Prorektorin Birgit Münch überreichte jedem Kind seine Auszeichnung persönlich und gratulierte allen zu ihrem Erfolg: „Ein Kinderuni-Diplom bekommt man nicht einfach so. Mindestens zehn Vorlesungen zu besuchen, das ist eine ganze Menge. Ihr seid mit uns in die Welt der Wissenschaft eingetaucht und habt zwei Semester wunderbar mitgemacht. Für euer Interesse an Wissenschaft, eure Neugier und regelmäßigen Kinderuni-Besuche verleihen wir euch mit Freude das Diplom fürs Semester 2025/26“. Jede Vorlesung behandelt ein komplett anderes Thema. Diese Vielfalt macht die Kinderuni beliebt. Weil die Schülerinnen und Schüler jedes Mal neuen Input bekommen und einen anderen Wissenschaftszweig kennenlernen. „Ihr habt in den ganz unterschiedlichen Vorlesungen gestaunt, gelernt und ganz viel mitgenommen. Mit dem Diplom habt ihr noch mehr: Ihr seid nun Teil der Uni-Gemeinschaft“, betonte Prorektorin Birgit Münch.
Wenn die Kinderstudis ihre Diplome entgegennehmen, freut sich Andrea Grugel mit jeder und jedem Einzelnen. „Mein Semester kenne ich“, schmunzelt sie. „Wenn man die Kinder so regelmäßig trifft, kennt man die Gesichter und von vielen auch die Namen und freut sich, so viele bei der Diplom-Feier zu treffen.“ Diesmal haben 150 Kinderstudis ihr Diplom erhalten. So viele wie noch nie. „Die Kinderstudis kommen, weil sie neugierig sind und Wissenschaft toll finden. Weil sie es mögen, im Hörsaal und bei uns an der Uni zu sein. Das Diplom ist sozusagen das i-Tüpfelchen, weil man etwas in der Hand hat für den Fleiß im Semester. Genau wie bei den richtigen Studierenden.“
Für Joshi (8 Jahre) gehört das Diplom am Ende „einfach dazu“: „Ich komme vor allem wegen der Vorlesungen, nicht wegen des Diploms. Leider war ich einmal krank, aber sonst war ich immer da.“ Hut ab für 11 Mal Dabeisein! „Nach unserem ersten Kinderuni-Besuch war er begeistert und wollte immer wiederkommen. Er ist total interessiert und braucht viel ´Futter´“, so Joshis Mutter Manuela. Welches Thema Joshi am besten gefallen hat? „Ich liebe Edelsteine und Kristalle und habe selber einige. Deshalb fand ich die Vorlesung über Mineralien einfach cool“, sagt er. Manuela findet cool, dass die Kinderuni den beiden gemeinsame Zeit schenkt: „Wir kommen aus Bornheim und so haben wir jedes Mal ein bisschen Mama-Sohn-Zeit. Nach den Vorlesungen sprechen wir auf der Heimfahrt in der Straßenbahn noch oft über die Inhalte. Dieser Austausch mit Joshi macht wahnsinnig Spaß“, strahlt Manuela.
Marie (10 Jahre) und Riya (9 Jahre) gehen zwar auf die gleiche Schule, haben sich aber bei der Kinderuni erst näher kennengelernt. „Wir haben uns bei der ersten Vorlesung getroffen und dann immer am Hörsaal verabredet und zusammengesetzt“, so Marie. Sie freut sich total auf ihr Diplom: „Ich finde, das ist etwas Besonderes. Ich bin sehr ehrgeizig und deshalb war das für mich auch ein Ansporn, jedes Mal herzukommen“. Riya war besonders gerne bei der Vorlesung zur Radiologie: „Das war richtig gut und hat Spaß gemacht, weil die Ärzte so viel gezeigt und dabei erklärt haben, zum Beispiel mit einem Löwen, der im MRT saß.“ Marie hat die Mineralien-Vorlesung begeistert: „Das mit der Erdgeschichte war interessant. Ich stelle mir oft die Frage, wie die Welt entstanden ist. Mit irgendwas muss es doch angefangen haben und wenn da ein schwarzes Loch war, hat das doch auch anfangen?!“ So oder so, die Vorlesung hat Marie inspiriert. Sie möchte studieren und Planetologin werden.
Die Dr. Hans Riegel-Stiftung unterstützt das Projekt Kinderuni seit vielen Jahren als engagierter Partner. Vorstandvorsitzender Marco Alfter erklärt, warum: „Es begeistert mich zu sehen, wie viele Kinder das Angebot wahrnehmen und es werden jedes Jahr mehr. Was die Junge Uni auf die Beine stellt, ist genau das, was der Stiftung am Herzen liegt: junge Menschen bei ihrer Bildung zu begleiten und die Gestaltung ihrer Zukunft zu fördern“. Es sei wichtig, dass sich die Kinder schon früh mit den Themen befassen, die sie in Zukunft betreffen werden. Die Diplom-Feier hat Alfter noch nie versäumt: „Es ist toll mitzuerleben, wie sich die Kinder mit den wissenschaftlichen Themen identifizieren und das, obwohl sie bei der Kinderuni manchmal zum ersten Mal davon hören. Aber das ist die Generation von morgen, und die kann sich nicht früh genug mit diesen Themen auseinandersetzen“.
Prorektorin Münch verabschiedete die Diplomandinnen und Diplomanden mit einer Einladung: „Unsere Welt braucht Menschen, die Fragen stellen, die neugierig bleiben – so wie ihr! Deshalb kommt gerne wieder zu den Vorträgen unserer Forschenden und entdeckt dabei vielleicht neue Interessen. Dafür seid ihr bei uns genau richtig“.
Das Wintersemester der Kinderuni startet am 11. Januar 2027.