16. Juli 2026

25 Jahre Ägyptisches Museum der Universität Bonn 25 Jahre Ägyptisches Museum der Universität Bonn

Jubiläumsfeier mit Eröffnung der Sonderausstellung am 22. Juli 2026 im P26

An die Eröffnung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn vor 25 Jahren wird mit einer Sonderausstellung unter dem Titel „25 Jahre in 25 Objekten!“ erinnert. Die Schau mit einem Rückblick auf ein Vierteljahrhundert Museumsgeschichte wird am 22. Juli 2026 eröffnet und kann bis zum 15. März 2027 besucht werden. Die 25 ausgewählten Exponate "repräsentieren markante Ereignisse der Museumsgeschichte sowie das Aufgabenspektrum, die öffentlichen Aktivitäten, das Selbstverständnis und die Vernetzung dieses modernen Universitätsmuseums“, erklärt Dr. phil. habil. Frank Förster, Kurator des Ägyptischen Museums.

Wandrelief
Wandrelief - Aus 30 Gipsplatten zusammengesetzte Kopie eines Wandreliefs Sethos’ I. im Karnak-Tempel bei Luxor; Neues Reich, 19. Dyn., um 1285 v. Chr., Abguss aus der zweiten Hälfte des 19. Jh., ca. 2,70 hoch, 6,20 breit © Volker Lannert
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Zu sehen sind in der Jubiläumsschau unter anderem ein alter Gipsabguss eines Wandreliefs im Karnak-Tempel, das Pharao Sethos I. im Streitwagen beim Kampf gegen eine feindliche Festung zeigt. Es war das erste Exponat am alten Standort des Museums, das am 16. März 2001 über dem Koblenzer Tor im Regina-Pacis-Weg, im ehemaligen Fechtsaal der Universität, eröffnet wurde. Beim Umzug in die Poststraße 26 vor knapp zwei Jahren konnte der großformatige Abguss nicht mitgenommen werden. Am neuen Standort ist stattdessen eine Fototapete nahezu maßstabsgetreu zu sehen. Ein Kanopenkrug für die inneren Organe eines Verstorbenen gehört ebenso zur Jubiläumsausstellung. Er ging jüngst durch eine Schenkung von Michael Lange im Juni 2026 in den Bestand des Museums ein und repräsentiert eben dieses Jahr.

Die Objekte wurden zusammen mit Kurator Förster ausgesucht und beschrieben von Wegbegleitern, die dem Museum während der 25 Jahre zur Seite standen. Sie sind ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Museums und der Abteilung Ägyptologie, externe Freunde und Freundinnen, Stifterinnen und Stifter und nicht zuletzt Kooperationspartner, darunter auch das Museum August Kestner in Hannover. Dr. Christian Loeben ist dort seit vielen Jahren für die ägyptische und islamische Sammlung zuständig. Er hat sich die „Pharaonin in Blau“ ausgesucht, ein blau glasiertes Keramikobjekt, das mit den Ringnamen der Königin Tausret aus der 19. Dynastie verziert ist. So wie die Forschung an diesem Objekt nicht abgeschlossen ist, hält auch die langjährige Verbindung zwischen den beiden Museen bis heute an. 
Der Vorsitzende des Fördervereins, Horst Creutz, hebt in seinem Beitrag für die Ausstellung ein Objekt der Bonner Sammlung von Aegyptiaca besonders hervor. Es ist ein Schmuckkästchen aus Holz, das um 1500–1100 v. Chr. vermutlich dazu diente, eine Halskette als Grabbeigabe unbeschadet ins Jenseits zu transportieren, damit der oder die Verstorbene die Kette dort weiter tragen könne. Das Objekt weist auf die vom Förderverein veranstalteten Workshops für Kinder hin: Diese können beim Museumsbesuch ein solches (modernes) Holzkästchen selbst bemalen und verschönern, damit es dann zum Schmuckkästchen wird, das eine selbstgebastelte Kette aufbewahren kann.
Eines der ausgewählten, jeweils durch eine reich illustrierte Schautafel beschriebenen Objekte ist erst wieder aufgefallen, als es beim Auszug des Museums aus dem ehemaligen Fechtsaal über dem Koblenzer Tor verpackt wurde für den Einzug in das neue Haus des Wissens und der Forschung der Universität in der Poststraße, kurz „P26“ genannt. Der kleine Kindersarg, eine Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich, galt lange als Fälschung, weil seine teils sehr grobe Stuckierung und die Bemalung neben einigen ikonografischen Irritationen eher an ein neuzeitliches Objekt erinnerten. Beim Umzug schaute Restaurator Jens Klocke noch einmal genauer hin und fand Hinweise darauf, dass es sich um ein Objekt aus dem ersten bis dritten vorchristlichen Jahrhundert handeln könnte. Neu aufgeworfenen Fragen wird jetzt weiter nachgegangen, die erst mit dem Umzug in das neue Domizil aufkamen.

Jedes der 25 Objekte erzählt eine faszinierende Geschichte, über ihre Sammler, über die heutigen Experten oder eben auch über das Alte Ägypten, dem sich das Museum seit 25 Jahren verschrieben hat. So zählt schließlich auch die originalgetreue Replik einer goldenen Statue der Göttin Selket aus dem Grab des Tutanchamun dazu; sie begrüßt gleich doppelt alle Besucher im Schauturm des Treppenhauses im P26 und lädt ein ins Ägyptische Museum der Universität Bonn. „Dieser Rückblick auf 25 Jahre Museumsgeschichte anhand ebenso vieler spannender Objekte und Einzelgeschichten macht nicht nur bewusst, was alles geleistet wurde – er macht auch Lust auf das nächste Vierteljahrhundert“, so Kurator Förster, von dem Idee und Konzept stammen.

Pharaonin in Blau
Pharaonin in Blau - Blau glasiertes Tonobjekt mit Ringnamen der Königin Tausret, Neues Reich, späte 19. Dyn., um 1200 v.Chr., 15,7×11,0×3,3 cm. © Ägyptisches Museum Bonn
Holzkästchen
Holzkästchen - Holzkästchen (6,0 × 10,9 × 6,2 cm) und Kette aus dem Neuen Reich © Frank Förster/Universität Bonn
Kindersarg
Kindersarg - Sarg eines Kindes, Holz und Stuckmasse, bemalt, römische Zeit oder moderne Nachahmung, 18,0 × 16,0 × 42,0 cm. © Benjamin Westhoff / Universität Bonn
Kanopenkrug
Kanopenkrug - Schenkung Michael Lange: Hieroglyphisch beschrifteter Kanopenkrug aus Kalzit-Alabaster, 26. Dyn. (664 – 525 v.Chr.), Höhe ca. 32 cm, max. Durchmesser 21 cm © Gregor Hübl / Universität Bonn

Es sind alle Freunde, Förderer, Kooperationspartner und Bürger zur Festveranstaltung und zur anschließenden Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 22.07.2026, 18.30 Uhr, herzlich eingeladen.

Der Rektor der Universität Bonn, Professor Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, begrüßt die Gäste, ebenso der Direktor des Ägyptischen Museums, Prof. Dr. Ludwig Morenz, sowie Prof. Dr. Stefan Feuser, Prodekan für Internationales der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, gefolgt von Prof. em. Antonio Loprieno, Distinguished Professor Emeritus. Dr. phil. habil. Frank Förster moderiert die Festveranstaltung und die anschließende Eröffnung der von ihm kuratierten Jubiläumsausstellung. Verschiedene Wegbegleiter stellen ausgewählte Objekte vor.

Die Feier findet statt im Ägyptischen Museum der Universität Bonn, Poststraße 26, 53111 Bonn, 3. OG,
und wird auch live via Zoom übertragen. Wer online dabei sein möchte, kann sich über diesen Link registrieren: 
https://uni-bonn.zoom-x.de/meeting/register/HTm8r8pNT5Oe08FQKEt31A
Nach der Registrierung wird eine Bestätigungs-Email mit Informationen über die Online-Teilnahme versandt.

Dr. phil. habil. Frank Förster, Kurator
Ägyptisches Museum der Universität Bonn
E-Mail: frankfoerster@uni-bonn.de

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