Aktuelle Meldungen
Mikroplastik führt in Mäusen zu Fettleber
Mikroplastik kann offenbar die Funktion von Fresszellen in der Leber erheblich beeinträchtigen - zumindest bei Mäusen. Dadurch kommt es nachgelagert zu einer Störung des Leberstoffwechsels und zu einer vermehrten Einlagerung von Fett in das lebenswichtige Organ. Das sind die zentralen Ergebnisse einer deutsch-österreichischen Studie unter Federführung der Universität Bonn. Die Arbeit ist jetzt in der Zeitschrift Nature Metabolism erschienen.
Malaria schädigt Fresszellen in der Milz dauerhaft
Makrophagen, die im Knochenmark gebildet werden, können die Funktion embryonaler Fresszellen nur bedingt übernehmen. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und des Peter Doherty Institute for Infection and Immunity an der University of Melbourne. Die Forschenden haben nachgewiesen, dass eine Malaria-Infektion residente CD163-Makrophagen in der Milz dauerhaft schädigt, die für die Reinigung des Blutes und das Recyceln von Eisen zuständig sind und darüber hinaus mit weiteren Zellen der Immunabwehr kommunizieren. Die Ergebnisse könnten nicht nur für wirksamere Malaria-Impfungen interessant sein, sondern auch für die Entwicklung von Medikamenten und Therapien gegen andere Infektionskrankheiten. Das Paper wird im Wissenschaftsjournal „Immunity“ veröffentlicht; es ist bereits vorab online zugänglich.
Core2Edge: Wie Tumorzellen das Gehirn erobern
Das Glioblastom ist ein aggressiver Hirntumor, der weit in das umliegende Hirngewebe einwächst. Auch nach der Operation bleiben deshalb Tumorzellen im Gehirn zurück und der Tumor tritt erneut auf. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben mit Core2Edge ein vollständig auf menschlichem Gewebe basierendes Modell entwickelt, das diese schwer zugänglichen Randbereiche des Tumors realitätsnah abbildet. Damit lässt sich die Invasionsfront untersuchen und neue Wirkstoffkandidaten lassen sich direkt an humanem Gewebe testen - und das ohne Tierversuche. Die Arbeit der Brain Tumor Translational Research Group wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Protocols veröffentlicht.
Asthma: Neuer Wirkmechanismus bremst Entzündungsreaktion
Ein Team der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) hat einen bislang unbekannten Wirkmechanismus eines synthetischen Peptids entdeckt, der die überschießende Entzündungsreaktionen bei allergischem Asthma abschwächt. Dabei wird ein zentraler Entzündungsschalter des Immunsystems gezielt gehemmt und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Behandlung chronischer Entzündungserkrankungen. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht.
Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht
Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die sogenannte Sjögren-Krankheit auslösen, eine entzündliche Autoimmun-Erkrankung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle. Die Ergebnisse könnten mittelfristig die Entwicklung von Medikamenten gegen das chronische Leiden vereinfachen. Sie sind in der Fachzeitschrift Lancet Rheumatology erschienen.
DFG fördert Forschung zur Herzregeneration
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn mit mehr als einer halben Million Euro. Das Forschungsteam um Dr. Mona Malek Mohammadi vom Institut für Physiologie I am UKB konzentriert sich auf die Erforschung neuartiger Mechanismen der Herzregeneration und des adaptiven Remodellings im neonatalen Herzen. Langfristiges Ziel ist es, regenerative Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.
Die Wächter der Antikörperantwort im Fokus
Damit das Immunsystem Krankheitserreger wirksam bekämpfen kann, müssen Antikörperreaktionen präzise gesteuert werden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei sogenannte follikuläre regulatorische T-Zellen (Tfr-Zellen), die überschießende Immunreaktionen begrenzen und zur Aufrechterhaltung der Immuntoleranz beitragen. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben nun ein robustes Laborverfahren entwickelt, mit dem sich Tfr-Zellen aus Vorläuferzellen gewinnen und gezielt untersuchen lassen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Cellular & Molecular Immunology veröffentlicht.
Wenn die Karte ein Update braucht
Jedes Mal, wenn wir uns durch eine vertraute Umgebung bewegen, greift der Hippocampus auf eine detaillierte räumliche Repräsentation zurück, gleich einer Karte, die durch wiederholte Erfahrung aufgebaut wird. Doch was geschieht, wenn auf einer bekannten Route etwas Unerwartetes passiert? Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn konnten im Mausmodell zeigen: Das Gehirn zeichnet seine Karten nicht von Grund auf neu. Stattdessen annotiert es sie, indem es neue Informationen wie eine zusätzliche Ebene über ein stabil bleibendes räumliches Grundgerüst legt. Ihre Ergebnisse sind jetzt im Fachmagazin PNAS veröffentlicht.
Immunzellen in der Leber helfen Tauben bei der Navigation
Wie finden Tauben über viele Kilometer hinweg sicher nach Hause? Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, der Universität Duisburg-Essen und des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie haben nun einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt: Spezielle Immunzellen in der Leber könnten den Vögeln helfen, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Science veröffentlicht.
Treiber von Entzündung nach leichter Kopfverletzung
Leichte Hirnverletzungen, wie sie bei Unfällen, Sport oder Gewalt häufig vorkommen, können zu anhaltenden Gedächtnisproblemen und Demenzrisiko führen. Doch bisher fehlen Therapien gegen diese Folgeschäden. Ein Forschungsteam unter Federführung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben nun entdeckt: Das Protein ASC – ein Baustein von zellulären Notruf-Knöpfen – sorgt in Mäusen für langanhaltende Entzündungen im Gehirn bis zu 21 Tage nach der Verletzung. Das Forschungsteam erhofft sich durch die Aufklärung der Entzündungsmechanismen, die der traumatischen Hirnverletzung zugrunde liegen, Ansatzpunkte für zukünftige therapeutische Strategien. Die Arbeit im Journal of Clinical Investigation legt die Grundlage für zukünftige klinische Studien.
Gehemmtes Zellrecycling führt zu Muskelschwäche
Myofibrilläre Myopathie Typ 6 (MFM6) ist eine seltene genetische Muskelerkrankung, die aufgrund einer Störung der Muskelproteinkontrolle zu einer schweren Muskelschwäche und einer drastisch verkürzten Lebenserwartung führt. Forschende des Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn entwickelten ein Mausmodell für die Erkrankung und konnten so zeigen, dass eine Störung im Zellrecycling, fachsprachlich Autophagie, der primäre Auslöser für das Krankheitsbild ist. Ihre Ergebnisse sind im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.
Schülerinnen und Schüler erkunden das 3R-Prinzip
Der internationale Tag des Versuchstiers am 24. April lenkt den Fokus auf Tiere in der Forschung: Warum sind Tierversuche in der Forschung nach wie vor nötig? Wie werden die Tiere gehalten? Welche Alternativen gibt es bereits? Schüler*innen des Fabritianum Gymnasiums Krefeld haben Anfang des Jahres die Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) besucht, um während einer Projektwoche medizinische Forschung, den damit verbundenen Einsatz von Tieren sowie Alternativen zu Tierversuchen kennenzulernen. Organisiert wurde die Woche vom 3R-Kompetenznetzwerk Nordrhein-Westfalen (NRW), einem Zusammenschluss der acht Medizinischen Fakultäten in NRW, dessen Geschäftsstelle an der Universität Bonn angesiedelt ist. Ziel des Netzwerkes ist es, medizinischen Fortschritt im Einklang mit optimalen Tierschutz zu ermöglichen und gezielt Forschung, Innovation und Ausbildung auf dem Gebiet zu fördern.
Fettzellen spielen zentrale Rolle bei Vermeidungs-Lernen
Wenn Menschen oder Tiere etwas essen, was bei ihnen zu Unwohlsein führt, gehen sie danach dieser Nahrungsquelle aus dem Weg. Unklar war bislang, wie genau dieses Vermeidungs-Lernen erfolgt. Eine neue Studie zeigt, dass dabei die Kommunikation zwischen Hirn- und Fettzellen eine wesentliche Rolle spielen könnte. Die Beteiligten der Universitäten Bonn und Tohoku (Japan) sowie des Universitätsklinikums Bonn haben den zuvor unbekannten Mechanismus in der Fruchtfliege Drosophila aufgeklärt. Er könnte in ähnlicher Form auch in Säugetieren und sogar im Menschen existieren. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Neuron erschienen.
Bundesforschungsministerium fördert PREVENT mit drei Millionen Euro
Bonn, 6. März – Einst galt die „Pille“ als revolutionär, dann wurde sie zum gängigsten Verhütungsmittel, heute sehen Menschen die Kontrazeption mithilfe von Hormonen vielfach kritisch. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität und ihrer Kooperationspartner am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Ludwig-Maximilians-Universität München hat jetzt das Projekt PREVENT zur Entwicklung nicht-hormoneller Verhütungsmittel gestartet. Die Forschenden wollen ein Verfahren zur Entwicklung neuartige Wirkstoffe zur Empfängnisverhütung bei Frau und Mann etablieren. PREVENT wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis 2029 mit drei Millionen Euro gefördert.
Immunzellen erinnern sich an ihren Aufenthaltsort
Eine neue KI-gestützte Methode rekonstruiert, wo sich Immunzellen ursprünglich in einem Organ befunden hatten, selbst nachdem diese Zellen aus dem Gewebeverband gelöst und einzeln analysiert wurden. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn nutzen dafür das Transkriptom, also die Gesamtheit aller Boten-RNA-Manuskripte, die innerhalb einer Zelle zu einer bestimmten Zeit von den Genen produziert werden. Die Arbeit wurde jetzt in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht und stellt den neuen Algorithmus MERLIN vor.
Was Seeigel- und Lachsspermien zum Schwimmen bringt
Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und der Universität Bonn zeigt, dass der pH-Wert eine entscheidende Rolle für die Beweglichkeit von Spermien bei Seeigeln und Lachsen spielt. Der Anstieg des pH-Werts aktiviert das Enzym Adenylylzyklase (sAC), das den Botenstoff cAMP produziert und somit die Spermienbewegung reguliert. Dieser Mechanismus könnte in vielen marinen wirbellosen Organismen und Fischen verbreitet sein. Ihre Ergebnisse sind nun in dem renommierten Journal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.
Neue Schwachstelle von Asthma-Immunzellen entdeckt
Warum bleiben bestimmte Immunzellen bei allergischem Asthma dauerhaft aktiv – selbst in einer Umgebung, die sie eigentlich schädigen müsste? Ein Team des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn hat entdeckt, dass diese Zellen nur überleben, weil sie einen besonderen antioxidativen Schutzmechanismus hochfahren. Wird genau dieser Mechanismus blockiert, bricht die allergische Entzündung im Mausmodell deutlich ein. Die Ergebnisse sind jetzt in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Immunity“ erschienen.
Weniger kann mehr sein: Niedrig dosierte Steroide bei Nierenentzündungen
Können schwere Nierenentzündungen künftig mit weniger Medikamenten behandelt werden? Eine neue Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und der Universität Hamburg gibt Anlass zur Hoffnung. Die Forschenden zeigen, dass bei der besonders aggressiven crescentischen Glomerulonephritis (cGN) bereits niedrige, wiederholte Steroiddosen ausreichen könnten, um die Entzündung zu stoppen. Die Ergebnisse, die jetzt in Science Translational Medicine veröffentlicht wurden, könnten die Behandlung vieler Patientinnen und Patienten grundlegend verändern – und Nebenwirkungen deutlich reduzieren.
Versteckte Gehirnwellen als Auslöser für postiktuales Umherirren
Insbesondere Personen mit Schläfenlappenepilepsie wandern nach einem Anfall immer wieder bewusstseinseingeschränkt und ziellos umher. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben einen neurobiologischen Mechanismus identifiziert, der für dieses sogenannte post-ictal wandering und potentiell auch andere postiktuale Störungen verantwortlich sein könnte. Laut ihrer Hypothese sind epileptische Anfälle nicht direkt für postiktuale Störungen verantwortlich, sondern anfallsassoziierte Depolarisationswellen, auch Spreading Depolarization (SD) genannt. Die Ergebnisse der Studies sind jetzt in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.
Fettzellen unter falschem Kommando
Zu viel Fett kann ungesund sein: Entscheidend ist, wie die Fettzellen gebildet werden. Deswegen untersuchte ein Team unter Leitung von Forschenden des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn den Einfluss eines Funktionsverlusts von Zilien in Fettvorläuferzellen im Mausmodell. Dabei fanden sie heraus, dass eine Überaktivierung des sogenannten Hedgehog-Signalwegs eine Fehlentwicklung zu bindegewebsartigen Zellen statt weißen Fettzellen bewirkt. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „The EMBO Journal“ veröffentlicht.
Elektrische Weiterleitung im Herzen verbessert
Bei einem Herzinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. Dadurch ist die elektrische Erregungsausbreitung im Herz gestört und Herzrhythmusstörungen können sich entwickeln. Um diese potentiell lebensgefährliche Komplikation zu reduzieren, wollen Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn die elektrische Weiterleitung im Narbengewebe teilweise wiederherstellen. Dazu entwickelten sie in Mäusen eine gentherapeutische Methode zur Anreicherung des Tunnelproteins Connexin 43, mit dem sich die elektrische Weiterleitung in der Infarktnarbe verbessern lässt. So konnte das Forschungsteam die Häufigkeit von Rhythmusstörung nach einem Herzinfarkt signifikant senken. Die Ergebnisse sind jetzt im „Journal of Physiology“ veröffentlicht.
Fühlen mit den Beinen: Was Fliegen beim Gehen wahrnehmen – und was nicht
Wie nehmen Insekten ihre mechanische Belastungen wahr? Diese Fähigkeit ist für verschiedene Disziplinen von Interesse - von der vergleichenden Morphologie über die Neurobiologie bis hin zur Robotik. Ein Team um Dr. Brian Saltin am Bonner Institut für Organismische Biologie der Universität Bonn hat ein Computermodell entwickelt, das hilft, diese Frage für die Taufliege Drosophila zu beantworten. Im Fokus stehen winzige Sinnesorgane, die in der Nähe der Beingelenke sitzen und mechanische Belastungen registrieren. Mithilfe des neuen Modells konnten die Forschenden untersuchen, wie Lage, Ausrichtung und Materialeigenschaften dieser Sensoren ihre Funktion beeinflussen. Die Simulation zeigt: Beim normalen Vorwärtsgehen werden diese Sinnesorgane an dieser Stelle vermutlich nicht allein durch die Kraft des Auftretens aktiviert. Die Ergebnisse sind nun im Journal of the Royal Society Interface erschienen.
Immunzellen treiben angeborene Lähmungs-Erkrankung
Menschen mit einer spastischen Paraplegie Typ 15 entwickeln in ihrer Jugend Bewegungsstörungen, die sie in den Rollstuhl zwingen können. Im Frühstadium dieser seltenen Erbkrankheit scheint eine starke Aktivierung des Immunsystems im Gehirn eine zentrale Rolle zu spielen. In diese Richtung deuten zumindest aktuelle Ergebnisse aus Maus-Experimenten, die nun im Journal of Experimental Medicine erschienen sind. Die Studie entstand unter Federführung der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Erkenntnisse könnten auch für andere neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz relevant sein.
Neuer Wirkstoff gegen schwer zu behandelnde Allergien
Erkrankungen wie Reizdarm, chronischer Juckreiz, Asthma oder Migräne sind oft nur schlecht behandelbar. Ausgelöst werden sie häufig dadurch, dass das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Auslöser reagiert. In schweren Fällen können die Folgen lebensbedrohlich sein. Ein Team von Forschenden unter Federführung der Universität Bonn hat nun einen vielversprechenden Wirkstoff gefunden, der diese Gefahr bannen könnte. Er blockiert einen Rezeptor auf bestimmten Abwehrzellen und verhindert so, dass die Immunreaktion entgleist. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy“ erschienen.
Forschung erleben beim „Tag der Immunologie“
Kann der Mensch gesund altern? Wie wirkt sich der Menstruationszyklus auf das Immunsystem aus? Und wie hilft KI dabei, neue Proteine zu erschaffen? Antworten auf diese und Fragen der Bürgerinnen und Bürger rund um das Immunsystem beantworten Forschende des Exzellenzclusters ImmunoSensation2 der Universität Bonn am 26. April: Zur Feier des jährlichen „Tags der Immunologie“ bieten sie ab 10 Uhr auf dem Bonner Marktplatz und im P26 spannende Einblicke in die biomedizinische Forschung. Der Eintritt ist frei.
Studie zu Genschaltern mit überraschendem Resultat
Im Genom gibt es Sequenzen, die dafür sorgen, dass manche Gene ein- oder ausgeschaltet werden. Bislang dachte man, dass jeder dieser sogenannten Enhancer einen eigenen Platz auf der DNA belegt. Verschiedene Enhancer sind also isoliert voneinander, selbst wenn sie dasselbe Gen steuern, und schalten Gene in verschiedenen Körperteilen an. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) stellt diese Vorstellung ein Stück weit in Frage. Die Ergebnisse sind auch deshalb wichtig, weil die Genschalter vermutlich eine zentrale Rolle bei der Evolution spielen. Die Studie ist nun in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.
Anti-Aging und erhöhte Denkfähigkeit durch Cannabis
Eine niedrigdosierte Langzeitgabe von Cannabis kann nicht nur Alterungsprozesse im Gehirn umkehren, sondern hat auch eine Anti-Aging-Wirkung. Dies konnten Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn mit einem Team der Hebrew University (Israel) jetzt bei Mäusen zeigen. Den Schlüssel dafür fanden sie in dem Proteinschalter mTOR, dessen Signalstärke Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Stoffwechselprozesse im gesamten Organismus hat. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal „ACS Pharmacology & Translation Science“ vorgestellt.
Salbe mit DNA-Molekülen bekämpft Kontaktallergien
Forschende der Universität Bonn haben ein DNA-Molekül isoliert, das sich in Mäusen zur Bekämpfung von Kontaktallergien eignet. Das sogenannte Aptamer heftet sich an bestimmte Botenstoffe des Immunsystems und macht sie dadurch unwirksam. Das klappt sogar, wenn der Wirkstoff in Form einer Salbe auf die Haut aufgetragen wird. Die beteiligten Arbeitsgruppen hoffen, dass sich derartige Aptamer-Crèmes auch zur Behandlung anderer Hautkrankheiten eignen könnten. Die Ergebnisse sind nun in der Zeitschrift Molecular Therapies - Nucleic Acids erschienen.
Auszeichnung für Medikamenten-Forschung zu Flussblindheit und Elefantiasis
Das A∙WOL-Team wurde jetzt von der Royal Society of Chemistry für die Entdeckung von potentiell schnell wirkenden, hochspezifischen Anti-Wolbachia-Kandidaten für die orale Behandlung der menschlichen Filariose mit dem Horizon Prize 2024 ausgezeichnet. Das Team ist eine Kooperation zwischen der Universität Liverpool, der Liverpool School of Tropical Medicine, dem Imperial College London, dem Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn sowie Industriepartnern von Astra Zeneca und Eisai Ltd, die viele Jahre von der Gates Foundation gefördert wurde. Vom UKB und der Universität Bonn werden Prof. Achim Hörauf und Prof. Marc Hübner für ihren Anteil an der Arbeit im Kampf gegen seltene Tropenkrankheiten ausgezeichnet.
Wie Lipide vom Fettgewebe in die Organe wandern
Forschende des LIMES-Instituts entschlüsseln an der Taufliege wichtigen Stoffwechselweg