01. April 2020

Die Zentrale Studienberatung zu Zeiten des Coronavirus Lebenszeichen: Die Zentrale Studienberatung der Universität Bonn zu Zeiten des Coronavirus

Auch unter den erschwerten Bedingungen des Kampfs gegen das Coronavirus ist die Zentrale Studienberatung der Universität Bonn Anlaufstelle für Studieninteressierte und hilft bei Fragen rund um Studium, Studienwahl und Studienstart.

ZSB im Homeoffice
ZSB im Homeoffice - Die Leiterin der ZSB, Sandra Schramm. © Foto: privat
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Ein kurzes Klingeln, ein Knacken am anderen Ende der Leitung und dann hebt Sandra Schramm, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Universität Bonn schon den Hörer ab. Gerade sei es etwas schwierig zu telefonieren, sagt sie, da sie sich um ihren kleinen Sohn kümmern müsse. Ein neuer Gesprächstermin wird ausgemacht und beim nächsten Telefonat antwortet sie ganz offen und ehrlich auf die Fragen zur aktuellen Situation in der Zentralen Studienberatung der Universität Bonn (ZSB).

Die ZSB ist eine wichtige Anlaufstelle für Studieninteressierte und unterstützt diese bei Entscheidungen für oder gegen ein Studium, Fragen der Studienwahl und der Vorbereitung auf den Studienstart. Studierenden steht die ZSB v.a. in Phasen der Neu- oder Umorientierung sowie bei persönlichen Problemen, die die Studierfähigkeit einschränken, beratend zur Seite.


Alle(s) im Homeoffice

Doch wie sieht nun die Lage in dieser außergewöhnlichen Situation aus, die das Coronavirus verursacht? Die ZSB sei natürlich auch während dieser außergewöhnlichen Situation für Studierende und Studieninteressierte für Beratung, vor allem auch die psychologische Beratung, erreichbar, so Schramm. Die Sprechstunden finden nun allerdings alle aus dem Homeoffice statt: soll heißen, es geht nur noch über Telefon und Mail-Austausch. Dass die zentrale Nummer für die telefonische Kurzberatung und die Terminvergabe zurzeit nicht besetzt ist, hänge auch mit den Möglichkeiten der Telefonumleitungen zusammen und so sei es einfacher für das Team, eine Terminvereinbarung per Mail zu organisieren. Für dringende Fälle und die Kurzberatung stehen die jeweiligen Teammitglieder aber immer noch zu den üblichen Telefonsprechzeiten zur Verfügung – da alles auf private Nummern umgeleitet wird, könne es jedoch auch vorkommen, dass das Telefon auch außerhalb dieser Zeit klingelt. Eine Möglichkeit, die ZSB per Skype o.ä. zu erreichen gibt es jedoch bisher nicht.

 

„Wir kommen ganz gut zurecht“

All das ist natürlich für das Team eine außergewöhnliche Situation, doch Sandra Schramm glaubt, damit ganz gut zurechtzukommen, „da im Moment weniger Nachfragen als üblich kommen.“ Lücken, die durch die fehlende Laufkundschaft entstehen, können sie im Homeoffice dadurch kompensieren, dass die Telefone offen sind und eher projektbezogene-Tätigkeiten erledigt werden können.

Die Themen der Anfragen sind zurzeit mehr auf Informationsvergabe ausgerichtet und weniger auf persönliches Coaching. Fragen, wie es mit dem Semester weitergeht oder was mit den Prüfungen ist, sind mit am häufigsten. „Aber die Studierenden scheinen an anderer Stelle schon gut abgeholt und informiert zu werden“, sagt Schramm. Bei Nachfragen, die individuelle persönliche Themen behandeln, wie zum Beispiel depressive Verstimmungen, Ängste und auch Prokrastinationserscheinungen, wird natürlich weiterhin beratend zur Seite gestanden. Gerade bei Folgeterminen sei dies wichtig. Diese können nun zwar nicht mehr vor Ort stattfinden, konnten aber alle umgelegt werden auf Telefontermine.

„Nachfragen von Schülerinnen und Schülern, die sonst eine große Zielgruppe für die Beratung durch die ZSB stellen, gibt es aktuell kaum noch“, so Schramm. Gerade weil Maßnahmen zur Studien- und Berufsorientierung oft durch die Schulen begleitet werden, die in der aktuellen Lage geschlossen sind.

Auch der „Klassiker Studienzweifel“ sei in den letzten Tagen weniger geworden. So ist eine der Hauptaufgaben in der aktuellen Situation tatsächlich die Informationsvermittlung. „Ich finde es aber in Ordnung, dass wir in dieser Zeit eine weitere Stelle sind, um aktuelle und verlässliche Informationen weiterzugeben, wenn die Leute doch verunsichert sind. Wir stehen in direktem Austausch mit dem Prorektorat für Studium und Lehre – Frau Prof. Holm-Müller hält uns immer auf dem Laufenden.“


Problem: Veranstaltungsplanung

Dadurch, dass nicht so viele Anfragen reinkommen, können die Mitarbeiter der ZSB nun natürlich viel Organisatorisches erledigen, was im Homeoffice zum Glück auch ganz gut klappt. Ein großes Problem sei jedoch die Veranstaltungsplanung.

„Wir hatten für Mai erstmalig das ‚Bergfest‘ für die Studierenden in ihrer zweiten Studienhälfte geplant und Ende Juni steht traditionell der ‚Lange Abend der Studienberatung‘ an. Beides steht jetzt natürlich massiv auf der Kippe.“ Vorerst tue man so, als würden diese Großveranstaltungen stattfinden, „aber ganz sicher ist man natürlich nicht“, erläutert Schramm. Es sei wahrscheinlicher, dass auch diese Veranstaltungen ausfallen werden.


Arbeitsplatz Homeoffice

Doch wie sieht das Arbeiten im Homeoffice nun konkret aus? Sandra Schramm ist, wie viele erwerbstätige Eltern, noch einmal in der besonderen Situation, ihren vierjährigen Sohn nebenbei zu betreuen, da die Kitas und andere Betreuungsangebote nicht zur Verfügung stehen. So ist es natürlich „kein richtiger Arbeitsplatz“ in dem Sinne wie es im Büro der Fall ist. „Man ist schon eingeschränkter und natürlich ist man da im Büro produktiver.“ Doch sie ist zuversichtlich, dass die Universität nach dieser Krise den Bereich Homeoffice stärker angehen wird und die Möglichkeiten in dieser Hinsicht noch weiter verbessert. Wobei dies in der jetzigen Lage auch dank der flexiblen Arbeitszeiten doch recht gut funktioniere.

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen mit der aktuellen Situation auch ganz gut zurecht. „Alle sind gesund, die Aufgaben sind gut aufgeteilt. Die Webseitenpflege und die Vorbereitung der neuen Ausgabe des „Studienkompass“ gehen gut von Zuhause aus“, so Schramm. Natürlich fehle das persönliche Miteinander und der persönliche Austausch untereinander, durch WhatsApp sei man aber doch immer irgendwie in Kontakt. „Vielleicht werden wir irgendwann auch Videokonferenzen im Team halten, das ist aber bisher noch nicht der Fall.“ Dies hat sich nach dem Gespräch jedoch geändert: Ab dieser Woche können die Teamsitzungen auch per Zoom abgehalten werden. Trotz der schnellen Umstellung auf Homeoffice, ist die ganze Situation alles in allem ganz gut zu bewältigen. Wie Schramm sagt: „Es geht schon irgendwie.“

Nach diesem Gespräch geht nun auch der Arbeitsalltag im Homeoffice für Sandra Schramm weiter, mit Telefonberatungen, Mailbeantwortungen und anderen Homeoffice-kompatiblen Tätigkeiten – und mit der Betreuung ihres Sohnes nebenbei.

 

 

 

Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch

Unter dem Titel „Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch!“ veröffentlicht die Universität Bonn Beiträge aus den Reihen ihrer Angehörigen, die unter dem Eindruck der Bekämpfung des Coronavirus und der daraus resultierenden Bedingungen entstanden sind. Sie will damit auch in schwierigen Zeiten den Diskurs aufrechterhalten und die universitäre Gemeinschaft stärken. In loser Folge erscheinen dazu auf dieser Website Beiträge von Universitätsangehörigen, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, Dialoge in Gang setzen, Tipps und Denkanstöße austauschen wollen. Wer dazu beitragen möchte, wendet sich bitte an das Dezernat für Hochschulkommunikation, kommunikation@uni-bonn.de.

Studienberatung aus dem Homeoffice
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