27. April 2011

Weltberühmter Flakon wieder in Bonn zu sehen Weltberühmter Flakon wieder in Bonn zu sehen

Parfumölgefäß der Pharaonin Hatschepsut

Vor zwei Jahren sorgten die Ägyptologen und Pharmazeuten der Universität Bonn für internationales Aufsehen. Sie hatten ein rund 3.500 Jahre altes, original verschlossenes Parfumölgefäß im Ägyptischen Museum entdeckt, das noch Reste des ursprünglichen Inhalts aufwies. Das Gefäß gehörte – nach Aussage der Inschrift – der berühmten Pharaonin Hatschepsut (um 1450 v. Chr.). Der Parfumflakon war seitdem nur sporadisch ausgestellt. Anlässlich der Internationalen Nacht der Museen am Samstag, 14. Mai, wird er in die Dauerausstellung zurückkehren. Das Ägyptische Museum ist an diesem Abend von 19 bis 24 Uhr zu besichtigen.

Parfumflakon
Parfumflakon © Ägyptisches Museum / Uni Bonn

Von 2001 bis 2009 war das Gefäß ein kaum beachteter Bestandteil der Dauerausstellung. Der damals neue Sammlungsleiter Michael Höveler-Müller wollte seine Vermutung bestätigt haben, dass die allgemein als „Verschmutzung“ angesehene Verstopfung im Gefäßhals in Wirklichkeit der originale Lehmverschluss sei. „Es gab für mich keine andere überzeugende Erklärung“, erinnert sich der Ägyptologe. „Zu viele Indizien sprachen dafür, dass wir es mit einem völlig intakten Flakon zu tun hatten.“

Es folgte eine CT-Untersuchung in der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums, die eindeutig Höveler-Müllers Vermutung bestätigte. Außerdem machte sie sichtbar, dass sich noch immer Reste der eingetrockneten Flüssigkeit im Innern befanden. Im Sommer 2009 öffnete man in der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Universität Bonn den Verschluss und entnahm Teile des Inhalts. Seitdem analysiert Dr. Helmut Wiedenfeld mit seinem Team vom Pharmazeutischen Institut die alten Substanzen und steht nun kurz vor dem Abschluss seiner Untersuchungen. Noch in diesem Sommer wird die Welt erfahren, wie in etwa eine ägyptische Königin geduftet haben mag.

Wenn die Ergebnisse endgültig auf dem Tisch liegen, planen Wiedenfeld und Höveler-Müller eine gemeinsame Kabinettausstellung zu dem Bonner Projekt „Hatschepsut“. Dann soll der Duft in einer „Geruchsvitrine“ für die Besucher des Ägyptischen Museums erfahrbar gemacht werden.


Kontakt
Michael Höveler-Müller
Tel.: 0228/73-9710
aegyptisches-museum@uni-bonn.de

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