Die geförderten Projekte 2025 im Überblick:
Das Start-up-Team „FactFlow", geleitet von Alexa Leyens (ILR, Universität Bonn) und Johannes Kopton (INRES, Universität Bonn), entwickelt eine KI-gestützte Software zur automatisierten Erstellung von Umwelt- und Klimabilanzen in der Landwirtschaft. Die Anwendung richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, verarbeitende Unternehmen und Finanzinstitutionen und unterstützt diese dabei, Umweltwirkungen transparent zu erfassen und fundierte Reduktionsstrategien abzuleiten.
Ein Team unter Leitung von Prof. Dr. Martina Christina Herwig-Carl (Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Bonn) entwickelt eine App, die bei der Einschätzung und Klassifizierung von Augenlidtumoren unterstützt. Dies soll eine schnellere Diagnostik und eine bessere operative Versorgung ermöglichen.
Das Team „Neurodare“ um PD Dr. Theodor Rüber (Klinik für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Bonn) schafft eine Plattform für den rechtskonformen Austausch und die kontrollierte Nutzung von medizinischen Bilddaten in der Neuroradiologie, um beispielsweise Demenz früher erkennen zu können.
Das Projekt „bradyMX“, geleitet von PD Dr. Michael Sommerauer (Klinik für Parkinson, Schlaf- und Bewegungsstörungen, Universitätsklinikum Bonn), entwickelt eine Tablet-basierte App, die frühe Anzeichen von Parkinson erkennt.
Das Team um Prof. Dr. Diana Imhof (Pharmazeutisches Institut, Universität Bonn) entwickelt ein Testkit, das Häm und Hämoglobin in Blutproben gleichzeitig misst. Dies soll eine schnellere und zuverlässigere Erkennung von Blut- oder Stoffwechselerkrankungen ermöglichen.
Das Projekt „ProbioTex“ unter der Leitung von Dr. Thomas Fließwasser (Institut für pharmazeutische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Bonn) und Dr. Mariangela Sociale entwickelt eine neue Methode, um Kaiserschnittbabys mit wichtigen Bakterien zu versorgen und ein gesundes Mikrobiom bei den Neugeborenen aufzubauen.
Das Projekt „NanoLazarus“ unter der Leitung von Dr. Alice Trenerry (Institut für Angeborene Immunität, Universitätsklinikum Bonn) möchte Nanobodies als Therapie einsetzen, um autoinflammatorische Erkrankungen zu behandeln, das sind unkontrollierte Entzündungen aufgrund einer Abwehrreaktion des Immunsystems. Insbesondere sollen sie bei einer Sepsis eingesetzt werden, die zu hohen Sterblichkeitsraten führen kann.
Das Projekt „SIRS Chip“ um Dr. Susanne Schmidt (Institut für Klinische Chemie & Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Bonn) entwickelt ein Früherkennungssystem für das systemische Entzündungsreaktionssyndrom (SIRS), eine lebensbedrohliche Immunreaktion, die zum Beispiel nach großen Operationen auftreten kann.
„Die Projekte sollen während der Förderphase an die realen Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden. Die Teams können ihre Annahmen früh mit echten Anwender*innen spiegeln, daraus lernen und ihre Lösung gezielt weiterentwickeln“, erläutert Dr. Alexander Küsshauer, Start-up Coach am Transfer Center enaCom, der die Förderlinie betreut. Die Grants unterstützen die Entwicklung anwendungsnaher Prototypen, die eine mögliche spätere Ausgründung vorbereiten sollen.
Neues Antragsverfahren für 2026
Das Antragsverfahren in 2026 ist mehrstufig angelegt. Interessierte Forschende können bis 1.3. eine kurze Projektskizze einreichen, die einen Umfang von 2 Seiten nicht überschreiten soll. Aus den Einreichungen wird eine Vorauswahl getroffen und die ausgewählten Teams zu einem Workshop am Transfer Center enaCom eingeladen. Der Workshop findet am 4.3. statt und ist ein verpflichtender Bestandteil des Antragsverfahrens. Die Teams haben danach bis 30.3. Zeit, Gespräche mit potentiellen Anwenderinnen und Anwendern zu führen und diese zusammen mit Kostenvoranschlägen für die Prototypenentwicklung in Form eines Read Decks als finalen Antrag einzureichen. Die Anträge werden Ende März vor einer Auswahljury präsentiert, die über die Förderung entscheidet. Auf der Website der Prototypisierungsgrants gibt es alle Informationen.