01. April 2012

Ornithologische Sensation Ornithologische Sensation

Rheinische Wiesenschnepfe nistet im Hofgarten - Wiese für zwei Monate gesperrt

Eine besonders exponierte ökologische Nische hat sich ein seltener heimischer Vogel ausgesucht: Ein brütendes Paar der seltenen Rheinische Wiesenschnepfe erspähten Vogelkundler jetzt auf der Hofgartenwiese vor dem barocken Hauptgebäude der Universität Bonn – eine ornithologische Sensation, betonen Fachleute. Ab heute, 1. April 2012, wird die Hofgartenwiese deshalb für voraussichtlich zwei Monate für den Publikumsverkehr gesperrt.

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wiesenschnepfe1.jpg - Unser Foto zeigt eine der Wiesenschnepfe zugeschriebene Nestkonstruktion. Der scheue Vogel selbst kam unserem Fotografen jedoch leider nicht vors Objektiv. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

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Die Rheinische Wiesenschnepfe (Scolopax pratola rhenanii) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist wahrscheinlich mit den Römern ins Rheinland gekommen. Noch im 19. Jahrhundert war der ungewöhnlich bunt gefiederte Vogel im Rheinland weit verbreitet. Heute gilt der Bodenbrüter hier als fast ausgestorben. Lediglich in der bis vor kurzem noch weitgehend unzugänglichen Wahner Heide wurden immer wieder nistende Wiesenschnepfen erspäht. Das überraschende Auftauchen der Schnepfe in Bonn ruft nun den Naturschutz auf den Plan.

Dass die scheuen Tiere sich ausgerechnet mitten in Bonn angesiedelt haben, überrascht selbst Fachleute: „Das hätten wir nicht für möglich gehalten“, gibt Jan Flemming, Leiter der Ornithologischen Station Bonn-Süd unumwunden zu. „Wir hatten die Rheinische Wiesenschnepfe als klassischen Zivilisationsflüchter bereits aufgegeben!“ Über die Ursache der Ansiedlung wird noch spekuliert. Als sicher gilt jedoch, dass der trockene Herbst und die durch das Deutschlandfest hervorgerufenen Kahlflächen der Hofgartenwiese erst die notwendigen Voraussetzungen für die Wiederansiedlung geschaffen haben.

Heimische Artenvielfalt schützen

Die Vogelschützer mahnen nun, den glücklichen Rückgewinn heimischer Artenvielfalt zu bewahren. Das scheue Vogelpaar und sein Gelege müssten unter allen Umständen vor schädlichen Einflüssen geschützt werden, fordern sie. Freilaufende Hunde, fliegende Fußbälle und spielende Kinder könnten die Brut gefährden. Daher soll die Wiese für die kommenden acht Wochen mit einem Gitterzaun provisorisch gesperrt werden. Zum Universitätsfest am 14. Juli 2012 soll die Wiese aber wieder genutzt werden können.

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