„In der Bonner Medizin entstehen innovative Forschungsansätze, die gesellschaftlich relevante Zukunftsfragen aufgreifen und dazu beitragen, die Medizin der Zukunft besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten“, sagt der Rektor der Universität Bonn Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Hoch. „Mit dem Exponat und dem ‚Dialog an Deck‘ bringen wir diese Forschung mitten in die Gesellschaft und laden die Menschen ein, mit uns über die Gesundheit von morgen ins Gespräch zu kommen.“
Am Exponat dreht sich alles um die sogenannte Metaflammation, eine chronische, niedriggradige Entzündung, ausgelöst durch unseren Lebensstil. Stress, Fehlernährung, Schlaf- und Bewegungsmangel prägen den Alltag vieler Menschen und können das Immunsystem dauerhaft aktivieren und aus dem Gleichgewicht bringen. Die daraus folgende Metaflammnation gilt als wichtiger Wegbereiter nichtübertragbarer Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alzheimer.
„Achtung entzündlich!“ – Wissenschaft in der Kioskkulisse
Wie genau Lebensstil und Immunsystem zusammenhängen, macht das Bonner Exponat „Achtung entzündlich!“ in einer alltäglichen Kioskkulisse für ein breites Publikum greifbar. Zwischen Zeitungen, Snacks und Drinks können Besucherinnen und Besucher entdecken, welche Spuren der Alltag im Körper hinterlässt und sich am Kiosk umschauen, um mehr darüber zu erfahren, wie die eigene Lebensweise das Immunsystem beeinflusst.
„Metaflammation ist tückisch, weil sie lange unbemerkt bleibt und doch an der Entstehung vieler Volkskrankheiten beteiligt ist. Mit unserem Exponat wollen wir genau das sichtbar machen: dass jede und jeder im eigenen Alltag Spuren im Immunsystem hinterlässt. Wenn Menschen am Kiosk ins Nachdenken kommen, haben wir viel erreicht“, sagt Prof. Dr. Dagmar Wachten, Sprecherin des SFB 1454 „Metaflammation and Cellular Programming“, Universität Bonn.
Hinter dem Exponat steht der Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 „Metaflammation and Cellular Programming“ der Universität Bonn, an dem auch das UKB beteiligt ist. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten interdisziplinären Verbund untersuchen Forschende gemeinsam, wie Lebensstilfaktoren Immunzellen verändern und so zur Entstehung nichtübertragbarer Erkrankungen beitragen. Gefördert wird das Exponat durch die BarmeniaGothaer Stiftung, die Universität Bonn, den Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life and Health“ der Universität Bonn, sowie die Bonner Universitätsstiftung.
Bereits beim Parlamentarischen Empfang an Bord der MS Wissenschaft Anfang Mai in Berlin hatte das Bonner Exponat überzeugt: Es wurde als eines von nur drei der rund 30 Exponate für die Präsentation vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ausgewählt (zur Meldung).
„Dialog an Deck“: Prävention neu denken
Während die MS Wissenschaft in Bonn vor Anker liegt, lädt die Universität Bonn, vertreten durch den SFB 1454 „Metaflammation and Cellular Programming“, das Transfer Center enaCom und TRA „Life and Health“, am Freitag, 10. Juli 2026 von 18:00 bis 19:30 Uhr zur Diskussionsveranstaltung „Dialog an Deck: Prävention neu denken – Gesundheit der Zukunft im Dialog“ ein. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die uns alle betreffen: Wie können wir Krankheiten vorbeugen und wie lässt sich Prävention verständlich, gerecht und wirksam gestalten? Welche Rolle spielen Ernährung, Umwelt und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für unsere Gesundheit? Welche Impulse liefern interdisziplinäre Forschung und wissenschaftliche Innovationen für einen gesunden Lebensstil von morgen?
Expertinnen und Experten der Universität Bonn, Prof. Dr. Ina Danquah (Hertz-Professorin "Innovation for Planetary Health"), Prof. Dr. Andreas Schlitzer (Sprecher SFB 1454 "Metaflammation und Cellular Programming") und Prof. Dr. Dirk Lanzerath (Direktor Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)), diskutieren über aktuelle Perspektiven der Präventionsforschung – von Zivilisationskrankheiten, über Planetary Health bis hin zu Fragen der Ethik. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und lädt ausdrücklich zum Mitdiskutieren ein. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
MS Wissenschaft und Wissenschaftsjahr 2026
Die MS Wissenschaft tourt seit 2002 jährlich als schwimmendes Science Center durch Deutschland. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steuert das 100 Meter lange Ausstellungsschiff zwischen Mai und September 36 Städte in Deutschland, Polen und Österreich an. Auf rund 30 interaktiven Stationen zeigen Forschende aus Hochschulen, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft sowie aus DFG-geförderten Verbünden, wie sie die Medizin von morgen gestalten. Wissenschaft im Dialog realisiert die Ausstellung im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.