21. September 2016

Universität Bonn trauert um Karl Dietrich Bracher Universität Bonn trauert um Politikwissenschaftler Karl Dietrich Bracher

Pionier der deutschen Politikwissenschaft

Die Universität Bonn trauert um den renommierten Politikwissenschaftler und Historiker Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher, der am 19. September im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Bracher übernahm 1959 in Bonn eine Professur für die Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte und baute das Seminar für Politische Wissenschaft auf. Trotz vieler Rufe an namhafte Universitäten blieb Bracher stets der Bonner Universität treu und baute seinen Fachbereich weiter aus.

Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher
Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher © Foto: Archiv

Der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, würdigte den Verstorbenen als einen der herausragendsten Wissenschaftler, die die Universität Bonn im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat: „Die Universität Bonn verdankt Karl Dietrich Bracher sehr viel. Er war ein Pionier der deutschen Politikwissenschaft. Sein Lebenswerk prägt das Fach und den Ruf der Universität Bonn in dieser Disziplin bis heute. Wir werden ihn nie vergessen.“

Karl Dietrich Bracher wurde am 13. März 1922 in Stuttgart geboren. Er promovierte 1948 nach seinem Studium der Alten und Neuen Geschichte, Philosophie, Klassische Philologie und Literatur an der Universität Tübingen. Nach Studien an der Harvard University habilitierte er sich 1955 in Berlin mit einer herausragenden Arbeit zum Thema „Die Auflösung der Weimarer Republik. Eine Studie zum Problem des Machtverfalls in der Demokratie“. Seine wegweisenden Studien zur nationalsozialistischen Diktatur, zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Europas sowie zur politischen Ideengeschichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

1959 kam Prof. Bracher nach Bonn. Wissenschaftlichen Ruhm errang er mit Werken über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert und politische Ideen. Bracher war Gastprofessor und Fellow unter anderem in Stanford, Princeton und Oxford. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, mehreren Ehrendoktorwürden und vielen wissenschaftlichen Preisen. Karl Dietrich Bracher war seit 1992 Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste.

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