Bakterium produziert pharmazeutische Allzweckwaffe

Ein Wirkstoff aus den Blättern einer Zierpflanze gilt seit einigen Jahren als möglicher Vorreiter einer neuen Gruppe potenter Medikamente. Bislang war es jedoch sehr aufwendig, ihn in größeren Mengen herzustellen. Das könnte sich nun ändern: Forscher der Universität Bonn haben ein Bakterium identifiziert, das die Substanz produziert und sich zudem problemlos im Labor züchten lässt. Die Ergebnisse erscheinen in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Schnupper-Uni für Schülerinnen: „Perspektive Math.-Nat!”

Zur 21. Schnupper-Uni für Schülerinnen „Perspektive Math.-Nat!" lädt die Universität Bonn für Donnerstag, 18. Februar, ein. Wegen des Corona-Virus wird die Schnupper-Uni ausnahmsweise als interaktive Online-Veranstaltung angeboten. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät organisiert das ganztägige Programm. Online-Anmeldungen sind noch bis zum 27. Januar möglich.

Spermien auf dem richtigen Weg: neuer Mechanismus der männlichen Unfruchtbarkeit gefunden

Es ist im Grunde ein winziger Bestandteil, der für die sexuelle Fortpflanzung unerlässlich ist – der Spermienschwanz. Er ist ein Beispiel für ein sogenanntes Zilium, beim Spermium auch Geißel genannt, eine kleine antennenartige Struktur, wie sie aus den meisten Zellen unseres Körpers herausragt. Damit ein Spermium sich fortbewegen und so die Eizelle erreichen und befruchten kann, muss die Geißel in einer sehr exakten und koordinierten Weise schlagen. Forscher des Institut Curie in Paris, des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden und des Forschungszentrums caesar in Bonn zeigen nun gemeinsam mit Jan Hansen vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn und weiteren Kollegen aus Paris und Mailand, dass eine bestimmte enzymatische Veränderung des Proteins Tubulin essenziell ist, damit die Spermien in einer geraden Linie schwimmen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass eine Störung dieser Veränderung einigen Fällen von männlicher Unfruchtbarkeit beim Menschen zugrunde liegen könnte. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science erschienen.

Intelligenzdefizit: Forscher schließen von der Maus auf den Menschen

Einschränkungen in der Intelligenz, Bewegungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen sind typisch für eine Gruppe seltener Erkrankungen, die zu den GPI-Ankerstörungen zählen. Wissenschaftler der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik haben mit gentechnischen Methoden eine Maus erschaffen, die diese Patienten sehr gut nachbildet. Studien an diesem Tiermodell deuten darauf hin, dass bei GPI-Ankerstörungen durch eine Genmutation die Reizübertragung an den Synapsen im Gehirn beeinträchtigt ist. Das könnte die mit der Krankheit verbundenen Einschränkungen erklären. Die Ergebnisse sind nun im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)“ veröffentlicht.

Mit Stammzellen gegen Erblindung: Volker Busskamp erhält ERC Proof of Concept Grant

Der Biotechnologe Prof. Dr. Volker Busskamp von der Universität Bonn hat einen „Proof of Concept Grant“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von 150.000 Euro erhalten. Die Förderlinie soll Wissenschaftler dabei unterstützen, ihre Forschungsergebnisse aus vorherigen ERC-Projekten in kommerzielle Anwendungen zu bringen. Volker Busskamp und sein Team arbeiten an der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn an einer Methode, um Degenerationen der Netzhaut und Erblindung zukünftig besser erforschen und behandeln zu können.

Physiker beobachten Wettkampf magnetischer Ordnungen

Sie sind so dünn wie ein Haar, nur hunderttausendmal dünner – die sogenannten zweidimensionalen Materialien, bestehend aus nur einer Schicht von Atomen, boomen in der Forschung. Einem breiteren Publikum wurden sie im Jahr 2010 bekannt, als zwei russisch-britische Wissenschaftler den Physik-Nobelpreis für die Entdeckung von Graphen, einem Baustein von Graphit, erhielten. Das Besondere solcher Materialien: Sie besitzen neuartige Eigenschaften, die sich nur mithilfe quantenmechanischer Regeln erklären lassen und die für verbesserte Technologien relevant sein können. Forscher der Universität Bonn haben jetzt mithilfe von ultrakalten Atomen neue Einblicke in bisher unbekannte Quantenzustände erhalten. Ihre Entdeckung: Die magnetischen Ordnungen zwischen zwei gekoppelten dünnen Schichten aus Atomen konkurrieren miteinander. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Klimawandel verursachte Mangrovensterben in Oman

Vor rund 6.000 Jahren verschwanden die meisten Mangroven-Bestände an den Küsten Omans. Warum, war bislang nicht komplett geklärt. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn bringt nun Licht ins Dunkel: Demnach führten klimatische Veränderungen zum Zusammenbruch der Küsten-Ökosysteme. Ein Meeresspiegel-Anstieg oder eine Übernutzung durch den Menschen scheiden als Gründe dagegen wohl aus. Die Geschwindigkeit des Mangrovensterbens war dramatisch: Binnen weniger Jahrzehnte gingen viele der Bestände unwiderruflich verloren. Die Ergebnisse erscheinen in der Zeitschrift Quaternary Research.

Früher Säuger mit erstaunlich präzisem Biss

Paläontologen der Universität Bonn ist es gelungen, die Kaubewegung eines frühen Säugetiers zu rekonstruieren, das vor knapp 150 Millionen Jahren gelebt hat. Demnach arbeitete sein Gebiss äußerst präzise und mit erstaunlich hoher Effizienz. Möglicherweise stellte sich aber gerade dieser Punkt im Zuge der Evolution als Nachteil heraus. Die Studie erscheint in der Zeitschrift „Scientific Reports“.

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