Kleine Öllampen waren in der Antike allgegenwärtig. Bevor elektrisches Licht erfunden war, gaben spätestens mit Sonnentergang meist aus Ton geformte Lämpchen Licht, die aufgestellt, aufgehängt oder auch herumgetragen werden konnten. Öllampen brauchten alle, in allen sozialen Gruppen, und sie waren für alle erschwinglich. Da nun viele dieser Lampen mit Bildern rund um die Einfüllöcher für das Öl ausgestattet waren, präsentiert die neue Sonderausstellung des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn diese Bildlampen mit ihren relevanten Aspekte aus der ganzen römischen Welt. Die Motive reichen von den Göttern und Helden über Tiere und Pflanzen, Theater und Spektakel bis zu Szenen des römischen Alltags.
Viele der ausgestellten Lampen stammen aus der Spätantike und sind teils mit christlicher Symbolik und biblischen Szenen versehen, gesammelt von Monsignore Jochen Zerlin. Dessen großzügige Schenkung ergänzt seit Ende 2021 den ohnehin beachtlichen Lampenbestand des Akademischen Kunstmuseums. Dem mittlerweile verstorbenen Brühler Geistlichen, der auch als Sammler von Ikonen bekannt ist, war es wichtig, die Lampen bei seiner Alma Mater gut und nutzbringend aufgehoben zu wissen. Mit einem Überblick über die verschiedenen Bildthemen bringt die neue Ausstellung ab dem 18. Oktober 2026 Licht ins Dunkel.
Unter Anleitung von Prof. Dr. Frank Rumscheid haben Studierende der Klassischen Archäologie die Ausstellung erarbeitet, sich dazu jeweils mit einem Thema befasst und passende Bildlampen aus der großen Sammlung des Museums herausgesucht. Belanna Lange vom studentischen Ausstellungsteam war beeindruckt, als sie nach vielen Recherchen über Fotos und Digitalisate endlich die realen Lampen in ihrer Hand hatte. Es hat ihr "sehr gefallen, von den Objektfotografien zum echten Gegenstand zu kommen. Die Lampen anfassen und drehen und wenden zu können und sie direkt nebeneinander zu betrachten“, erklärt Lange, „das vermittelt einen ganz anderen Eindruck von den Größenverhältnissen dieser Lampen und von ihrem Gebrauch im Alltag der Menschen.“