„Jeder kann auf Phishing hereinfallen“
Im Podcast macht Wübbeling deutlich: „Jeder kann auf Phishing hereinfallen.“ Cyberkriminelle nutzen gezielt menschliche Verhaltensmuster aus: Zeitdruck, Routinen und vermeintlich vertraute Umgebungen sollen Menschen dazu bringen, unüberlegte Entscheidungen zu treffen.
Auch Personen mit hoher technischer Kompetenz seien davor nicht grundsätzlich geschützt, so Wübbeling. In einem Forschungsprojekt hat er gemeinsam mit Psychologen der Universität Duisburg-Essen sowie mit der IT-Abteilung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein untersucht, wie sich IT-Sicherheitsbewusstsein messen lässt.
Dabei stieß das interdisziplinäre Forschungsteam auf ein überraschendes Ergebnis: Sicherheitsschulungen führen nicht automatisch zu sichererem Verhalten. Wübbeling erläutert: „Die Menschen wussten im Grunde mehr durch die Schulung, haben sich aber unsicherer verhalten.“ Forschende sprechen in diesem Zusammenhang von „Overconfidence“ – dem Überschätzen der eigenen Fähigkeiten.
Von der Forschung zur Gründung
Wübbelings Forschungsergebnisse haben den Akademischen Oberrat dazu inspiriert, konkrete Anwendungen zu entwickeln. Das Transfer Center enaCom der Universität Bonn hat ihn bei der Gründung unterstützt: Identeco erkennt kompromittierte Zugangsdaten und schützt digitale Identitäten für Unternehmen. Auch der Leak-Checker ist ein Angebot von Identeco: Endverbraucher können mit dem Dienst kostenfrei prüfen, ob ihre E-Mail-Adresse in bekannten Datenlecks auftaucht.
Hypothese jetzt auch als Video
Die Folge erscheint am Donnerstag, 11. Juni 2026, auf allen gängigen Podcast-Kanälen. Zusätzlich ist der Podcast erstmals auch als Videomitschnitt auf YouTube verfügbar:
Dr. Wübbeling, sind User das größte IT-Risiko? | Uni Bonn
Bild © Universität Bonn / YouTube
Zugespitzt und wissenschaftsnah
Zugespitzt und wissenschaftsnah – das ist der „Hypothese“-Podcast der Uni Bonn. Jeden ersten Donnerstag im Monat stellen sich renommierte Gäste einer zugespitzten Hypothese zu einem gesellschaftlich relevanten Thema. Moderiert von dem Journalisten Denis Nasser wägt jeweils eine Expertin oder ein Experte den Wahrheitsgehalt der Titelaussage ab und gibt abschließend ein Votum ab, ob die finale Einschätzung eher in Richtung „verifiziert“ (also als „wahr bestätigt“) oder falsifiziert (als „unwahr“ bestätigt) gehen würde.
Ihr habt Fragen, Anmerkungen oder einen Themenvorschlag? Wir freuen uns, von Euch zu hören unter kommunikation@uni-bonn.de!