Zu sehen sind in der Jubiläumsschau unter anderem ein alter Gipsabguss eines Wandreliefs im Karnak-Tempel, das Pharao Sethos I. im Streitwagen beim Kampf gegen eine feindliche Festung zeigt. Es war das erste Exponat am alten Standort des Museums, das am 16. März 2001 über dem Koblenzer Tor im Regina-Pacis-Weg, im ehemaligen Fechtsaal der Universität, eröffnet wurde. Beim Umzug in die Poststraße 26 vor knapp zwei Jahren konnte der großformatige Abguss nicht mitgenommen werden. Am neuen Standort ist stattdessen eine Fototapete nahezu maßstabsgetreu zu sehen. Ein Kanopenkrug für die inneren Organe eines Verstorbenen gehört ebenso zur Jubiläumsausstellung. Er ging jüngst durch eine Schenkung von Michael Lange im Juni 2026 in den Bestand des Museums ein und repräsentiert eben dieses Jahr.
Die Objekte wurden zusammen mit Kurator Förster ausgesucht und beschrieben von Wegbegleitern, die dem Museum während der 25 Jahre zur Seite standen. Sie sind ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Museums und der Abteilung Ägyptologie, externe Freunde und Freundinnen, Stifterinnen und Stifter und nicht zuletzt Kooperationspartner, darunter auch das Museum August Kestner in Hannover. Dr. Christian Loeben ist dort seit vielen Jahren für die ägyptische und islamische Sammlung zuständig. Er hat sich die „Pharaonin in Blau“ ausgesucht, ein blau glasiertes Keramikobjekt, das mit den Ringnamen der Königin Tausret aus der 19. Dynastie verziert ist. So wie die Forschung an diesem Objekt nicht abgeschlossen ist, hält auch die langjährige Verbindung zwischen den beiden Museen bis heute an.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Horst Creutz, hebt in seinem Beitrag für die Ausstellung ein Objekt der Bonner Sammlung von Aegyptiaca besonders hervor. Es ist ein Schmuckkästchen aus Holz, das um 1500–1100 v. Chr. vermutlich dazu diente, eine Halskette als Grabbeigabe unbeschadet ins Jenseits zu transportieren, damit der oder die Verstorbene die Kette dort weiter tragen könne. Das Objekt weist auf die vom Förderverein veranstalteten Workshops für Kinder hin: Diese können beim Museumsbesuch ein solches (modernes) Holzkästchen selbst bemalen und verschönern, damit es dann zum Schmuckkästchen wird, das eine selbstgebastelte Kette aufbewahren kann.
Eines der ausgewählten, jeweils durch eine reich illustrierte Schautafel beschriebenen Objekte ist erst wieder aufgefallen, als es beim Auszug des Museums aus dem ehemaligen Fechtsaal über dem Koblenzer Tor verpackt wurde für den Einzug in das neue Haus des Wissens und der Forschung der Universität in der Poststraße, kurz „P26“ genannt. Der kleine Kindersarg, eine Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich, galt lange als Fälschung, weil seine teils sehr grobe Stuckierung und die Bemalung neben einigen ikonografischen Irritationen eher an ein neuzeitliches Objekt erinnerten. Beim Umzug schaute Restaurator Jens Klocke noch einmal genauer hin und fand Hinweise darauf, dass es sich um ein Objekt aus dem ersten bis dritten vorchristlichen Jahrhundert handeln könnte. Neu aufgeworfenen Fragen wird jetzt weiter nachgegangen, die erst mit dem Umzug in das neue Domizil aufkamen.
Jedes der 25 Objekte erzählt eine faszinierende Geschichte, über ihre Sammler, über die heutigen Experten oder eben auch über das Alte Ägypten, dem sich das Museum seit 25 Jahren verschrieben hat. So zählt schließlich auch die originalgetreue Replik einer goldenen Statue der Göttin Selket aus dem Grab des Tutanchamun dazu; sie begrüßt gleich doppelt alle Besucher im Schauturm des Treppenhauses im P26 und lädt ein ins Ägyptische Museum der Universität Bonn. „Dieser Rückblick auf 25 Jahre Museumsgeschichte anhand ebenso vieler spannender Objekte und Einzelgeschichten macht nicht nur bewusst, was alles geleistet wurde – er macht auch Lust auf das nächste Vierteljahrhundert“, so Kurator Förster, von dem Idee und Konzept stammen.