13. Juli 2018

Erdmittelalter: Neustart nach ökologischer Katastrophe Erdmittelalter: Neustart nach ökologischer Katastrophe

Rund 100 Paläontologen diskutieren beim Mesozoikum-Symposium an der Universität Bonn

Das Mesozoikum (Erdmittelalter) umfasst den Zeitraum vor etwa 252 bis 66 Millionen Jahren. Das Erdzeitalter begann nach einer ökologischen Katastrophe am Ende des Perms, wodurch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ausstarben. Wissenschaftler weltweit untersuchen Fossilien aus dem anschließenden „Neustart“ der Evolution. Von Samstag bis Montag, 21. bis 23. Juli, treffen sich rund 100 Forscher beim 13. Symposium on Mesozoic Terrestrial Ecosystems and Biota (MTE13) erstmals an der Universität Bonn im Hörsaalgebäude des Instituts für Anatomie, Nussallee 10, um über die neuesten Ergebnisse zu diskutieren. Journalisten sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen! Die Konferenzsprache ist Englisch.

Beim 13. Symposium on Mesozoic Terrestrial Ecosystems and Biota (MTE13)
Beim 13. Symposium on Mesozoic Terrestrial Ecosystems and Biota (MTE13) - von Samstag bis Montag, 21. bis 23. Juli, an der Universität Bonn treffen sich rund 100 Forscher. © von Samstag bis Montag, 21. bis 23. Juli, an der Universität Bonn treffen sich rund 100 Forscher.

„Es ist uns gegen starke Konkurrenz gelungen, den Kongress an die Universität Bonn zu holen, der nach 1984 erst zum zweiten Mal in Deutschland stattfindet“, sagt Prof. Dr. Thomas Martin vom Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn. Dieser internationale Kongress findet alle drei Jahre statt und führt Wissenschaftler zusammen, die sich mit dem Mesozoikum und seiner landgebundenen Lebewelt befassen. Rund 100 Forscher unter anderem aus den USA, China, Japan, Pakistan, Korea, Argentinien, Russland und Europa geben sich an der Universität Bonn ein Stelldichein.

Das Spektrum an Themen ist groß, hier nur einige Beispiele:

Bernstein gehört zu den wichtigsten Quellen, wie Insekten und andere Gliederfüßer als Fossilien überliefert werden. Viele Studien zeigen mittlerweile, dass auch weiches Gewebe wie Muskelfasern oder Teile des Nervensystems darin erhalten sein können. Die Wissenschaftler diskutieren bei der Tagung darüber, wie solches Weichgewebe systematisch untersucht werden sollte, um mehr über die Lebewelt des Mesozoikums zu erfahren.

Lebten kleine Säuger im Mesozoikum länger als heute? Gewebeuntersuchungen an fossilen Zähnen aus der frühen Kreidezeit deuten darauf hin, dass kleine Säugetiere in der frühen Kreide offenbar eine größere Lebensspanne hatten als heutige Kleinsäuger. Die Forscher stellen die Gewebebefunde vor und diskutieren, wie sich Stoffwechsel und Wachstum von Säugetieren im Laufe der Evolution verändert haben.

Im späten Mesozoikum ist eine Verschiebung von Nacktsamigen Pflanzen, zu denen auch unsere Nadelbäume gehören, hin zu Blütenpflanzen (Bedecktsamern) zu verzeichnen. Was bedeutete dieser Wandel für die Insekten? Ihre Mundwerkzeuge und andere Körperstrukturen hatten sich im Lauf der Evolution an ihre speziellen Nahrungspflanzen angepasst.

Wie wehren sich Pflanzen gegen Tierfraß? Das Instrumentarium heutiger Pflanzen reicht von spitzen Abwehrstacheln über Wachsschichten bis zu chemischen Abwehrstoffen, die den Tieren den Appetit verderben sollen. Welche Rolle spielten solche Abwehrstrategien im Mesozoikum?

Informationen im Internet: www.mte13.uni-bonn.de

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Thomas Martin
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie
Universität Bonn
Tel. 0228/734803
E-Mail: tmartin@uni-bonn.de

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