28. Januar 2021

Der Rausch: zwischen Ausschweifung und Hirndoping Der Rausch: zwischen Ausschweifung und Hirndoping

Das Zentrum für Religion und Gesellschaft der Uni Bonn bringt einen Band zur Vorlesungsreihe heraus

Was macht die Ambivalenz des Rauschs aus? Kommt dem Rausch eine Macht zu, welche die Wahrnehmung des Göttlichen ermöglicht? Oder sind Rausch und Kontrollverlust Pflastersteine auf dem Weg zur Hölle? Diesen Fragen widmete sich eine Ringvorlesung an der Universität Bonn. Die Beiträge sind nun in einem Buch dokumentiert.

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Buchcover © Universität Bonn
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Seit jeher nimmt die Menschheit berauschende Getränke und Substanzen zu sich. Daneben gibt es in nahezu allen Religionen meditative Techniken, mit denen man sich in einen tranceartigen oder ekstatischen Zustand versetzen und so dem Göttlichen annähern kann. Dennoch sind Rausch, Trance und Ekstase in vielen Gesellschaften ein Tabu, es sei denn, sie werden in einem eng umgrenzten sozialen Raum wie in Nachtclubs ausgelebt oder in der Kunst, Musik oder Literatur für kulturproduktiv erklärt.

Unter Juristen, Pädagogen und Medizinern wird das Recht auf Rausch kontrovers diskutiert. Befürworter verweisen gerne auf religiöse Grundlagen des Rauschs, Gegner auf die moralische Pflicht zur Nüchternheit. Eine Ringvorlesung an der Universität Bonn hat die Ambivalenz des „Rausches“ aus interdisziplinärer Sicht beleuchtet – als religiöses, psychisches, soziales, juristisches und kulturgeschichtliches Phänomen.

Die Ergebnisse dieser Vorlesungsreihe sind nun in einem Band der Studien des Bonner Zentrums für Religion und Gesellschaft dokumentiert.

Publikation: Wolfram Kinzig, Jochen Sautermeister (Hrsg.) unter Mitarbeit von Nathalie Thies: Rausch – Ekstase zwischen Bacchanal und Cognitive Enhancement, 244 S., 52,- Euro

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