischen Gärten der Universität Bonn mit der Künstlerin Parisa Karimi Zyanotypien (Pflanzendrucke) und Zines (selbstgemachte Magazine) geschaffen, die zur Neubegegnung mit Pflanzen einladen.

Öffnungszeiten des Global Heritage Lab: Mi–So 14–18 Uhr
Eintritt für das P26: 4,50 € / ermäßigt: 2,50 €; Studierende Universität Bonn: Eintritt frei.
Ort: Global Heritage Lab, P26, Poststraße 26, 53111 Bonn.
Mehr zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm

Die Ausstellungsreihe wird vom Bonn Center for Dependency and Slavery Studies (BCDSS) gefördert und ist in Kooperation mit den Botanischen Gärten sowie der Pharmazeutischen Biologie der Universität Bonn entstanden.

Ansprechpartnerin für Medien:
Jun.-Prof. Dr. Julia Binter, Argelander-Professorin für Kritische Museums- und Heritage Studien, Universität Bonn, stv. Direktorin des Global Heritage Lab, Universität Bonn
Julia.binter@uni-bonn.de


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