09. März 2012

Jugend forscht kürt die Sieger an der Universität Bonn Jugend forscht kürt die Sieger an der Universität Bonn

Insgesamt 34 Projektteams stellen ihre Ergebnisse in der Aula der Uni vor. Rektor überreicht Urkunden

Nachwuchswissenschaftler mit einem selbstgebauten Geigerzähler und mit Kaffeepulver zur Schneckenabwehr belegen die ersten Plätze bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Die Sieger des Regionalwettbewerbs Bonn/Köln wurden heute an der Universität Bonn gekürt. Ihre Ergebnisse stellten die insgesamt 34 Projektteams am Nachmittag in der Universitätsaula der Öffentlichkeit vor. Bonn ist die einzige Universität in Nordrhein-Westfalen, die an der Ausrichtung von „Jugend forscht“ beteiligt ist. Die Erstplatzierten des Regionalwettbewerbs dürfen nun am Landeswettbewerb teilnehmen.

Premiere in Bonn:
Premiere in Bonn: - Die Jugend forscht- Teilnehmer und Betreuer in der Aula der Bonner Universität. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Der 17-jährige Matthias Bernard vom Heinrich Hertz Europakolleg in Bonn belegt mit seinem Geigerzähler und Siliziumdetektor im Eigenbau den ersten Platz bei „Jugend forscht“ im Fachgebiet Physik. „Das Wort Radioaktivität hat schon von jeher eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt“, berichtet der Schüler. „Deshalb beschäftige ich mich in meinem Projekt mit dem Selbstbau eines Geigerzählers nach dem Prinzip des Geiger-Müller-Zählers und eines Siliziumdetektors, der mit einer einfachen Fotodiode arbeitet.“ Mit diesen Messgeräten zeigte er außerdem verschiedene Effekte und überprüfte die Leistungsfähigkeit seiner Messaufbauten.

Einen ersten Platz in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“ und den Sonderpreis Umwelt errangen die beiden 14-jährigen Jungen Jonas Hösl und Pascal Leder vom Städtischen Anno-Gymnasium in Siegburg. Im Fachgebiet Biologie traten sie mit dem Projekt „Mit Kaffee gegen Schnecken – Entwicklung eines umweltfreundlichen Pflanzenschutzmittels“ an. „Im vergangenen Jahr haben wir uns bereits mit der Wirksamkeit von Haushaltsmitteln zur biologischen Schneckenabwehr beschäftigt“, berichten die jungen Forscher. „Dabei haben wir herausgefunden, dass von allen getesteten Mitteln nur Moosextrakte und Kaffeepulver Schnecken wirksam abgewehrt haben.“ Die beiden Schüler führten Experimente durch, um die Schnecken abwehrenden Geruchsstoffe zu isolieren und zu identifizieren.

Den Sonderpreis Umwelt in der Sparte „Jugend forscht“ bekam Sebastian Hein (18) vom Hollenberg-Gymnasium in Waldbröl mit seinem Projekt im Fachgebiet Technik „Funktionsweise, Effizienz und Optimierung einer feldtauglichen Vakuumdestillationsanlage“. Der Sonderpreis Umwelttechnik ging an Bogomil Georgiev (17) und Lilia Georgieva (17) vom Galabov-Gymnasium in Sofia, einer deutschen Auslandsschule in  Bulgarien. Fabian Thorand (17) und Christian Vahlensieck (18) vom Hardtberg-Gymnasium Bonn errangen den „Sonderpreis der Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung“ für ihr Technikprojekt „Rastertunnelmikroskop mit LEGO Mindstorm NXT“.

Der Rektor der Universität Bonn überreicht die Siegerurkunden

Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn, überreicht bei der feierlichen Preisverleihung am Abend den Siegern die Urkunden. „Es ist ganz erstaunlich, mit welch pfiffigen Ideen die Jugend forscht- Teilnehmer angetreten sind und wie eigenständig sie ihre Projekte vorangetrieben haben“, sagt der Rektor. „Dieses forschende Lernen ist vorbildlich und eine sehr gute Vorbereitung für die wissenschaftliche Arbeit an einer Universität.“ Untersuchungen belegen, dass neun von zehn erfolgreichen Jugend forscht-Teilnehmern später ein naturwissenschaftlich-technisches, mathematisches oder medizinisches Fach studieren.

„Wir suchen die Forscher von morgen!“ rief 1965 stern-Chefredakteur Henri Nannen zur ersten Jugend forscht-Runde auf. Das Motto hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. „Ich bin beeindruckt von der Vielzahl spannender und innovativer Projekte bei der Premiere des Jugend forscht Regionalwettbewerbs hier an der Universität Bonn“, sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Dem Wettbewerb gelingt es auf vorbildliche Weise, die High Potentials zu finden, die Wirtschaft und Wissenschaft angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels so dringend benötigen.“

Bonn ist einzige Uni mit einer Jugend forscht-Patenschaft in NRW

Die Bonner Alma mater übernahm erstmals eine Patenschaft für „Jugend forscht“ und ist damit einzige Universität in Nordrhein-Westfalen, die den Wettbewerb unterstützt. „Die Universität Bonn möchte junge Menschen für Wissenschaft begeistern und ihr Engagement an den Schulen in der Region weiter intensivieren“, sagt Dr. Andrea Grugel, Leiterin der Abteilung Veranstaltungen und Identifikation der Universität Bonn. Partner aus der Wirtschaft unterstützen „Jugend forscht“ finanziell. So trug das Bonner Unternehmen Haribo mit einem großzügigen Geldbetrag zum Gelingen des Wettbewerbs bei.

Weitere Informationen zu den Projekten im Internet:
www.jugend-forscht.uni-bonn.de

Kontakt:

Dr. Andrea Grugel
Abteilung 8.1 – Veranstaltungen und Identifikation
Tel. 0228/739747
andrea.grugel@uni-bonn.de

Erster Platz in der Sparte "Schüler experimentieren":
Erster Platz in der Sparte Jugend forscht:
Wird geladen