30. Oktober 2026

Heisenberg-Förderung für Wanja Wiese Heisenberg-Förderung für Wanja Wiese

Der Philosoph und Mathematiker forscht an der Uni Bonn zu Bewusstsein in künstlichen Systemen

PD Dr. Wanja Wiese von der Universität Bonn ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in das Heisenberg-Programm aufgenommen worden. Die fünfjährige Förderung ermöglicht Forschenden, hochkarätige Projekte zu verwirklichen und damit ihre wissenschaftliche Reputation weiter zu steigern. Wanja Wiese beschäftigt sich mit der Möglichkeit von Bewusstsein in künstlichen Systemen. Der Philosoph und Mathematiker wird mit bis zu 570.000 Euro gefördert.

Philosoph und Mathematiker PD Dr. Wanja Wiese
Philosoph und Mathematiker PD Dr. Wanja Wiese - forscht an der Universität Bonn mit einer Heisenberg-Förderung zur Möglichkeit von Bewusstsein in künstlichen Systemen. © Markus Franke/IWE
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Können künstliche Systeme Bewusstsein entwickeln? Dieser Frage geht PD Dr. Wanja Wiese am Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) im Rahmen der Heisenberg-Förderung nach. „Es gibt keine allgemeingültige Definition, wann ein System bei Bewusstsein ist“, sagt Wiese. „Ich untersuche daher, wie sich Kriterien finden lassen, mit denen man ausschließen kann, dass bestimmte künstliche Systeme bewusst sind.“

Dabei konzentriert er sich zum einen auf Künstliche Intelligenz (KI). „Aktuelle KI-Systeme scheinen bemerkenswerte kognitive Fähigkeiten zu haben, doch es ist eine offene Frage, ob ihre Hardware die relevanten Eigenschaften besitzt, die für die Entstehung von Bewusstsein notwendig wären.“ Ein weitere Fokus liegt auf neuralen Organoiden, also auf aus Stammzellen gezüchteten dreidimensionalen Zellkulturen, die bestimmte Aspekte der Hirnentwicklung nachbilden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen diese Organoide für die biomedizinische Grundlagen- sowie Medikamentenforschung sowie zur Modellierung von Krankheiten. Ihre stetige Weiterentwicklung hat zu der Frage geführt, ob Gehirnorganoide ein Bewusstsein entwickeln können.

Für Wanja Wiese bietet die Heisenberg-Förderung die Möglichkeit, sich vollkommen frei seinen Forschungsinteressen zu widmen – und das an einem Standort, der beste Bedingungen für sein Projekt bietet: Zum einem sei die Universität Bonn ein wichtiger Standort für die Organoid-Forschung. Neben zwei Argelander-Professuren tauschen sich Forschende verschiedener Disziplinen im Bonn Organoid Club über aktuelle Themen und Fragenstellungen aus. „Dazu haben mich die spezifischen Forschungsansätze am Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) überzeugt. Ich habe den Eindruck, dass mein Projekt die bestehende Forschung am IWE gut ergänzt und Potenzial für fruchtbare Zusammenarbeit bietet.“

Wanja Wiese wird in den nächsten fünf Jahren im Heisenberg-Programm der DFG mit bis zu 570.000 Euro unterstützt. Die Förderung läuft zunächst drei Jahre und kann nach positiver Zwischenevaluation um zwei weitere Jahre verlängert werden. Eine Heisenberg-Förderung soll hochqualifizierte Forschende in die Lage versetzen, ihre Chancen auf eine Berufung zu erhöhen.

Wanja Wiese studierte Philosophie und Mathematik in Mainz und wurde dort im Fach Philosophie promoviert. Er arbeitete an der Universität Mainz, der Universität Witten/Herdecke und der Ruhr-Universität Bochum, wo er sich 2024 im Fach Philosophie habilitierte. Im August 2026 kam er an das Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn.

PD Dr. Wanja Wiese
Institut für Wissenschaft und Ethik
Universität Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 73-8109
E-Mail: wanja.wiese@uni-bonn.de 

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