Die Zahlen können sich sehen lassen: 238.000 Tassen Kaffee und Kaffeespezialitäten, die allesamt Bio- und Fairtrade-zertifiziert sind, wurden 2025 in den Bonner Cafés verkauft, die vom Studierendenwerk betrieben werden. Am häufigsten floss Cappuccino in die Tassen (34 Prozent), gefolgt von Café Crème (32 Prozent) und Milchkaffee (14 Prozent). Die Standorte, die oft Orte des kurzen Innehaltens im stressigen Studien- und Arbeitsalltag sind, verteilen sich über Stadt und Campus – vom Venusberg bis in die City. Jedes der insgesamt sechs Cafés folgt dabei einem eigenen Konzept, wobei zwei Orte besonders hervorstechen: Leah’s World Café in der Rabinstraße und das Café Luise in der Poststraße verbinden die Themen Kaffee und Kultur auf außergewöhnliche Weise.
Leah’s World Café: Raum für internationalen Austausch
Mit Leah’s World Café in der Rabinstraße 8 hat das Prorektorat für Internationales in Kooperation mit dem Studierendenwerk einen internationalen Begegnungs- und Kunstraum geschaffen. Benannt ist das Café nach Leah Goldberg, die 1933 an der Philosophischen Fakultät in Bonn promovierte, 1935 nach Palästina ging und später eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen und Intellektuellen Israels wurde. An der Hebrew University of Jerusalem arbeitete sie als Professorin. Leah’s World Café versteht sich als Hommage an diese außergewöhnliche Alumna, weshalb neben Informationen zu ihrem Leben und einigen Büchern auch Zitate von ihr auf einer Wand des Cafés zu finden sind.
Eine weitere Wand ist für Ausstellungen mit internationalem Schwerpunkt reserviert. Die internationale Community der Universität ist herzlich eingeladen, dort Kunstwerke zu präsentieren, durch die sie individuelle Geschichten, kulturelle Hintergründe oder Projekte vorstellen.
Café Luise: Eine Tasse Kaffee inmitten von Ausstellungsobjekten
Mitten im Herzen der Bonner Innenstadt, in der Poststraße 26, finden Besucher im P26, dem „Haus des Wissens und der Forschung“, das Café Luise. Das Gebäude vereint unter seinem Dach Museen, wissenschaftliche Sammlungen, Wechselausstellungen, den Infopunkt der Uni Bonn und eben jenes Café im Erdgeschoss.
Benannt ist es nach Luise Straus-Ernst, die mit dem Künstler Max Ernst verheiratet war. Sie stammte aus einer jüdischen Kölner Fabrikantenfamilie und studierte ab 1912 an der Universität Bonn Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte. Als eine der ersten Frauen promovierte sie hier 1916 im Fach Kunstgeschichte. Sie führte ein bewegtes Leben als Kunsthistorikerin, Kulturjournalistin und alleinerziehende Mutter. 1944 wurde sie nach Auschwitz deportiert und kam dort ums Leben. Eine Infotafel im Cafébereich wird künftig an das Leben dieser besonderen Bonner Alumna erinnern.
Umgeben ist das Café Luise räumlich von wechselnden Ausstellungen; selbst die Schaufenster-Nischen gehören hier zur Ausstellungsfläche. Heißen, duftenden Kaffee trinken und dabei außergewöhnliche Ausstellungsobjekte und Forschungsthemen betrachten gehen hier fließend ineinander über.
Sechs Orte für die nächste Kaffeepause
Ob schneller Espresso auf dem Weg zur Vorlesung oder längere Kaffeepause zwischen zwei Terminen: Die Cafés an der Universität Bonn gehören für viele Menschen fest zum Alltag. Sie sind Treffpunkte, bieten kurze Auszeiten, und oft den nächsten guten Kaffee ganz in der Nähe.
Ein Überblick über alle Cafés des Studierendenwerks an der Universität Bonn:
- Leah’s World Café, Rabinstraße 8
- Café Luise, Poststraße 26 (im P26)
- Café Campo, Endenicher Allee 19
- Cafeteria vb, Venusberg-Campus 1
- medikiosk, Venusberg-Campus 1
- Jurishop, Adenauerallee 24
Informationen zu den Öffnungszeiten der Cafés gibt es hier.