13. August 2018

Bonner Chip für den schnellsten Superrechner Bonner Chip für den schnellsten Superrechner

Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Uni Bonn ist Weltspitze beim Design von Mikroprozessoren

Die Weltrangliste der schnellsten Superrechner führt zurzeit „Summit“ am Oak Ridge National Laboratory in den USA an. Die Maschine arbeitet mit Mikroprozessoren vom Typ „POWER9“ von IBM; diese waren mit Hilfe der "Bonn Tools" im Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Universität Bonn entwickelt worden.

Im Dienste des schnellsten Rechners: "Isabel"
Im Dienste des schnellsten Rechners: "Isabel" © Ina Prinz / Universität Bonn

Die Leistungsfähigkeit von Summit beträgt bis zu 187.659,3 Teraflops pro Sekunde. Ein Teraflop entspricht einer Billion von Gleitkommaoperationen, die die Zahl der Additionen oder Multiplikationen wiedergeben. „Mit den von uns entwickelten BonnTools wurde der Mikroprozessor POWER9 von IBM entworfen; er ist der Rechenkern von Summit“, erklärt Professor Dr. Bernhard Korte, Direktor des Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik.
Die mit den BonnTools entworfenen Computerchips werden vom Institut jeweils mit Vornamen kodiert; Minister, Ministerpräsidenten, Bundespräsidenten und Bundeskanzler sind hier mit ihren Vornamen verewigt. Das Entwurfsbild von POWER9 wurde „Isabel“ getauft; die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen heißt Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Die Wissenschaftler der Universität Bonn haben die als „BonnTools“ bezeichneten Algorithmen entwickelt, in denen ausgeklügelte mathematische Verfahren stecken. Sie führen durch Optimierung des Designs zu einer erheblichen Leistungssteigerung der Mikroprozessoren. Mit den BonnTools wurden inzwischen mehr als 2000 Computerchips entworfen, unter anderem der Mikroprozessor für Deep Blue, der als erster Computer gegen Schachweltmeister Garri Kasparow gewann. Seit mehr als 30 Jahren ist das Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Universität Bonn auf diesem Gebiet Weltspitze.

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In einem Vortrag zum 200-jährigen Jubiläum der Universität Bonn hatte Professor Korte kürzlich die Bonn Tools, neueste Forschungsergebnisse und den Chip „Isabel“ öffentlich vorgestellt.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Bernhard Korte
Direktor des Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik
Universität Bonn
Tel.: 0228 73-8770 (Sekretariat)
E-Mail: dm@or.uni-bonn.de
 

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