Chronische Depressionen – auch persistierende depressive Störungen genannt – gehen häufig mit anhaltender Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schuldgefühlen oder Schlafstörungen einher. Während sich viele depressive Erkrankungen erfolgreich behandeln lassen, bleiben die Beschwerden bei einem Teil der Betroffenen über Jahre bestehen. Für diese Patientinnen und Patienten sollen gezielt weiterentwickelte psychotherapeutische Behandlungsansätze neue Perspektiven eröffnen.
„Chronische Depressionen können das Leben der Betroffenen über viele Jahre erheblich beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, Therapien kontinuierlich weiterzuentwickeln und wissenschaftlich zu untersuchen, welche Behandlungsansätze wem am besten helfen“, sagt Prof. Alexandra Philipsen, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKB sowie Leiterin des Projekts am Bonner Standort.
Im Rahmen der Studie werden zwei psychotherapeutische Verfahren miteinander verglichen: die speziell für chronische Depression entwickelte Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) sowie Behavioral Activation (BA), eine etablierte Form der kognitiven Verhaltenstherapie. Ziel ist es herauszufinden, welche Therapieform für welche Patientinnen und Patienten besonders geeignet ist und wie sich Behandlungen künftig noch gezielter an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen.
Die Studie wird von der Universität Greifswald koordiniert und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Deutschlandweit beteiligen sich acht universitäre Studienzentren.
Teilnehmen können Erwachsene zwischen 18 und 75 Jahren, die an einer chronischen Depression leiden und in den vergangenen zwölf Monaten keine CBASP- oder BA-Therapie erhalten haben. Die Studienteilnehmenden erhalten eine zehnwöchige stationäre Behandlung mit einem der beiden Therapieprogramme. Daran schließen sich eine sechswöchige ambulante Gruppentherapie sowie eine engmaschige wissenschaftliche Begleitung an. Interessierte können sich per E-Mail an changepdd-studie@ukbonn.de wenden.