31. August 2009

Seltene Blüte Seltene Blüte

Äthiopischer Schopfrosettenbaum ist Pflanze des Monats

Der Äthiopische Schopfrosettenbaum (Lobelia rhynchopetalum) ist die Pflanze des Monats in den Botanischen Gärten der Universität Bonn. Die Pflanze steht unmittelbar vor der Blüte, ein überau seltenes Ereignis, das in Bonn überhaupt zum ersten Mal beobachtet werden kann. Der Äthiopische Schopfrosettenbaum befindet sich im Eingang zum Versuchsgewächshaus im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloß.

Lobelia rhynchopetalum.jpg
Lobelia rhynchopetalum.jpg - Lobelia rhynchopetalum mit einem Äthiopischen Beamten 1937 im Hochland von Abessinien vom damaligen Direktor des Geographischen Institutes, Carl Troll. © Lobelia rhynchopetalum mit einem Äthiopischen Beamten 1937 im Hochland von Abessinien vom damaligen Direktor des Geographischen Institutes, Carl Troll.

Schopfrosettenbäume sind die bemerkenswertesten Gestalten tropischer Hochgebirge. Sie gehören in die Familie der Korbblütler (Asteraceae) mit einer spektakulären Ausnahme: Dem zu den Glockenblumengewächsen (Campanulaceae) gehörenden Äthiopischen Schopfrosettenbaum (Lobelia rhynchopetala) und seinen verwandten Arten. Der Äthiopische Schopfbaum ist im abessinischen Hochland beheimatet. Dort herrscht ein extrem tropisches Gebirgsklima – jede Nacht Winter, jeden Tag Sommer – eben das typische tropische Tagszeitenklima.

Im Winter 1999/2000 blühte im Botanischen Garten Bayreuth vermutlich zum ersten Mal weltweit ein Lobelia rhynchopetalum in Kultur. Jetzt ist es zum zweiten Mal soweit: Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloß hat sich bei der rund 4 Meter hohen Pflanze, mittlerweile über 10 Jahre alt, ein Blütenstand entwickelt, bei dem sich die ersten Blüten voraussichtlich Anfang September öffnen werden. Der Blütenstand ist mehr als 50 cm lang und enthält eine Vielzahl von Blüten.

Tropische Hochgebirgspflanzen, speziell die Rosettenbäume, standen lange im Interesse des bedeutenden Direktors des Geographischen Institutes in Bonn, Carl Troll. In den 60-er Jahren wurde unter seinem Nachfolger Wilhelm Lauer solche Untersuchungen an den Schopfrosettenbäumen in Äthiopien fortgesetzt.

Öffnungszeiten der Botanischen Gärten: Täglich außer samstags 9 bis 18 Uhr. Eintritt an Sonn- und Feiertagen 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Die Gewächshäuser sind Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: www.botgart.uni-bonn.de

Wird geladen