Carla J. Betancourt

Carla Jaimes Betancourt

Prof. Dr. Carla Jaimes Betancourt ist Professorin für das kulturelle Erbe der Amerikas an der Universität Bonn. Für Ihre Forschungsleistungen zu den Folgen des Kolonialismus, mit Blick auf eine künftig "ethischere, community-orientierte Archäologie", wurde sie 2025 vom 10. World Archaeological Congress mit dem Peter Ucko Memorial Award ausgezeichnet. 

Amazonasbecken      

Prof. Dr. Carla Jaimes Betancourt forscht seit etwa 20 Jahren im Amazonasbecken, dort insbesondere in Bolivien, in einer Moxos-Ebene genannten Region zum kulturellen Erbe der indigenen Gruppen. Die Forscherin geht transdisziplinär vor unter Berücksichtigung der disziplinären Traditionen und Methoden der Archäologie, der Anthropologie, der Ethnologie und der Materiellen Kultur. Die kollaborative Forschung gmeinsam mit den Menschen vor Ort erforscht dabei die Vergangenheit, die aktuelle Situation heute und entwirft auf der Grundlage dieser Erkenntnisse Szenarien für ein bessere Zukunft für alle. 

Carla Jaimes Betancourt bei We Are Uni Bonn

Indigene Perspektiven      

Im Mittelpunkt der Forschung von Carla Jaimes Betancourt stehen indigene Perspektiven, wodurch konventionelle wissenschaftliche Paradigmen hinterfragt und kulturelle Selbst­be­stim­mung, territoriale Souveränität und die Dekolonisierung von Forschungs­praktiken ihre angemessene Position bekommen. Der interdisziplinäre Dialog zwischen indigenen Forschern und Experten aus Archäologie, Anthropologie und Ökologie ermöglicht die Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Stärkung der Wider­stands­fähig­keit indigener Gebiete gegenüber externen Bedrohungen. So werden koloniale Hierarchien in der Wissensproduktion dekonstruiert, gegenseitiges Lernen gefördert und eine gerechtere, integrativere Zukunft für die Erforschung des kulturellen Erbes in Südamerika gestaltet.


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