01. Dezember 2021

Gemeinsam für Nachhaltigkeit An der Uni vernetzen sich verschiedene Akteur:innen rund um Nachhaltigkeitsthemen

An der Uni vernetzen sich verschiedene Akteur:innen rund um Nachhaltigkeitsthemen

Wie gelingt es, Nachhaltigkeit systematisch in allen Bereichen der Universität zu verankern? Dieser Herausforderung stellt sich die Uni Bonn nicht erst seit der Einrichtung des Prorektorats und der Stabsstelle für Nachhaltigkeit im Mai 2021. Seit Jahren bringen Studierende Nachhaltigkeitsthemen voran. Das neue Green Office dient als Nachhaltigkeits-Anlaufstelle und zur Förderung des Austauschs zwischen Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der Universität. Wir stellen Akteur:innen rund um Nachhaltigkeit an der Uni Bonn vor.

 

Das Team N bei der Apfelernte im „Sustainable September“.
Das Team N bei der Apfelernte im „Sustainable September“. - Referentin Sina Mosen, Prorektorin Annette Scheersoi und Stabsstellen-Leiterin Jennifer Sobotta hatten die Universitätsangehörigen zu einer Aktion gegen Lebensmittelverschwendung eingeladen. © Universität Bonn
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Team N - Prorektorat und Stabsstelle Nachhaltigkeit

Im ersten Halbjahr 2021 hat das Prorektorat Nachhaltigkeit die Arbeit aufgenommen. Damit existieren nun die notwendigen personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, um die Entwicklung zur nachhaltigen Hochschule koordinieren und vielfältig unterstützen zu können. Das „Team N“ mit Prorektorin Prof. Dr. Annette Scheersoi, Stabsstellen-Leiterin Jennifer Sobotta und Referentin Sina Mosen hat das Ziel, Nachhaltigkeit umfassend in Forschung, Lehre und Betrieb zu verankern und eine Kultur der Nachhaltigkeit an der Universität zu etablieren. „Wir für Nachhaltigkeit, die Beteiligung aller Universitätsangehörigen steht im Vordergrund“, so Prof. Dr. Scheersoi.

Sie fährt fort: „Ich bin begeistert, wie vielen Menschen die Nachhaltigkeit an unserer Universität am Herzen liegt. Das Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen – in Instituten, der Verwaltung und besonders auch bei den Studierenden – ist wirklich überwältigend! Gemeinsam mit Beteiligten aller Statusgrup-pen haben wir ein Leitbild entwickelt, das jetzt zum Jahresende veröffentlicht wer-den kann und als Leitfaden für unsere Strategieentwicklung dienen wird.“

In vielen Bereichen des Studien- oder Arbeitsalltags kann Nachhaltigkeit unmittelbar gelebt werden. Das machten bereits die beiden Aktionsmonate „Sustainable September“ und „Nachhaltiger November“ deutlich. Forschende, Lehrende, Studierende und Mitarbeiten-de der Universität säuberten beim Rhine Clean Up das Beueler Rheinufer. Unter anderem wurden bei Upcycling-Work-shops in der Bundeskunsthalle kreativ aus abgetragener Kleidung neue Kreationen geschaffen. Der Hochschulsport und Healthy Campus boten Mitmachaktionen und Gesundes an der Campo-Mensa an. Mit dem „Fairen Februar“ und dem „Mighty May“ wird das Nachhalt gkeitsprogramm vervollständigt. Die Aktionsmonate sollen zukünftig als fester Bestandteil das Veranstaltungsjahr der Universität prägen.

Kontakt: uni-bonn.de/nachhaltigkeit

 

Green Office eröffnet

Die Universität Bonn hat Anfang Oktober 2021 das „Green Office“ eröffnet. Das neue Nachhaltigkeitsbüro dient als zentrale Anlaufstelle rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. So soll der Austausch zwischen Studierenden, Lehrenden und weiteren Beschäftigten der Universität gefördert werden und das Thema Nachhaltigkeit soll strukturell in der Universität verankert werden. „Wir informieren und vernetzen alle Universitätsmitglieder und unterstützen sie bei ihrem Engagement für mehr Nachhaltigkeit“, sagt Geographie-Student David Schwarz, der eine von drei studentischen Hilfskräften im Green Office ist. Gemeinsam mit der Lehramts-Studentin Liza Nemes und der Jura-Studentin Sarah Marenbach arbeitet er eng mit dem Prorektorat für Nachhaltigkeit und der Stabsstelle Nachhaltigkeit der Universität zusammen.

Das Green Office in der Genscherallee 2 (53113 Bonn) will unter anderem Nachhaltigkeits-AGs in der Universität initiieren, in denen Personen aus allen Statusgruppen des universitären Lebens gemeinsam an der nachhaltigen Entwicklung ihres jeweiligen Bereichs arbeiten. Dabei kann auf erste erfolgreiche Beispiele dieses Konzepts, wie zum Beispiel der Nachhaltigkeits-AGs des geographischen Instituts, der Steuerungsgruppe Fairtrade University oder des Biocamp-Projektes, in dem Studierende und Dozierende gemeinsam eine nachhaltigere Bewirtschaftung der universitären Grünflächen vorantreiben, aufgebaut werden. Zudem wird das Green Office durch einen regelmäßig aktualisierten „Nachhaltigkeitsreader“ umfangreich zum Thema nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn, insbesondere zu Zielen, Maßnahmen, Verbesserungspotenzialen und Projekten informieren. Außerdem ist eine universitätsweite Nachhaltigkeitskonferenz geplant.

Kontakt:

 

Ein Jahr Fairtrade Bonn: Die studentische Faitrade-Initiative

Seit dem 23. November 2020 trägt die Universität Bonn die Auszeichnung einer Fairtrade Universität. Das heißt: Die Universität bemüht sich zentral, in der Verwaltung, Beschaffung und bei Veranstaltungen den Fairen Handel mitzudenken und mehr fair gehandelte Produkte einzusetzen. Zwei Jahre dauerte es, bis Fairtrade Deutschland die Universität Bonn auszeichnete.  Eine Gruppe sehr engagierter Studierender initiierte und trieb die Bewerbung der Universität voran. Sie organisierten und begleitenten den zweijährigen Vorbereitungs- und Bewerbungsprozess. Eine von ihnen ist Leonie Bach. Für sie ist klar: Ein gutes Stück Arbeit liegt noch vor der Universität Bonn. „Noch wird nicht bei allen größeren Veranstaltungen an der Universität der Faire Handel von Beginn an berücksichtigt“. Einige faire Produkte wie Tee, Kaffee und Schokolade gehören jedoch beim Studierendenwerk seit Jahren zum festen Programm. Im letzten Jahr wurde in intensiver Zusammenarbeit von Studierenden mit Studierendenwerk an der Beschaffung von fair gehandelten Bananen gearbeitet, die nun ab November in den Mensen angeboten werden.

Auch mit weiteren Akteur:innen ist die studentische Initiative im Gespräch. Derzeit testet der Hochschulsport auf ihre Initiative hin fair produzierte Fußbälle. „Wir hoffen, dass dies nur ein Anfang ist und der Hochschulsport zukünftig bei Neuanschaffungen faire Kriterien einbezieht, sodass mit fair gehandelten Fuß- und Volleybällen gespielt wird,“ merkt Judith Meder an. Sie ist seit März 2021 mit dabei. Studierende konnten die fairen Bälle bereits im „Sustainable September“ bei der Aktion faires Torwandschießen testen und sich über die Arbeitsbedingungen bei der Fußballherstellung informieren.

Aber was ist eigentlich Fairer Handel? Der Faire Handel beruht auf Produktions- und Handelsmethoden, die Mensch und Umwelt vor den finanziellen Profit stellen. Es geht dabei um grundlegende Dinge: faire Entlohnung von Arbeitenden, Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern sowie Umweltschutz.  Luise Tegeler, seit Januar 2021 in der studentischen Initiative aktiv, stellt heraus: „Für uns ist es wichtig, mit weiteren Aktionen in den kommenden Semestern ein Bewusstsein für Fairen Handel sowohl innerhalb der Uni Bonn als auch darüber hinaus zu schaff en und zu stärken.“ Wer eigene Ideen im Bereich des Fairen Handels umsetzen möchte, kann sich der studentischen Initiative anschließen und so aktiv daran mitzuarbeiten, die Uni nachhaltiger und fairer zu gestalten.

Kontakt zur Initiative:

Mail: Fairtrade@uni-bonn.de

Instagram: @fairtrade_bonn

Website: uni-bonn.de/de/universitaet/ueber-die-uni/nachhalti ge-uni/fairtradeuniversity-bonn

Sarah Marenbach, Liza Nemes und David Schwarz sind jetzt Ansprechpartner:innen im Green Office.
Sarah Marenbach, Liza Nemes und David Schwarz sind jetzt Ansprechpartner:innen im Green Office. © Universität Bonn / Gregor Hübl
Akteurinnen der Fair Trade Gruppe:
Akteurinnen der Fair Trade Gruppe: - Meera Klußmann Judith Meder, Leonie Bach, Luise Tegeler. © Universität Bonn / Barbara Frommann
Beim fairen Torwandschießen während des Sustainable Septembers
Beim fairen Torwandschießen während des Sustainable Septembers - Sind Fairtrade-Fußbälle gut? Das konnten die Besuchenden beim Torwandschießen während der fairen Woche im September testen © Jakub Kaliszewski
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