Begleitet von den Bläsern von Campus Brass, zog das Rektorat, die Dekaninnen und Dekane und die Bonn University Ambassadors in festlichen Talaren in die Aula ein. Gleich zu Beginn seiner Ansprache wies Rektor Hoch auf das für die Universität sehr erfolgreiche zurückliegende Jahr hin: „Zum zweiten Mal in Folge sind wir die erfolgreichste Universität im Exzellenzwettbewerb. Wir konnten die Zahl unserer Exzellenzcluster von beeindruckenden sechs Clustern nochmals auf unglaubliche acht Cluster erhöhen und haben im März offiziell für weitere sieben Jahre den Exzellenzstatus erhalten. Die internationalen Gutachterinnen und Gutachter haben uns bestätigt: Das ist eine rasante Entwicklung zu einer Universität von Weltrang“, so Hoch.
Trotz ausbleibendem Abiturjahrgang in NRW habe die Universität einen sehr regen Zulauf von Studierenden verzeichnen können – viele davon aus dem Ausland und aus anderen Bundesländern. Die erfolgreiche Systemakkreditierung werde einen weiteren Qualitätsschub für die Lehre bedeuten und die Anmietung einer Etage im ehemaligen Karstadt-Gebäude sorge dafür, dass die Studierenden einen zentralen Anlaufpunkt im Zentrum der Stadt erhalten werden.
Ziel: Top 50 in der Welt
Bei all den Erfolgen der Vergangenheit, skizzierte Hoch auch den Weg für die kommenden Jahre. „In den nächsten sieben Jahren wollen wir in die Top 50 Universitäten der Welt aufsteigen. Wir sind die Uni, die das schaffen kann!“ Die Universität Bonn werde eine der besten Unis der Welt sein, wenn alle an einem Strang zögen. „Wir haben das Feuer und die Energie!“
Auch Oberbürgermeister Guido Déus stellte die Erfolge der Universität heraus. „All das sind Erfolge, auf die die Universität und die Stadt stolz sein können“, sagte der Oberbürgermeister. Die Stadt unterstütze die Universität bei ihren Entwicklungsvorhaben so gut wie möglich, denn die Uni bereichere das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Gesicht Bonns.
Emotionale Verleihung der Ehrendoktorwürde
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Chemiker Helmut Schwarz. Er zählt zu den international führenden Forschenden auf dem Gebiet der Organischen Chemie. Mit der Ehrendoktorwürde zeichnet die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät einen Wissenschaftler aus, der zugleich über sein Fach hinaus Verantwortung für die Entwicklung der Wissenschaft übernommen hat.
„Zehn Ehrendoktorwürden aus der ganzen Welt - das sagt mehr über die unglaubliche Leistung von Helmut Schwarz, als es eine Laudatio könnte“, so Walter Witke, der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, der die Laudatio hielt. Die spektakulären Arbeiten von Schwarz seien weltweit beachtet worden und zeigten seine besondere wissenschaftliche Kreativität und auch seinen Mut. „Besonders war ihm der internationale Austausch und die Förderung junger Menschen wichtig, in der Überzeugung, dass dies der beste Weg für ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander ist." Der Universität Bonn ist Schwarz seit vielen Jahren eng verbunden. Von 2010 bis 2025 gehörte er ihrem Hochschulrat an und begleitete ihre Entwicklung mit großem Engagement. Die Ehrung bringt damit auch den Dank für seinen langjährigen persönlichen Einsatz zum Ausdruck.
„Du warst und bist ein wertvoller Begleiter unserer Universität“, sagte Rektor Michael Hoch in Richtung des Geehrten. „Du hast uns immer ermutigt unseren Weg zu gehen und hast einen Anteil an den Erfolgen, die unsere Universität in den letzten Jahren gefeiert hat. Danke, dass Du Deine Erfahrung und Deine strategische Weitsicht für die Universität eingebracht hast.“ Und mit Blick auf die Profession von Helmut Schwarz fügte er hinzu: „Chemiker bringen zusammen, was zusammengehört. Es geht um Verbindungen und Brückenbauen. Und genau das hast Du immer getan.“
Helmut Schwarz zeigte sich tief gerührt von der Ehrung. „Die Universität Bonn ist in den letzten Jahren zu einem raren, leuchtenden Juwel in Deutschlands großer Wissenschaftslandschaft geworden“, so Schwarz in seiner Festrede. „Heute Nachmittag schließt sich mein akademischer Lebenskreis. Mit der mir verliehenen Ehrendoktorwürde der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wurde ich Mitglied der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ich könnte kaum glücklicher sein.“ Gleichzeitig widmete er seine Rede der Bedeutung der Grundlagenforschung und der Menschen, die diese betreiben: „Auf solche Wissenschaftler darf und kann keine Gesellschaft und schon gar keine Universität verzichten. Die singulären Leistungen dieser Personen bestanden darin, jenseits ausgetretener Pfade gegen alle Widerstände des akademischen Establishments den eigenen Ideen treu geblieben zu sein", so Schwarz. „Die Disruptionen und Revolutionen in einer Disziplin sind ausnahmslos der Leidenschaft einzelner Forscher geschuldet.“
Die Perspektive der Studierenden brachte Pauline Kalle, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), in den Festakt ein. Sie bedankte sich bei der Universität für die konstruktive Zusammenarbeit und das offene Ohr für die Belange der Studierenden. Gleichzeitig drückte sie die Nöte vieler Studierender aus. Die BAFöG-Reform sei zu gering gewesen, die Erhöhung der Pauschalen reichten nicht aus, um zumindest die Wohnkosten zu bestreiten. Ein Drittel der Studierenden in Deutschland seien armutsgefährdet. Der AStA biete verschiedene Soforthilfen an, die aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein seien. Positiv sprach sie sich über die erfolgreiche Systemakkreditierung der Universität aus, an der auch die studentischen Vertreter*innen mitgewirkt hatten.
Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgte neben Campus Brass auch der Internationale Chor.