Das Verfahren nennt sich VLBI - das steht für "Very Long Baseline Interferometry". Damit lässt sich beispielsweise nachweisen, dass Europa und Nordamerika sich voneinander entfernen: Der Abstand wächst jährlich um 18 Millimeter. Über den Abstand der Stationen voneinander lässt sich aber auch die Größe der Erde bestimmen. "Wir haben die weltweiten VLBI-Messungen von 34 Partnern in 17 Ländern koordiniert und die Ergebnisse zusammengeführt", erklärt Nothnagel. "Durch Kombination mit GPS-Verfahren und Satellitenlasermessungen konnten dadurch die Koordinaten von knapp 400 Punkten auf der Erdoberfläche mit beispielloser Genauigkeit berechnet werden." Die Ergebnisse sind Basis für ein überarbeitetes Koordinatensystem unseres Planeten.
Damit wird es beispielsweise möglich, die Bahn so genannter Altimeter-Satelliten auf wenige Millimeter präzise festzulegen. Altimeter-Satelliten messen ihre Flughöhe über der Erdoberfläche und können so einen Anstieg des Meeresspiegels registrieren. Abweichungen von der Flugbahn verfälschen jedoch die Ergebnisse: Wenn der Satellit höher fliegt als berechnet, fällt der Abstand zur Oberfläche zu groß aus " der Meeresspiegel scheint niedriger, als er wirklich ist.
Kontakt:
Privatdozent Dr. Axel Nothnagel
Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3574
E-Mail: nothnagel@uni-bonn.de
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Die Welt ist ein Dorf: Dr. Axel Nothnagel und seine Kollegen haben den Erdball neu vermessen. (c) Frank Luerweg