Herzerkrankungen früh erkennen: Uniklinik Bonn startet Herz Check Bonn auch im P26
Rund 350.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass deutschlandweit über eine Millionen Menschen mit einer unerkannten Herzerkrankung leben. Viele dieser Erkrankungen bleiben über Jahre hinweg unbemerkt – dabei sind sie häufig gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Mit dem Herz Check Bonn bringt das Universitätsklinikum Bonn (UKB) ein wissenschaftliches Projekt zur medizinischen Früherkennung direkt in die Stadtteile: Ein Jahr lang können Bonnerinnen und Bonner ab 18 Jahren ihr Herz an sechs Standorten im Bonner Stadtgebiet kostenlos und ohne Termin checken lassen. Einer der Standorte ist das P26, das Haus des Wissens und der Forschung der Universität Bonn, in der Poststraße 26 in der Bonner Innenstadt. Hier macht der Herz Check aktuell samstags von 14.30 bis 17 Uhr Station.
Darm als Mitspieler der Immuntherapie bei MS
B-Zell-Depletionstherapien, bei denen B-Zellen des Immunsystems, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei Multipler Sklerose (MS) antreiben, vorübergehend entfernt werden, trugen in den letzten Jahren wesentlich zu einer verbesserten Behandlung Betroffener bei. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universitäten Bonn, Basel, Toronto und Yale sowie ihre Kooperationspartner haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, durch den B-Zell-Depletionstherapien zu einem besseren Krankheitsverlauf bei Patient*innen mit MS beitragen. Überraschenderweise scheint die Behandlung einen Teil ihrer positiven Wirkung dadurch zu entfalten, dass sie regulatorische Immunzellen mobilisiert, die natürlicherweise im Darm ansässig sind. Diese Studie wurde nun in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.
Land-Degradierung reduziert Ernteerträge deutlich
Faktoren wie Erosion, Austrocknung und Verdichtung der Böden gefährden die Ernährung weiter Teile der Erdbevölkerung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Bonn, Minnesota, Basel und der Technischen Universität Hamburg. Ließe sich die von Menschen verursachte Boden-Degradierung um zehn Prozent zurückdrehen, könnten die Anbaugebiete rund um den Globus rein rechnerisch rund 70 Millionen Personen zusätzlich versorgen. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Nature Food erschienen.
Einzigartiges Angebot für Fachkräfte
Zum Wintersemester 2026/27 startet der neue Studiengang „Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in Organisationen“. Das innovative Studienangebot wurde in Kooperation der Universität Bonn, der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS), der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV) und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) entwickelt.
Asthma: Neuer Wirkmechanismus bremst Entzündungsreaktion
Ein Team der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) hat einen bislang unbekannten Wirkmechanismus eines synthetischen Peptids entdeckt, der die überschießende Entzündungsreaktionen bei allergischem Asthma abschwächt. Dabei wird ein zentraler Entzündungsschalter des Immunsystems gezielt gehemmt und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Behandlung chronischer Entzündungserkrankungen. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht.
Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht
Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die sogenannte Sjögren-Krankheit auslösen, eine entzündliche Autoimmun-Erkrankung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle. Die Ergebnisse könnten mittelfristig die Entwicklung von Medikamenten gegen das chronische Leiden vereinfachen. Sie sind in der Fachzeitschrift Lancet Rheumatology erschienen.
Darmkrebsvorsorge: KI bringt nicht automatisch bessere Ergebnisse
Menschen mit Lynch-Syndrom, der häufigsten erblichen Veranlagung für Darmkrebs, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Viele Betroffene erhalten deshalb bereits ab dem jungen Erwachsenenalter alle ein bis zwei Jahre eine Darmspiegelung. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben gemeinsam mit der Universität Leipzig und dem Amsterdam UMC untersucht, ob künstliche Intelligenz (KI) die Erkennung von Krebsvorstufen bei diesen Hochrisikopatientinnen und -patienten verbessern kann. Das Ergebnis: In spezialisierten Zentren brachte die zusätzliche KI-Unterstützung keinen relevanten Vorteil. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift The Lancet Gastroenterology & Hepatology veröffentlicht.
Auf der Suche nach neuen Perspektiven
Neue Forschungsfragen entstehen häufig dort, wo unterschiedliche Methoden, Fachkulturen und Denkweisen aufeinandertreffen. Solche Begegnungen wollen Prof. Dr. Elvira Mass und Prof. Dr. Tatjana Tchumatchenko künftig gezielt ermöglichen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat die beiden Bonner Wissenschaftlerinnen als Henriette-Herz-Scouts ausgewählt.
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