Zu Beginn der Projektwoche erhielten die Schüler*innen eine Einführung in Tierversuche und deren rechtliche sowie ethische Grundlagen. Im Mittelpunkt stand das 3R-Prinzip, das sich aus den drei Elementen „Replace“ (Vermeiden), „Reduce“ (Verringern) und „Refine“ (Verbessern) zusammensetzt.
Praxisorientierte Workshops
Auf die Theorie folgte die Praxis: Im weiteren Verlauf der Woche nahmen die Teilnehmenden an verschiedenen praxisorientierten Workshops und interaktiven Formaten teil. So lernten sie den Zebrabärbling als Modellorganismus für neurodegenerativen Erkrankungen kennen und simulierten selbst Injektionen genetischen Materials in Fisch-Eier. Sie hatten die Möglichkeit, in einem chirurgischen Nähkurs erste praktische Techniken auszuprobieren und nachzuvollziehen, welche Präzision und Sorgfalt in der experimentellen Medizin erforderlich sind. Auch die Tierhaltung an der Universität Bonn ermöglichte den Schülerinnen und Schülern Einblicke in Tierversuche in der landwirtschaftlichen Forschung.
In einer Maushaltung erlebten die Schüler*innen den Arbeitsalltag in der Forschung und setzten sich mit den damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Ein Schüler schilderte am Ende der Führung seine Eindrücke: „Es ist beeindruckend, wie umfassend der Tierschutz an der Universität Bonn ist. Ich war letztes Jahr schon einmal für eine Woche hier und es hat mir so gut gefallen, dass ich dieses Jahr erneut an der Projektwoche teilnehmen wollte. Und ich bereue es ganz und gar nicht, denn die Universität Bonn bietet eine große Programmvielfalt, durch die ich viele neue Einblicke gewinnen konnte“.
Ethische Perspektiven
Zum Abschluss standen ethische Perspektiven im Vordergrund. Die Schüler*innen diskutierten, ob Tierversuche heute noch notwendig sind und reflektierten sowohl wissenschaftliche Vorteile als auch ethische Herausforderungen. Rollenspiele und Fallbeispiele eröffneten dabei unterschiedliche Blickwinkel auf das komplexe Thema.
Michael To Vinh vom 3R-Kompetenznetzwerk resümiert: „Die 3R-Projektwoche zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert der direkte Austausch zwischen Schule und Forschung bietet. Unsere Zusammenarbeit mit dem MINT-EC-zertifizierten Gymnasium Fabritianum seit 2024 ermöglicht es Schüler*innen, frühzeitig Einblicke in die biomedizinische Forschung zu gewinnen und das 3R-Prinzip im wissenschaftlichen Kontext kennenzulernen“.