Die Schablone ist Teil des fertigen Rads
Ein Jahr arbeiteten die Forscher an der Entwicklung des "Kochrezepts", bis sich herausgestellt hatte, wie ein echtes, stabiles Rad dieser Größe synthetisiert werden konnte. Heute ist die Synthese einfach zu reproduzieren. Der Schlüssel dazu liegt im speziellen Aufbau der Vorläufermoleküle: Die spätere Radachse dient als Schablone und Bauteil in einem " ein Höchstmaß an Effizienz.
Vergleichbar ist das Molekül mit dem künstlichen, wenige Nanometer großen Tonplättchen Laponit, das zurzeit wie auch andere schichtförmige Tonerden als Zusatz zu Farben, in der keramischen Industrie und als Beimischung zu Kunststoffen Verwendung findet. Dadurch erhalten die Kunststoffprodukte Eigenschaften, die von Mischungstemperatur und Reinheit der Tonerden abhängen.
Die Vorteile von synthetischen gegenüber natürlichen Tonerden liegen dabei auf der Hand: Wegen ihrer hohen Reinheit und der gut definierten Partikelgröße eignen sie sich besser, um genau die gewünschten Produkte herzustellen. Der Ansatz der Bonner Forscher erlaubt es, die Räder größer oder kleiner zu machen und ihre Eigenschaften fast nach Belieben zu verändern. "Auf dem Weg zu größeren formstabilen Partikeln sind in Zukunft auch zweidimensionale Spinnennetzstrukturen denkbar", sagt Höger.
Kontakt:
Professor Dr. Sigurd Höger
Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3495
E-Mail: hoeger@uni-bonn.de
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Struktur eines molekularen Speichenrades (c) Angewandte Chemie, Wiley-VCH Weinheim
Molekulare Speichenräder im Rastertunnelmikroskop (c) Angewandte Chemie, Wiley-VCH Weinheim