Wurde die Textilkunst lange Zeit vor allem dem Kunsthandwerk zugerechnet und stets mit weiblich konnotierter Handarbeit verbunden, rücken textile Arbeiten heute als eigenständige künstlerische Ausdrucksform in den Fokus. Transdisziplinäre Forschungsansätze begreifen das Textile darüber hinaus als Träger von Bedeutungen, Geschichte und kulturellen Verflechtungen, wodurch Menschen, Räume und Zeiten miteinander verbunden werden. Die Ausstellung "Verwobene Geschichte(n), kuratiert von Studierenden der Kunstgeschichte, greift dies auf und verbindet diese Kontexte mit dem Themenfeld Natur.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Arbeiten zweier Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen und Kulturräumen. "Die Kölner Künstlerin Traudel Lindauer (*1942) gestaltet narrative Quilts, gestickte Schriftbilder und fragile Objekte aus gepressten Blüten und Pflanzenmaterialien, die an textile Kleidungsstücke erinnern. Die in Lima, Peru aufgewachsene und in Düsseldorf lebende Künstlerin Sofia Magdits Espinoza (*1995) verarbeitet Äste, Blätter und andere Fundstücke in ihren gewebten Bildteppichen", erklärt Studentin Julia Proksch. Ergänzt werden diese künstlerischen Werke durch ausgewählte Leihgaben aus dem BASA-Museum der Universität Bonn und aus der Sammlung von Traudel Lindauer.
Die Ausstellung wurde entwickelt und kuratiert von Masterstudierenden der Bonner Kunstgeschichte im Rahmen einer Praxisübung unter der Leitung von Dr. Helen Boeßenecker, mit Unterstützung durch die TRA Present Pasts der Universität Bonn.