Das neue Kapitel der langjährigen Zusammenarbeit der Botanischen Gärten der Universitäten Oxford und Bonn steht in der Tradition der außergewöhnlichen Verbindung zwischen den Städten Bonn und Oxford; sie sind seit 1947 partnerschaftlich verbunden. Wie die Städtepartnerschaft die internationale Verständigung fördert, so arbeiten auch die Botanischen Gärten beider Universitäten seit vielen Jahren eng zusammen. Seit 2011 definiert eine Kooperationsvereinbarung gemeinsame Ziele in Forschung, Lehre, Kulturarbeit und gärtnerischer Praxis. Die bekräftigte Kooperationsvereinbarung, das Memorandum of Understanding, trägt den Entwicklungen der vergangenen Jahre Rechnung und schafft eine zeitgemäße Grundlage für die Zukunft.
Professor Dr. Simon Hiscock, Direktor der Botanischen Gärten der Universität Oxford und Prof. Dr. Maximilian Weigend, Direktor der Botanischen Gärten der Universität Bonn, haben das Memorandum jetzt gezeichnet.
Erlebbar wird die Partnerschaft für die Bonner beispielsweise durch das - vom Freundeskreis der Botanischen Gärten Bonn e. V. geförderte - Oxford-Stipendium: Es ermöglicht Auszubildenden der Botanischen Gärten einen mehrwöchigen Hospitationsaufenthalt in Oxford. Im Gegenzug kommen Oxforder Gärtnerinnen und Gärtner nach Bonn, um die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen hier kennenzulernen, auch in diesem Sommer.
"Pflanzen kennen keine politischen Grenzen."
Gerade der unmittelbare Austausch zwischen den Menschen macht den besonderen Wert der Partnerschaft aus. Durch die Begegnung von Auszubildenden, Gärtnerinnen und Gärtnern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern leisten beide Botanischen Gärten einen konkreten Beitrag zur Verständigung über nationale Grenzen hinweg im beruflichen Alltag. Die Kooperation mit Oxford ist Teil eines internationalen Netzwerks: So gibt es auf Bonner Seite enge Beziehungen auch zu den Botanischen Gärten in Breslau. Solche Partnerschaften zeigen, wie wichtig internationale Zusammenarbeit für Forschung, Sammlungsmanagement, Bildung und die Bewahrung der pflanzlichen Vielfalt ist. „Botanische Gärten waren schon immer internationale Einrichtungen. Pflanzen kennen keine politischen Grenzen. Auch Wissenschaft und gärtnerisches Wissen profitieren vom Austausch über Ländergrenzen hinweg. Unsere Partnerschaft mit Oxford verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gelebter Völkerverständigung und eröffnet wertvolle Perspektiven für die nächste Generation von Gärtnerinnen, Gärtnern und Forschenden“, betont Professor Maximilian Weigend.