Hitze ist mehr als nur unangenehm. Wenn die Temperaturen über längere Zeit steigen, muss der Körper deutlich mehr leisten: Das Herz arbeitet stärker, der Flüssigkeits- und Salzhaushalt gerät schneller aus dem Gleichgewicht, die Konzentration kann nachlassen und auch der Schlaf leidet. Das Universitätsklinikum Bonn hat deshalb in einem aktuellen „Hitze-Check“ zusammengetragen, was hohe Temperaturen mit dem Körper machen – und welche einfachen Maßnahmen helfen können.
Für Beschäftigte, Studierende und Gäste der Universität gilt: Planen Sie heiße Tage möglichst vorausschauend. Körperlich anstrengende Tätigkeiten, längere Wege oder Sport sollten nach Möglichkeit in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wer in Büro, Labor, Bibliothek oder Hörsaal arbeitet oder lernt, sollte regelmäßig trinken, Pausen einplanen und kühle oder verschattete Räume aufsuchen.
Ausreichend trinken – und den Salzhaushalt im Blick behalten
Bei großer Hitze kann der Körper erhebliche Mengen Flüssigkeit verlieren. Wichtig ist deshalb, regelmäßig zu trinken – am besten schon bevor Durst entsteht. Gleichzeitig verliert der Körper über den Schweiß auch Salze. Gerade ältere Menschen, Personen mit geringem Appetit oder Menschen, die harntreibende Medikamente einnehmen, sollten deshalb darauf achten, an heißen Tagen auch ausreichend salzhaltige Nahrung zu sich zu nehmen, etwa durch eine herzhafte Mahlzeit.
Kreislauf entlasten
Hitze bedeutet Mehrarbeit für das Herz. Besonders bei körperlicher Aktivität, hoher Luftfeuchtigkeit oder Flüssigkeitsmangel kann der Puls deutlich steigen. Hilfreich ist es, direkte Sonne zu meiden, Räume tagsüber zu verschatten, ausreichend zu trinken und bei Bedarf lauwarm bis kühl zu duschen. Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen sollten bei Hitze besonders aufmerksam sein und Puls, Blutdruck und Körpergewicht im Blick behalten.
Konzentration und Miteinander: Belastung ernst nehmen
Hohe Temperaturen können auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktionsgeschwindigkeit und Ausdauer bei geistiger Arbeit können nachlassen – besonders dann, wenn Schlafmangel oder zu wenig Flüssigkeit hinzukommen. Für den Arbeits- und Studienalltag heißt das: wichtige Aufgaben möglichst in kühlere Tageszeiten legen, Pausen ermöglichen und an besonders heißen Tagen mit sich selbst und anderen etwas nachsichtiger sein.
Warnzeichen erkennen: Sonnenstich oder Hitzschlag
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder ein heißer, geröteter Kopf nach direkter Sonneneinstrahlung können auf einen Sonnenstich hinweisen. Betroffene sollten sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort gebracht werden, sich hinlegen, enge Kleidung lockern und vorsichtig gekühlt werden. Ist eine Person verwirrt, bewusstlos oder besteht der Verdacht auf einen Hitzschlag, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Dann muss sofort der Notruf 112 verständigt werden.
Heiße Nächte: besser schlafen trotz Wärme
Auch der Schlaf leidet unter hohen Temperaturen. Sinnvoll ist es, Räume tagsüber möglichst geschlossen und verschattet zu halten und früh morgens oder spät abends zu lüften. Leichte Bettwäsche, atmungsaktive Materialien, lauwarmes Duschen und Luftbewegung durch Ventilatoren können helfen. Alkohol am Abend kann die Schlafqualität zusätzlich verschlechtern und sollte an heißen Tagen möglichst vermieden werden.
Trinkflaschen regelmäßig reinigen
Wer viel trinkt, sollte auch die Hygiene der Trinkflasche im Blick behalten. Wiederverwendbare Flaschen sollten spätestens nach 24 Stunden geleert, gründlich gereinigt und vollständig getrocknet werden. Wasserflaschen sollten außerdem möglichst kühl gelagert und nicht längere Zeit in aufgeheizten Fahrzeugen liegen gelassen werden.
Besondere Vorsicht bei Vorerkrankungen
Ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sind bei Hitze besonders belastet. Auch Medikamente wie Blutdrucksenker oder Diuretika können den Wasser- und Salzhaushalt beeinflussen. Änderungen an Medikamenten sollten jedoch niemals eigenständig vorgenommen, sondern immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Weitere Informationen und ausführliche Hinweise finden Sie in der aktuellen Meldung des Universitätsklinikums Bonn.