Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderungen im Rahmen der Initiative „Global Minds in DFG-Verbünden“ bewilligt. Sie ist Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt getragenen 1000-Köpfe-Plus-Programms. Das Programm soll herausragenden, derzeit im Ausland tätigen Forschende neue Perspektiven im deutschen Wissenschaftssystem eröffnen. Bundesweit fördert die DFG in dieser ersten Runde 15 Professuren und zwölf Mercator Fellows mit insgesamt rund 69 Millionen Euro.
„Dass gleich drei Anträge aus Verbünden mit Beteiligung der Universität Bonn erfolgreich waren, ist ein starkes Zeichen für die internationale Attraktivität unseres Forschungsstandorts“, sagt Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow, Prorektorin für Forschung und Karriereentwicklung. „Mit Hilfe des Global-Minds-Programms gewinnen unsere Forschungsverbünde herausragende wissenschaftliche Persönlichkeiten. Ihre Expertise wird nicht nur die jeweiligen Forschungsfelder bereichern, sondern auch neue Impulse für die Zusammenarbeit in der Wissenschaftsregion Bonn-Köln setzen.“
Gefäßbiologie und chronische Entzündungen
Professorin Joanna Kalucka ist Associate Professor am Department of Biomedicine der Universität Aarhus und leitet dort das Laboratory of Angiogenesis and Inflammation. Sie erforscht die Biologie von Blutgefäßen unter gesunden und krankhaften Bedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Endothelzellen – die Zellen der innersten Gefäßschicht – bei Entzündungen, Übergewicht und Krebserkrankungen verändern und wie ihr Stoffwechsel darauf reagiert.
Als „Mercator Fellow Global“ wird Kalucka langfristig und über längere Forschungsaufenthalte in die Arbeit des Sonderforschungsbereichs 1454 „Metaflammation and Cellular Programming“ an der Universität Bonn und am UKB eingebunden. Der von Prof. Dr. Dagmar Wachten geleitete Verbund untersucht, wie ein ungesunder Lebensstil das Immunsystem fehlprogrammieren und chronische Entzündungen auslösen kann. Solche sogenannten Metaflammationen können unter anderem zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen und dem metabolischen Syndrom beitragen.
Moleküle im Weltraum
Die Professur im Exzellenzcluster „DYNAVERSE – Our Dynamic Universe“ ist an der Universität zu Köln angesiedelt. Der gemeinsame Cluster verbindet astronomische Beobachtungen und neue Instrumente mit theoretischer Forschung, Simulationen, Datenwissenschaft und Laborastrophysik. Ziel ist es, die dynamische Entwicklung des Universums und den Materie- und Energiefluss über sehr unterschiedliche Zeitskalen hinweg besser zu verstehen.
Märkte im Spannungsfeld
Die Professur im von den Universitäten Bonn und Köln getragenen Exzellenzcluster „ECONtribute: Märkte & Public Policy“ untersucht Märkte im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei stehen Herausforderungen wie Digitalisierung, Ungleichheit, politische Polarisierung und Klimawandel im Fokus.
Förderung für „Global Minds“
Das Modul „Global Minds-Professur“ ermöglicht die Berufung herausragender Wissenschaftler*innen aus dem Ausland. Dafür können je Professur bis zu 3,5 Millionen Euro für fünf Jahre bereitgestellt werden. Über das Modul „Mercator Fellow Global“ können international führende Forschende, die zunächst keinen dauerhaften Wechsel nach Deutschland anstreben, über längere Präsenzphasen eng in einen Forschungsverbund eingebunden werden. Hierfür stehen bis zu 650.000 Euro zur Verfügung.
Weitere Informationen:
Global Minds Initiative Germany bei der DFG: https://www.dfg.de/de/foerderung/foerderinitiativen/global-minds-initiative-germany
Exzellenzcluster ECONtribute: https://econtribute.de/de/
Sonderforschungsbereich 1454 „Metaflammation and Cellular Programming“: https://www.sfb1454-metaflammation.de/
Exzellenzcluster DYNAVERSE: https://www.uni-bonn.de/de/forschung-lehre/early-career/eine-promotion-planen/spps/dynaverse